Insolvenzverwalter widerspricht den Aussagen von Brinkhaus-Geschäftsführer Bußkamp
Michels: „Das ist eine reine Schutzbehauptung“

Warendorf -

Der Umzug der Brinkhaus GmbH nach Bocholt habe mit ihm nichts zu tun, sagt Insolvenzverwalter Stephan Michels. Schon bei den Verkaufsverhandlungen im vergangenen Jahr habe Bußkamp angedeutet, den Standort aus Kostengründen dorthin verlegen zu wollen.

Dienstag, 10.07.2012, 19:07 Uhr

Es steht Aussage gegen Aussage: Brinkhaus-Insolvenzverwalter Stephan Michels , hat mit deutlichem Widerspruch auf die Vorwürfe von Thomas Bußkamp reagiert. Der hatte im WN-Gespräch (siehe Bericht vom Dienstag) die unklare Vermietungssituation auf der Emsinsel als Mitgrund für den Umzug der Brinkhaus GmbH nach Bocholt genannt.

Michels kontert: Dass sein Verhalten mit dem Umzug zu tun habe, sei eine reine Schutzbehauptung . Schon bei den Verkaufsverhandlungen im vergangenen Jahr habe Bußkamp angedeutet, den Standort aus Kostengründen nach Bocholt verlegen zu wollen.

Kritik an der Dauer des Insolvenzverfahrens weist Michels zurück: Er sei am 8. April 2011 zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Die EuroComfort-Gruppe habe Brinkhaus zum 25. Mai 2011 übernommen. Damit habe das Verfahren sechs Wochen gedauert. Michels: „Schneller geht nicht.“ Die operative Verantwortung liege seit diesem Tag bei Thomas Bußkamp.

Der Vorwurf, ehemalige Mitarbeiter hätten Geschäftsgeheimnisse und Kundenkontakte gestohlen, sei von Bußkamp schon früh erhoben worden, so Michels. Nach seiner Kenntnis habe Bußkamp zur Klärung der Angelegenheit eine Detektei eingeschaltet. Nach Eröffnung des Verfahrens sei Bußkamp an Michels mit der Bitte herangetreten, die weiteren Kosten für die Ermittlungen von ca. 50 000 Euro zu übernehmen. Eine derartige Investition könne er als Insolvenzverwalter nicht ohne Zustimmung der Gläubiger durchführen, so Michels. Bußkamp habe Gelegenheit gehabt, den Gläubigern sein Anliegen zu erläutern. Die hätten ausdrücklich gegen Beauftragung und Übernahme der Kosten entschieden, auch gegen eine Strafanzeige.

Von unklaren Mietverhältnissen im Falle Brinkhaus könne keine Rede sein, widerspricht Michels dem Brinkhaus-Geschäftsführer: „Das Mietverhältnis war im Kaufvertrag klar geregelt und Herrn Bußkamp bekannt. Herr Bußkamp deutete bei den Verkaufsgesprächen bereits an, dass er auf absehbare Zeit mit dem Unternehmen aus Kostengründen den Standort nach Bocholt verlegen wird – so, wie er es jetzt angekündigt hat. Es ist befremdlich, wenn Herr Bußkamp die „Nebenwirkungen“ seiner Entscheidung, die er wohl aus betriebswirtschaftlichen Gründen getroffen hat, nun dem Insolvenzverwalter zuspielen möchte.“

Außerdem sei die im Kaufvertrag von beiden Seiten unterzeichnete kurz bemessene Kündigungsfrist dem Umstand geschuldet gewesen, dass der Verkauf des Grundstücks nicht durch Abschluss eines langen Mietverhältnisses behindert werden sollte. Michels: „Diesen Passus wollten sowohl die Gläubiger als auch Herr Bußkamp, der den Standort, vor allem aus Kostengründen und vor dem Hintergrund der Immobiliensituation, verlassen wollte.“

Es sei beiden Seiten klar und bekannt gewesen, dass ein langfristiger Mietvertrag nicht geschlossen werden konnte. Michels: „Aus unserer Sicht ist es eine reine Schutzbehauptung, der Insolvenzverwalter sei in letzter Konsequenz Grund für den Umzug nach Bocholt.“

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