Ausstellung im Historischen Rathaus
Der Stoff, aus dem die Bilder sind

Warendorf -

Aber nicht nur durch die beeindruckenden Farben weiß Alois Bauer zu begeistern. Der Kunsterzieher aus Bayern liebt bei seinen Werken das Motiv der Entfremdung. Der gebürtige Eichstätter wandelt bedruckte Stoffe – sei es ein Blumenmuster, ein Ornamentalgewirr oder Stoffe aus ganz anderen Epochen – in Kunstwerke um.

Sonntag, 28.10.2012, 15:10 Uhr

Ausstellung im Historischen Rathaus : Der Stoff, aus dem die Bilder sind
Die Werke von Alois Bauer begeisterten die Besucher der Ausstellungseröffnung am Sonntagmorgen. Bunte, leuchtende Farben erstrahlen im Kontrast zu dunklen Tönen. Der Künstler mischt seine Acrylfarben selbst – so kommen noch intensivere Nuancen heraus. Foto: Stavesand

Von fertig gemischten Acryl- und Ölfarben hält der Künstler Alois Bauer nicht viel. Er mischt sich seine Töne kurzerhand selbst. Das ist ein Grund, warum seine Werke, die seit Sonntag im Historischen Rathaus hängen, so viel Leuchtkraft besitzen. Der Betrachter ist beinahe gewillt zu glauben, dass die Bilder indirekt beleuchtet werden. „Werden sie aber nicht“, macht Horst Breuer vom Warendorfer Kulturbüro bei der Vernissage deutlich. Es sei die eigene Herstellung mit Pigmenten, die diese besondere Ausstrahlung hervorrufe.

Aber nicht nur durch die beeindruckenden Farben weiß Alois Bauer zu begeistern. Der Kunsterzieher aus Bayern liebt bei seinen Werken das Motiv der Entfremdung. Der gebürtige Eichstätter wandelt bedruckte Stoffe – sei es ein Blumenmuster, ein Ornamentalgewirr oder Stoffe aus ganz anderen Epochen – in Kunstwerke um. Dazu lässt er teilweise Muster stehen, verdeckt Stellen oder übermalt diese mit anderen Mustern. Dadurch entstehen Werke, die das menschliche Auge auf den ersten Blick irritieren. „Denn die vordergründige Bemalung Bauers“, so erklärt Breuer, „schafft den eigentlichen Hintergrund. Das Motiv des Stoffes bleibt frei und tritt aus dem ursprünglichen Hintergrund in den Vordergrund.“ Mit dieser raffinierten Technik machte sich Bauer einen Namen bei seinen Kollegen. So taufte ihn sein Freund Günther Köppel liebevoll zur „ästhetischen Trüffelsau“.

Der Besucher wird bei der Ausstellung „Deco Deco“ zum Entdecker – immer die Frage im Hinterkopf, was nun gemalt und was Stoff ist. So entsteht ein Dialog. Und genau das ist Bürgermeister Jochen Walter wichtig, der bei der Vernissage sagte: „Es geht bei der Kulturarbeit nicht um reine Präsentation von Bildern, sondern um den Dialog. Die Bilder motivieren, anzuhalten, zu schauen und ins Gespräch zu kommen.  

| Die Ausstellung „Deco Deco“ von Alois Bauer ist noch bis zum 6. Januar im Historischen Rathaus zu sehen.

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