Grüne diskutieren Alternativen zu Ausbauplänen
B 64 und Bahn optimieren

Warendorf -

„Mögen andere nach neuen Straßen schreien – wir Grünen sind anderen Leitlinien verpflichtet“, betonte Albert Leendertse. Bei der Kreismitgliederversammlung der Grünen sprach der Schriftführer der Interessengemeinschaft Warendorf-Süd (IWS) über das heikle Thema B 64n.

Freitag, 06.09.2013, 10:09 Uhr

„Es ist eine Verharmlosung, wenn in Warendorf nur von einer Ortsumgehung gesprochen wird.“ Im Zusammenhang mit weiteren angedachten Bauprojekten dränge sich der Verdacht auf, es handele sich vielmehr um ein Teilstück einer autobahnähnlichen Schnellstraße zwischen dem Wirtschaftsraum Münster und Ostwestfalen.

Dem pflichtete Udo Gohl bei. Das Verkehrsaufkommen sei zwischen den Jahren 2000 und 2010 gesunken. Egal, ob in Warendorf, zwischen Warendorf und Beelen oder zwischen Beelen und Clarholz gezählt wurde. Nur in Raestrup weise die Verkehrszählung einen Anstieg aus. „Im Grunde ist klar, dass diese Straße planlos, sinnlos und unfinanzierbar ist. Man kann darüber diskutieren, in wieweit die B 64 optimiert werden kann. Aber für die Wirtschaftsregion und für die Verbindung Münster-Bielefeld macht die B 64n keinen Sinn.“

Umso mehr freut sich das Duo über enge Beziehungen zu Bürgerinitiativen in Beelen und Clarholz, die sich ebenfalls gegen Ortsumgehungen wehren. „Aber wir sind ein wenig die Schmuddelkinder, mit denen man nicht so gerne spricht.“ Immerhin verzeichne die Initiative in Beelen erste Fortschritte und stehe in Kontakt zu Straßen-NRW.

Besonders die Freckenhorster und die Anrainer der B 64 in Warendorf würden in diesem Konflikt instrumentalisiert. Wer nachts von Lkw-Geräuschen aus dem Schlaf gerissen werde, sei verständlicherweise für die B 64n, ohne sich Alternativen anzuhören. Die Kombination aus B 64n und L 547n löse aber nicht das eigentliche Problem Freckenhorsts, ist sich Leendertse sicher.

Einen Ansatz zur Entschärfung präsentierte Alexander Ringbeck, Direktkandidat der Grünen für den Bundestag. Es gelte, die Bahnstrecke Rheda-Münster zu stärken. Ein Anwesender stimmte dem zu, gab aber zu bedenken, dass der Zug wegen der langen Fahrtzeit keine echte Alternative sei. Erst, wenn weitere unbefestigte Bahnübergänge gesichert oder geschlossen worden seien, könne der Zug die Strecke schneller passieren.

Kreissprecherin Raphaela Blümer warb für den Ausbau und die intensivere Nutzung des ÖPNV.

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