Fortbildung auf Italienisch
Denkmalpflege in Venetien

Warendorf/Thiene -

Mitte Mai kam die Zusage: Für Roman Witte, Malermeister im Betrieb von Georg Witte in Warendorf, war die Freude groß. Das verwundert nicht, war er doch einer von deutschlandweit elf ausgewählten Stipendiaten der Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk.

Donnerstag, 29.08.2013, 07:08 Uhr

Am Montag hat Roman Witte sein Stipendium angetreten, das zugleich mit einem verlockenden Reiseziel verbunden ist. Im italienischen Thiene ( Venetien ), zwischen Gardasee und Venedig gelegen, nimmt er bis Mitte November am Europäischen Zentrum für Berufe in der Denkmalpflege an einer europäischen Fortbildungsmaßnahme teil.

„Es ist unheimlich spannend. In unserem Fortbildungskurs sind junge Handwerker aus der ganzen Welt. Gearbeitet wird in vier Amtssprachen und mit der Hilfe von Dolmetschern. Dank der vielen historischen Gebäude hier in der Region werden uns alte Handwerkstechniken direkt am Objekt vermittelt“, berichtet Roman Witte auf WN-Nachfrage per Telefon aus Italien .

Die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk trägt unter Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Kosten für das Fahrtgeld, die Unterkunft, die Verpflegung sowie für die anfallenden Kursgebühren und die Versicherungen in Italien. So ging es am vergangenen Sonntag für den gebürtigen Warendorfer mit dem Zug über Zürich, Mailand und Vincenza nach Thiene.

In über 500 Stunden zieht das Kursprogramm in Norditalien einen spannenden Bogen zwischen Theorie und Praxis in der Denkmalpflege. Für Roman Witte dreht sich jetzt acht Stunden am Tag alles um die Denkmalpflege „Ich habe mich auch in Warendorf immer schon sehr für diese Thema interessiert“, erläutert Witte seine Entscheidung für die Teilnahme an der Fortbildung. Exkursionen im Rahmen der praktischen Arbeit, unter anderem nach Florenz, stehen für ihn ebenfalls auf dem „Dreimonats-Plan“. Keine Frage, dass es dabei täglich sehr international zugeht. Die Lehrer sind im In- und Ausland anerkannte Dozenten, Handwerksmeister und Restauratoren und arbeiten mit Dolmetschern in den Sprachen Französisch, Englisch, Deutsch und Italienisch zusammen.

Natürlich musste Roman Witte auch einiges an Rüstzeug mit einbringen für dieses Stipendium – eine handwerkliche Ausbildung mit dem Abschluss als Geselle oder Meister oder eine vergleichbare akademische Ausbildung und mindestens ein Jahr praktische Erfahrung in der Denkmalpflege sind nötig.

Zusätzlich muss mindestens eine der vier Zentrumssprachen verstanden und gesprochen werden.

Seine Ausbildung absolvierte Roman Witte im Unternehmen seines Onkel Georg Witte . Auch den Abschluss als Malermeister hat er bereits in der Tasche. Im Betrieb von Georg Witte, der bereits von seinem Vater, ebenfalls Georg Witte, 1954 gegründet wurde, arbeitet die junge Generation schon kräftig mit und ist zugleich offen für neue Wege in der Fortbildung. Mit seinen beiden Neffen, Roman und Jan Witte und weiteren 40 Mitarbeitern führt Georg Witte den Malermeisterbetrieb, den er 1989 vom Vater übernommen hat. Während Neffe Roman nun das Fortbildungsprogramm in Italien absolviert, macht Neffe Jan zur Zeit gerade seinen Betriebswirt des Handwerks.

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