Geschäftsführer Bußkamp macht Ex-Mitarbeitern von Brinkhaus massive Vorwürfe
Anzeige wegen Unterschlagung

Warendorf -

Kundenklau, Veruntreuung und Verrat von Geschäftsgeheimnissen wirft Brinkhaus-Geschäftsführer Thomas Bußkamp früheren Mitarbeitern des Unternehmens vor.

Montag, 09.07.2012, 19:07 Uhr

Geschäftsführer Bußkamp macht Ex-Mitarbeitern von Brinkhaus massive Vorwürfe : Anzeige wegen Unterschlagung
Machen einen Teil der früheren Brinkhaus-Mitarbeiter für aktuelle Probleme mitverantwortlich: Geschäftsführer Thomas Bußkamp und Prokurist Hubert Terbrack. Foto: Lowinski

Spätestens zum Jahresende ist Schluss: Dann geht auf der Emsinsel ein uraltes Stück Warendorfer Textil-Tradition endgültig zu Ende und der Firmenname Brinkhaus ist für die Stadt dann nur noch Geschichte. Wie bereits am Donnerstag gemeldet, zieht die GmbH nach Bocholt – unter das Dach der EuroComfort-Gruppe.

Eine Entwicklung, die Geschäftsführer Thomas Bußkamp , bedauert – für die er aber keine Alternative sieht. Gemeinsam mit Prokurist Hubert Terbrack erläuterte er im WN-Gespräch den Mix aus Gründen, der aus seiner Sicht den Schritt notwendig macht.

Letzter Auslöser für die Entscheidung seien Probleme des Unternehmens mit Insolvenzverwalter Stephan Michels gewesen: Die Brinkhaus GmbH habe einen bis zum 30. Juni befristeten Mietvertrag gehabt. „Wir haben seit Februar versucht, eine Verlängerung zu bekommen.“ Die Aussage von Michels, die Brinkhaus GmbH habe zu einem ortsüblichen Preis weiter mieten können, sei ohne konkrete Zahlen wenig hilfreich. Das habe so nicht weitergehen können: „Wir können nicht ins Blaue planen.“ Den Entwurf für einen Mietvertrag habe er vom Insolvenzverwalter erst bekommen, als in der vergangenen Woche der Weggang aus Warendorf öffentlich wurde.

Bußkamp verhehlt aber auch nicht, dass sich Umsatz und Erlöse für die Brinkhaus GmbH nicht so entwickelt haben, wie erhofft. „Die Umsätze haben sich dramatisch verschlechtert.“ Das liege zum einen an einer schwierigen Marktsituation mit gestiegenen Preisen für Daunen und Federn. Zudem macht Bußmann aber einem Teil der früheren Brinkhaus-Mannschaft massive Vorwürfe: „Das waren Leute, die mich beklaut haben und mir das Geschäft verderben“, so Bußkamp. Es hat sie angezeigt: „Wegen Verrats von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen und wegen Unterschlagung .“ Der Vorwurf: Noch während des Insolvenzverfahrens sollen ehemalige Brinkhaus-Mitarbeiter die Gründung einer neuen Firma betrieben und wichtige Kunden abgeworben haben. Wenn man Preise und Kalkulationsgrundlagen kenne, könne man sich die Rosinen herauspicken, sagt Bußkamp: „Dieser Kundenklau ist heute ein Teil des Problems.“ So sei das früher gut laufende Russlandgeschäft nach der Insolvenz gleich Null gewesen. Die früheren Mitarbeiter hätten massiv Daten, Kontakte und Knowhow mitgenommen. Das Verfahren liege bei der Staatsanwaltschaft: „Aber ich habe noch keine Ergebnisse.“

Dass er seinen Mitarbeitern aus Warendorf mit dem Umzug nach Bocholt einiges zumutet, ist Bußkamp klar: „Wir bemühen uns um praktikable Lösungen – zum Beispiel Fahrgemeinschaften.“ In Bocholt sei genug Platz, das sei die günstigste Lösung. Bußkamp verspricht: „Wir nehmen jeden mit – egal wie alt. In Bocholt gibt es genug Arbeit.“ Schließlich habe seine Firma in den letzten Monaten auch viel Geld in Weiterbildung der Mitarbeiter investiert: „Wenn die jetzt nicht mitkommen, ist dieses Investment verloren.“

Für die Brinkhaus GmbH sieht Bußkamp trotz aller Probleme Chancen: „Es war und ist unser Ziel, mit Brinkhaus gutes Geld zu verdienen. Das ist eine gute Marke. Wir gehen nach vorne.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1004566?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F703932%2F1164216%2F
Nachrichten-Ticker