Anti-Rost-Tagung
Hilfe wird groß geschrieben

WARENDORF -

Der Wasserhahn tropft, das Fenster klemmt oder ein Brandmelder muss angebracht werden. Für Senioren sind solche Minireparaturen schon mit großem Aufwand verbunden. Oft fehlt auch das nötige Kleingeld für Werkzeug und Ersatzteile. Seit drei Jahren gibt es jedoch die „rettenden Engel“ der Initiative „Anti Rost Warendorf“. Die handwerklich versierten Frauen und Männer, selbst im Rentenalter, helfen dort, wo früher Familie, Bekannte oder Nachbarn zur Hand gingen. Völlig ehrenamtlich. Ihr Lohn sind die dankbaren Augen der Menschen in Not.

Donnerstag, 06.06.2013, 22:06 Uhr

Warendorfs stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser und Franz-Ludwig Blömker von der Akademie Ehrenamt Warendorf würdigten das große ehrenamtliche Engagement und das praktizierte Prinzip Nächstenliebe der „Anti Rost“- Helfer“. Wolfgang Schröder hilft bereits seit 1998 ehrenamtlich. Über 3000 Euro hat er bislang in seine Arbeit hineingesteckt. Zum Wohle von fremden Menschen, die Hilfe benötigten. Er gehört neben Wilfried Mutz zu den Köpfen der Warendorfer „Anti-Rostler“. Beide wollen jetzt in Warendorf einen gemeinnützigen Verein gründen. Unter dem Namen „Anti-Rost-Initiativen-Kreis Warendorf e.V.“ sollen alle Initiativen in der Region verbunden werden. Sie sollen gleichzeitig unfall- und haftlichtversichert sein. Noch vor den Sommerferien soll ein Treffen mit dem Runden Tisch anberaumt werden. Damit der Verein auch effektiv arbeiten kann und das karitative Engagement der „Anti-Rostler“ adäquat umgesetzt werden kann, werden noch Sponsoren gesucht. „Wir suchen in Warendorf händeringend Räume für Werkstatt und Büro“, appelliert Schröder an alle Bürger. Er setzt auf soziale Vernetzung. „Wir suchen noch Helfer in Beelen, Freckenhorst und Hoetmar.“ 2012 haben die „Anti-Rostler“ in Warendorf rund 140 Aufträge erledigt, in Sassenberg waren es 16.

Und das Angebot wird deutlich erweitert. So soll ein Sozial-Kaufhaus errichtet werden. Ausrangierte Elektrogeräte werden wieder in Schuss gebracht und kostenlos an Bedürftige (über den Sozialschein) oder gegen eine kleine Spende ausgegeben. In Münster-Mecklenbeck hat Pascal Thüer mit seinem Projekt „liegengeblieben.com“ sehr großen Erfolg, Er bekam jüngst sogar den Dialogpreis für gute Taten 2012 vom Bistum Münster . Warum sollen deshalb im Kreis Warendorf gebrauchte elektronische Geräte weiterhin im Schrank, Keller, oder auf dem Dachboden unnütz verstauben, wenn sie anderen Menschen eine große Hilfe sein können? Die „Anti-Rostler“ arbeiten künftig eng mit Thüer zusammen, um Elektrogeräten eine zweite Chance geben zu können.

Künftig wollen die handwerklich begabten „Engel“ auch alleinerziehenden und bedürftigen Müttern ihre Hilfe anbieten. Dafür müssen ihre Ziele jedoch noch bekannter werden und mehr Sponsoren ins Boot geholt werden. „Wir streben eine größere Vernetzung an. Auch mit den Menschen, welche die sozialen Tafeln besuchen“, erläutert Schröder. Bei ihnen müsse er noch viel Überzeugungsarbeit leisten, da viele von ihnen Berührungsängste hätten.

Bis zu 20 Euro Materialkosten übernehmen die „Anti-Rostler“ bei Reparaturen. Rauchmelder werden an Bedürftige kostenlos abgegeben. Auch Kleinstumzüge werden übernommen. Ein Warendorfer Baumarkt spendiert dafür einen Anhänger.

Bürgermeisterin Doris Kaiser und Franz Ludwig Blömker sind voll des Lobes. Über Kooperationen wird nachgedacht. In einer der nächsten Ratssitzungen kann „Anti Rost“ seine Arbeit vorstellen. In Ostbevern müssen die „Anti-Rostler“ dagegen beim Bürgermeister noch Überzeugungsarbeit leisten. „Für ihn gibt es bereits genug Vereine“, sagt Schröder.

Er hofft, in Warendorf viele Mitstreiter zu finden, die handwerkliches Geschick ehrenamtlich beisteuern, Räumlichkeiten oder Geld- und Sachspenden. „Wir bereiten uns vor auf die große Armutswelle, gerade von Rentnern. Wir wollen helfen, so gut wir können.“ Und wenn alle mit anpacken, wird die Welle vielleicht gar nicht so hoch oder ebbt rechtzeitig wieder ab.

Zu erreichen ist „Anti Rost“ Warendorf von montags bis freitags von 11 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 15 Uhr unter

‚ ✆ 0 25 81 /24 30.

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