Finanzierung gesichert
Bürgerbus auf der Zielgeraden

Warendorf -

Im Sommer war Klaus Artmann gemeinsam mit Norbert Richter mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen, einen Bürgerbus für den Warendorfer Norden auf die Beine zu stellen. Der Bus soll die Anbindung zur Innenstadt, zum Bahnhof und vielleicht sogar darüber hinaus verbessern. Bis es aber soweit ist, fällt viel Arbeit an. Das wurde am Montagabend deutlich.

Dienstag, 20.11.2012, 12:11 Uhr

Finanzierung gesichert : Bürgerbus auf der Zielgeraden
Der Bedarf ist da. „Wir müssen dorthin fahren, wo die Menschen sind“, fasste Initiator Klaus Artmann (Mitte) das Projekt Bürgerbus zusammen. Foto: Penno

„Es war mit ein wenig Herzklopfen verbunden, wie viele heute kommen werden“, gestand Klaus Artmann . Die Resonanz bestätigte ihn: „Dass so viele da sind, überrascht mich. Das ist eine gute Grundlage für den Bürgerbusverein.“ Denn der ist die Voraussetzung für das Projekt Bürgerbus. Der Verein tritt als Träger auf.

Unterstützt wird solch ein Verein von einem Unternehmen, dass als Betreiber der Linie auftritt. Im Falle des Bürgerbusses Warendorf-Nord wäre das die Westfalen Bus GmbH.

Außerdem bedarf es auch finanzieller Unterstützung. Die ist durch das Land Nordrhein-Westfalen, den Kreis und die Stadt Warendorf gewährleistet. „Dafür geben wir gerne Geld aus“, sagte Rudolf Göbbeler als Vertreter der Stadt Warendorf. Der Rat der Stadt muss einen Beschluss fassen, dass er das Defizit des Projektes trägt.

Insgesamt sind für den Start und die Anschaffung eines Fahrzeugs 55 000 bis 60 000 Euro notwendig. Den dicksten Batzen steuert das Land bei mit 40 000 Euro, vom Kreis gibt’s noch 5000 Euro dazu. „Die Finanzierung ist gesichert. Wir sind guten Mutes“, ist für Klaus Artmann der Anfang gemacht. Eigenes Geld soll zudem durch Werbung erwirtschaftet werden.

Umfangreiche Hilfe bietet die Westfalen Bus GmbH: Das Unternehmen leistet eine Anschubfinanzierung, unterstützt bei der anfallenden Arbeit wie Schulungen der Fahrer, beantragt die Konzession, stellt das Fahrzeug und hilft dabei, die Linie zu konzipieren. „Das wird eine spannende Sache, die Linie einzurichten“, so Artmann.

Wie das alles – von der Idee über die Planung bis hin zur Aufnahme des Fahrdienstes – funktioniert, darüber berichtete Paul Schwienhorst. Er ist Vorsitzender des Bürgerbusvereins Hoetmar, der im März 2009 gegründet wurde. Am 15. Februar 2010, einem Rosenmontag, nahm der Bürgerbus Hoetmar seine Arbeit auf. Es dauert also gut ein Jahr, bis von der Vereinsgründung die erste Haltestelle angefahren wird. Bis dahin haben Klaus Artmann und Norbert Richter noch viel zu tun. Aber auch schon einige Ideen, was die künftige Linie betrifft. Verkehrsachsen sind die Milter Straße, Sassenberger Straße und die Dreibrückenstraße. Das Krankenhaus, die Tönneburg, die Freiherr-von-Langen-Straße, das Blumenviertel und den Bereich um die Gallitzen-Passage nannte Artmann als mögliche Anfahrstellen. Wichtig sei jedoch, dass die Haltestellen nicht mehr als 600 Meter auseinander liegen. „Das wäre der Idealfall“, meinte Artmann, der Bürgerbus solle ja attraktiv für die Bevölkerung sein.

Der nächste Schritt wird die Gründung des Bürgerbusvereins sein. „Ende Januar wahrscheinlich, das ist realistisch“, sagte Artmann. „Wir wollen jetzt den Schwung aus dieser Veranstaltung mitnehmen.“

Bis zur Gründungsversammlung wollen Artmann und Richter versuchen, noch mehr Interesse zu wecken, auch bei jüngeren Leuten. Es gäbe im Verein so viele Ämter zu besetzen. Zudem ist auch eine große Zahl an Fahrern notwendig. Rund 40 sollten es sein, wenn jeder zwei Mal pro Monat fährt. „Der Bedarf ist da. Wir müssen dorthin fahren, wo die Menschen sind“, fasste Klaus Artmann das Projekt Bürgerbus zusammen.

Die Idee des Bürgerbusses kommt ursprünglich aus England. Über die Niederlande kam sie nach Deutschland. In Nordrhein-Westfalen gibt es mittlerweile 106 Bürgerbuslinien. Westfalen Bus betreut davon 24 im Münsterland und kann im Falle des Warendorfers Projekt Erfahrungen miteinbringen.

Der Bürgerbus soll Linien ergänzen und orientiert sich an anderen Linien. Neben den Zuschüssen aus öffentlichen Geldern finanziert sich ein Bürgerbusverein auch aus Werbung. Die Fahrpreise belaufen sich am Beispiel Hoetmar bei einem Euro für Erwachsene, Kinder zwischen sechs und zehn Jahren zahlen 50 Cent, Behinderte fahren in Hoetmar umsonst.

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