Regierungspräsident besucht Freckenhorster Werkstätten
Chance der Eingliederung diskutiert

Freckenhorst -

Welche besondere Berücksichtigung braucht der Übergang von der Schule in den Beruf für Menschen mit schweren Behinderungen? Über die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe und zur Umsetzung von Inklusionsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen sprach Regierungspräsident Professor Dr. Reinhard Klenke anlässlich seines Besuches in der Hauptstelle der Freckenhorster Werkstätten in Warendorf-Freckenhorst mit Vorständen und leitenden Mitarbeitern des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf.

Montag, 09.09.2013, 17:09 Uhr

Als Regierungspräsident ist Klenke unter anderem Chef der oberen Schulaufsichtsbehörde. In diesem Zusammenhang besucht er derzeit gemeinsam mit Schulabteilungsleiter Wolfgang Weber Integrationsbetriebe und Werkstätten , um sich vom Erfolg der Bemühungen und Initiativen vor Ort ein realistisches Bild zu verschaffen und mit den Fachleuten über notwendige Weiterentwicklungen der Konzepte zu sprechen.

Die Freckenhorster Werkstätten bieten im Kreis Warendorf aktuell für 1433 Menschen mit Behinderungen adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten, die auf dem freien Arbeitsmarkt eine solche nicht gefunden haben. Vielfach stelle sich beim Besuch der Förderschule heraus, dass es für die jungen Menschen kaum eine Alternative zu einem Arbeitsplatz in einer anerkannten Behindertenwerkstatt gibt.

Klenke betonte, dass er ein Befürworter der Inklusion von Menschen mit Behinderungen sei – auch im Schulbereich. Andererseits zeigte er sich in der Diskussion überzeugt, dass es für bestimmte Bedarfe auch zukünftig Förderschulen geben müsse, sie würden nicht überflüssig. Klenke: Es komme auf umsichtiges Vorgehen im Einzelfall an.

Dem konnten die anwesenden Schulleiter der Caritas-Förderschulen im Kreis Warendorf, Thomas Feldmann und Josef Niehenke, nur zustimmen. Kein Programm könne erfolgreich inklusiv sein, wenn nicht der individuelle Bedarf jedes jungen Menschen mit seiner – gleich wie gearteten – Behinderung zur Grundlage der Planungen gemacht werde.

Für die Vermittlung von Förderschülern im Kreis Warendorf oder andere Maßnahmen zur Qualifizierung des Übergangs Schule/Beruf konnten die Schulleiter über gute Beispiele an beiden Schulen berichten. Auch für die Inklusion von Schülern mit erhöhtem Förderbedarf gebe es gute Einzelbeispiele in der Kooperation mit Grundschulen, wenn in jedem Einzelfall Integrationshelfer an den Regelschulen tätig werden.

Caritasvorstand Herbert Kraft ergänzte, dass der Caritasverband aktuell mit Unterstützung der Aktion Mensch auch in diesem Bereich weiter am Ball bleibe.

Der Diskussion war ein Rundgang durch die Abteilungen der Hauptstelle in der Freckenhorster Werkstätten vorausgegangen.

Etwa ein Drittel der Beschäftigten, so berichtete Werkstätten-Geschäftsführer Antonius Wolters, lebt mit einer psychischen Behinderung und kann deshalb den Erfordernissen eines freien Arbeitsplatzes nicht gerecht werden. Mi Besorgnis beobachte er, dass jedes Jahr die Zahl der Menschen ansteigt, die nur in anerkannten Werkstätten eine adäquate Arbeit finden. Besonders hervorzuheben sei dabei der Anteil der Menschen mit psychischen Erkrankungen, deren Zahl noch immer überdimensional ansteige.

Dass Werkstattplätze für Menschen mit schweren Behinderungen auch in Zukunft nicht überflüssig werden, das bestätigten die Beschäftigten. Sie betonten, wie wichtig der Arbeitsplatz für sie ist und dass sie sehr gern dort arbeiten.

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