Hundegebell verärgert Anwohner
Gutachter stößt auf eklatante Fehler

Milte -

Seit Jahrzehnten wohnen sie in unmittelbarer Nachbarschaft der Funkanlage der Bundeswehr in der Velsener Mark. Nie gab es Probleme zwischen den Anwohnern des östlichen Hesselbrinks und den Nachbarn am hermetisch abgeriegelten Bundeswehrstandort. Bis zum Frühjahr vergangenen Jahres.

Donnerstag, 16.05.2013, 19:00 Uhr
Wachmänner mit Diensthunden bewachen die Funkempfangsanlage der Bundeswehr in Milte. Seit dem Frühjahr ärgerten sich die Anwohner des östlichen Hesselbrinks über nächtliches Bellen der Hunde. Jetzt scheint sich die Situation zu bessern.
Wachmänner mit Diensthunden bewachen die Funkempfangsanlage der Bundeswehr in Milte. Seit dem Frühjahr ärgerten sich die Anwohner des östlichen Hesselbrinks über nächtliches Bellen der Hunde. Jetzt scheint sich die Situation zu bessern. Foto: Brocker

Plötzlich trübte unerträgliches Hundegebell die nachbarschaftliche Idylle. Tag und Nacht kläfften die Wachhunde in unregelmäßigen Abständen. „Etwa alle halbe bis jede Stunde begann einer der Hunde zu bellen, und alle anderen stimmten ein“, erzählt Hesselbrink-Anlieger Ralf Budde . Manchmal habe das Hunde-Rudel dann eine Viertelstunde am Stück lautstark gebellt. Besonders nervtötend sei das nächtliche Kläffen gewesen: „Unser achtjähriger Sohn, der sein Fenster zur Südostseite hat, wird in regelmäßigen Abständen nachts aus dem Schlaf gerissen und kann nicht wieder einschlafen, bis das Hundegebell aufhört, welches manchmal eine halbe Stunde und länger dauern kann“, klagte Budde im Herbst in einem Brief an das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Münster .

Das reagierte 14 Tage später und teilte mit, dass es Veränderungen bei der aus Wachmännern mit Diensthunden bestehenden Zivilwache der Bundeswehr gegeben habe. Alte Hunde seien durch jüngere Tiere ersetzt worden. Die Integration der neuen Hunde in die bestehende Gruppe habe sich schwieriger als erwartet gestaltet, so dass es bei Fütterungen, Streifengängen und Hundeausbildung immer wieder zu gegenseitigem Anbellen gekommen sei.

Auch nachts hätten die Hunde auf Kleintiere, die sich dem Zwinger näherten, mit Bellen reagiert. Budde und seinen Nachbarn wurde rasche Abhilfe durch „kurzfristig umzusetzende organisatorische Maßnahmen“ zugesichert. Die Aussage eines Wachdienstmitarbeiters vor Ort, „das sind Zwingerhunde, die kann man nicht erziehen“, empfanden die Anwohner nicht gerade als hilfreich. Erst als sie drohten, Tierschutzverein und Presse einzuschalten, tat sich etwas.

In Milte erschien, beauftragt von der Bundeswehr, ein Ingenieur, der Lärmmessungen vor Ort durchführte, die Hundehaltung an der Funkempfangsanlage unter die Lupe nahm und dabei auf eklatante Fehler stieß, die für Unruhe im Hunderudel gesorgt hatten und die nicht nur bei Hundekennern für Kopfschütteln sorgen dürften. So hatten die Wachleute Rüden und läufige Hündinnen in einem Zwinger gehalten.

Der Gutachter riet zur Kastration der Tiere. Alle Hunde waren nur einmal am Tag, nämlich morgens um sechs Uhr, gefüttert worden. Prompt hatten sie schon um 5.30 Uhr um Futter gebellt – und die Nachbarschaft geweckt. Inzwischen werden die Tiere zweimal täglich gefüttert.

Ging ein Wachmann auf Streife, nahm er stets einen Hund aus dem Rudel mit. Der Rest bellte den beiden hinterher. Neuerdings, weiß Ralf Budde, werden die Hunde, die mit ihrem Herrchen auf Streife gehen sollen, vorab in eine Einzelbox gesetzt, so dass das Rudel nicht gestört wird.

Diese eigentlich simplen Maßnahmen zeigten nun Wirkung, freut sich Ralf Budde, dessen Familie und Nachbarn jetzt endlich wieder ungestört schlafen können. Neben den „organisatorischen Veränderungen“, so teilte das Presse- und Informationszentrum des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr den Westfälischen Nachrichten bereits im März auf Anfrage mit, sei die Anbringung eines zusätzlichen Sichtschutzes vorgesehen.

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