Heute gibt es Zeugnisse
Vielfalt ist erwünscht

Warendorf -

Das erste Halbjahr hat die neue Gesamtschule geschafft. Vor einem halben Jahr war die Gesamtschule in Warendorf an den Start gegangen. Das Leitungsteam bestehend aus Gertrud Korf, Norbert Breuer und Beratungslehrer Endrik Kremkus zieht ein positives Fazit aus der Startphase: „Die Kinder kommen gern zur Schule“.

Freitag, 01.02.2013, 09:02 Uhr

Blick in ein Klassenzimmer der Gesamtschule: Heute gibt es Zeugnisse. Das erste Halbjahr hat die neue Gesamtschule geschafft. Schulleiterin Gertrud Korf und Konrektor Norbert Breuer ziehen ein positives Fazit aus der Starphase.
Blick in ein Klassenzimmer der Gesamtschule: Heute gibt es Zeugnisse. Das erste Halbjahr hat die neue Gesamtschule geschafft. Schulleiterin Gertrud Korf und Konrektor Norbert Breuer ziehen ein positives Fazit aus der Starphase. Foto: Edler

Heute gibt es Zeugnisse . Das erste Halbjahr hat die neue Gesamtschule geschafft. Vor einem halben Jahr war die Gesamtschule in Warendorf an den Start gegangen. Das Leitungsteam bestehend aus Gertrud Korf , Norbert Breuer und Beratungslehrer Endrik Kremkus zieht ein positives Fazit aus der Startphase: „Die Kinder kommen gern zur Schule“.

Mit Elan ist das elfköpfige Lehrerteam in den Arbeitsalltag gestartet. Vorwiegend Kinder, die sonst eine Haupt- oder Realschule besucht hätten, werden nach dem neuen, integrativen Konzept unterrichtet. Von Klasse fünf bis zehn lernen alle Schüler zusammen, jedoch nach drei verschiedenen Leistungsgruppen. Am Ende steht ein Abgangszeugnis der Sekundarstufe I – ob Haupt- oder Realschulabschluss, ob mit oder ohne Qualifikation für die Oberstufe hängt von der Entwicklung des Kindes ab. Die Warendorfer Gesamtschule bietet den Abschluss bis zum Abitur (Sekundarstufe II) an.

Das pädagogische Konzept der Gesamtschule ist nicht neu, sagt die Schulleiterin, die von der Wolfgang-Borchert-Gesamtschule in Recklinghausen kommt, eine Schule mit zwei Standorten – genauso wie in Warendorf. 165 Schüler und elf Lehrer gehören zurzeit zum Pilotjahrgang und füllen die Gesamtschule in Warendorf mit Leben. Zum Team gehören weitere drei Förderschul-Lehrer, die halbtags und stundenweise unterrichten sowie ein Schulsozialarbeiter. Die Einsatzbereitschaft des Pionier-Kollegiums ist groß, sagt Gertrud Korf. „So eine Schulgründung gibt eine ungeheure Motivation.“

„Vielfalt, Chancengleichheit, Gemeinschaft, Leistung – wir sind eine Schule für alle“, betont die Schulleiterin. Für jeden Schüler den bestmöglichen Weg finden ist das Motto der Gesamtschule. Konkret heißt das im Schulunterricht etwa durch die persönlichen Lernzeiten. In der Praxis sieht das so aus: Hausaufgaben gibt es nicht und auch kein stures Pauken mehr. Die Lernzeit in der Schule ist so strukturiert, dass die Kinder 20 Minuten absolut still für sich arbeiten. Danach haben sie die Möglichkeit, über den Flüstermodus die Sitzordnung aufzulösen und gemeinsam zu arbeiten. Weil das System auf individuelle Förderung angelegt ist, müssen die Schüler vor allem üben, eigenständig zu arbeiten, respektive mit Hilfe ihrer Mitschüler.

Die Gesamtschule nimmt Kinder aller Leistungsstärken auf und mischt sie in Klassen zusammen. Kinder, denen das Lernen leicht fällt, sitzen neben Kindern, die langsam lernen oder besondere Förderangebote benötigen. Gemeinsam lernen sie bis zum Ende des 10. Jahrgangs.

Alle Klassen werden von zwei Klassenlehrern gemeinsam geführt. Die Zeiten, in denen die Klassenlehrer vor den Schülern an der Tafel saßen, sind hier vorbei. Der Klassenlehrer hat seinen Platz mitten unter den Schülern.

Es gibt sechs Eingangsklassen. Die Klassenstärke liegt bei 28 Schülern. Nur in einer Klasse werden 26 Kinder unterrichtet, darunter neun Kinder mit Förderbedarf. Sie gehören zur integrativen Lerngruppe, wo speziell auf die Förderbedarfe Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung geschaut wird.

Am Tag der offenen Tür erlebte die Schule einen großen Zulauf. Die Vielfalt bei Angeboten und Förderung ist sicherlich ein Argument für das große Interesse. Neben den vielen sich bietenden Möglichkeiten aber ist es wohl auch die Entscheidung für ein längeres Lernen. Die Gesamtschule kennt im Gegensatz zu den Gymnasien noch das 13. Schuljahr.

Bis zu den Sommerferien teilen sich Gesamtschüler und Hauptschüler noch Schulhof, Mensa und Soccer-Platz an der Kapellenstraße. Dann verlassen die Hauptschüler ihren alten Standort und überlassen den Gesamtschülern das ganze Gebäude (WN berichteten).

Am 18., 19. und 20. Februar laufen an der Gesamtschule die Anmeldungen. Schulleiterin Gertrud Korn und Konrektor Norbert Breuer rechnen wieder mit sechs Eingangsklassen. Das Gros der Schüler wird aus Warendorf kommen. „Am Tag der offenen Tür gab es lediglich vereinzelte Anfragen aus Telgte und Beelen“, berichtete die Schulleiterin. Und sie macht auf eine Aktion aufmerksam: Zu Beginn des neuen Schuljahres wird es Bus-Paten geben. Das sind Schüler der sechsten Klasse, die die Fünftklässler dann beim Heimweg mit dem Bus an die Hand nehmen. Die Bus-Paten sind übrigens eine Anregung aus der Elternschaft. In Absprache mit den Eltern ist auch die Entscheidung gefallen, der Schule erst in zwei oder drei Jahren einen richtigen Namen zu geben, so lange heißt sie „Städtische Gesamtschule Warendorf“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1472855?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F1792933%2F1793112%2F
Nachrichten-Ticker