Das Freckenhorster Kreuz aus Granit
Grabsteine mit der Flex bearbeitet

Freckenhorst -

Nicht, dass Raimund Bieckmann ein Grufti wäre, der seinen Garten zu einem Friedhof umgestalten wollte. Aber als er die Aufforderung erhielt, die Gräber seines Großvaters, seiner Mutter und einer Tante abzuräumen, wollte er die wertvollen Grabsteine nicht einfach entsorgen. Weil das Recycling solcher Steine sich nicht rentiert, wären sie normalerweise ein Fall für den Brecher gewesen. „Das“, findet Bieckmann, „wäre zu schade gewesen.“

Samstag, 23.11.2013, 15:11 Uhr

Raimund Bieckmann wuchtet das schwere Granitkreuz in Richtung Kamera. „Der Oppa“, sagt er augenzwinkernd, „war auch schwer. Das hier war sein Grabstein .“ Tatsächlich, die Inschrift „ Jürgens “ – Bieckmanns Großvater war Hermann Jürgens – ist auf dem frisch polierten Stein noch gut zu erkennen.

Nicht, dass Bieckmann ein Grufti wäre, der seinen Garten zu einem Friedhof umgestalten wollte. Aber als er die Aufforderung erhielt, die Gräber seines Großvaters, seiner Mutter und einer Tante abzuräumen, wollte er die wertvollen Grabsteine nicht einfach entsorgen. Weil das Recycling solcher Steine sich nicht rentiert, wären sie normalerweise ein Fall für den Brecher gewesen. „Das“, findet Bieckmann, „wäre zu schade gewesen.“

So fuhr der gelernte Maurer mit einem Minibagger auf den Alten Friedhof, lud zwei Grabsteine aus Granit und einen aus Marmor auf einen Hänger und schaffte sie in seine Werkstatt an der Westkirchener Straße .

Gemeinsam mit seinem Freund Dennis Hinkerode machte sich der 48-Jährige daran, die Steine zu bearbeiten. Aus einem Granit schuf er das Eiserne Kreuz. „Weil“, so der freischaffende Künstler, „ich Mitglied der Soldatenkameradschaft bin.“ Aus den übrigen Steinen gestaltete er mit Hilfe eines Kernbohrgerätes das Freckenhorster Kreuz in fünffacher Ausführung. Mit einer Flex wurden Ecken und Kanten geschliffen. Danach wurden die Kreuze ausgiebig poliert. Ein Arbeitstag stecke in jedem der Unikate, sagt Bieckmann, aus dessen Werkstatt auch die Pielepoggen stammen, die an Festtagen die Fahnenmasten an der Westkirchener Straße schmücken. Gerade erst hat der geschickte Handwerker niedliche Pielepoggen-Schlüsselanhänger hergestellt, die bei ihm gegen eine kleine Aufwandsentschädigung zu bekommen sind. Geht es nach Bieckmann, könnte eines der Kreuze in einem Freckenhorster Park aufgestellt werden: „Ich würde es gerne stiften.“ Die übrigen Kreuze möchte er auf dem Kunstmarkt anlässlich des Krüßingfestes im Mai anbieten. Neben Windlichtern, die der Hobbykünstler aus den als „Abfall“ angefallenen Granit- und Marmorkernen der Grabsteine herstellt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2054936?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F1792933%2F2130940%2F
Nachrichten-Ticker