einfachmalpunktmachen.de
Schreiben, was bewegt

Warendorf -

Ein großer Raum, auf den Tischen Laptops, davor sitzen Redakteure und tippen Texte, andere zeigen sich gegenseitig Dinge auf dem iPad. Überall liegen große Plakate mit Ideen für Texte herum, Ideen werden ausgetauscht – so sieht eine Redaktionssitzung des Internetprojekts „einfachmalpunktmachen.de“ aus.

Samstag, 30.11.2013, 06:11 Uhr

Das Besondere: Fast alle, die in dieser Redaktion arbeiten, haben eine Behinderung. Die Redaktion und die dazugehörige Webseite sind ein Projekt der Caritas und seit dem Start 2011 Teil der Bemühungen um mehr Inklusion. „Menschen mit Behinderung haben schlechte Chancen, sich darzustellen“, sagt Josef Niehenke , Leiter der Heinrich-Tellen-Schule und des Projekts. „Also nutzen wir die Schriftform als Medium.“ Auf ihrer Webseite schreiben die rund 30 Teilnehmer des Projekts, was sie bewegt, was sie mögen, was sie erleben. Der Fußball ist dort ebenso Thema wie die Urlaubsreise oder Interna aus der Redaktion.

Die Redakteure arbeiten anders und auf ihre Weise. Die Texte sind in so genannter „Leichter Sprache“ verfasst (siehe Infokasten und auch den nebenstehenden Text, in dem dieser Artikel in die Leichte Sprache „übersetzt“ wird).

Zum einen, um sie für ihre Leser leicht verständlich zu machen, zum anderen, weil viele der Redakteure Probleme mit der vermeintlich „normalen“ Schriftsprache haben. „Wir üben hier kreatives Schreiben“, sagt Niehenke, „leicht und auf den Punkt. Damit fördern wir die soziale Teilhabe.“ Für ihre Geschichten gehen die Reporter raus, sie machen Fotos und holen Informationen ein. Das machen sie aber nicht hauptberuflich, sie arbeiten eigentlich in Einrichtungen wie den Freckenhorster Werkstätten oder besuchen die Heinrich-Tellen-Schule. Ihre Webseite bauen sie nebenbei, aber sie treffen sich regelmäßig zu Workshops.

Dort geht es nicht nur um das Schreiben und die Recherche, sondern auch um die Technik. Wie schießt man Fotos? Wie kommen diese Fotos auf die Webseite? Wie kann man einen Text nachträglich bearbeiten? All diese Fragen werden gemeinsam erarbeitet und beantwortet. Ganz nach dem Redaktionsmotto: „Keiner kann nichts, keiner kann alles“.

Und die Perspektive? „Vielleicht ist es langfristig möglich, ein Büro für „Leichte Sprache“ zu gründen und Übersetzungsdienste anzubieten“, sagt Niehenke, „aber erst einmal kümmern wir uns um unsere Webseite“. Sie ist zu erreichen unter:

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