Belastetes Grundwasser
Wie gefährlich ist das Zeug?

Warendorf -

Bei ständiger Aufnahme besteht ein erhöhtes Risiko für Leber- und Nierenschäden. Außerdem besteht der Verdacht, das die Substanz krebserregend sein kann. Während das Gesundheitsamt des Kreises vorsorglich davor warnt, das Brunnenwasser zu trinken, darin zu planschen oder damit Obst und Gemüse im Garten zu bewässern, sieht das Umweltamt des Kreises die Lage entspannter. „Der Rasen kann problemlos weiter bewässert werden“, betont Friedrich Gnerlich, Dezernent für Bauen und Umwelt des Kreises Warendorf, gegenüber unserer Zeitung. Menschen, Flora und Fauna würden nicht beeinträchtigt.

Samstag, 09.11.2013, 10:11 Uhr

Tetrachlorethen heißt das Lösungsmittel, das sich im Warendorfer Norden im Erdreich befindet. Der Stoff ist biologisch schwer abbaubar und mobil. Er wandert mit dem Grundwasser über weite Strecken. Deshalb werden regelmäßig Bodenmessungen durchgeführt. Der Verlauf der Schadstofffahne ist bekannt. Was die Anwohner, unter deren Grundstücken in zwei bis 20 Metern Tiefe die Schadstoffahne ab 2015 verlauft, brennend interessiert: Wie gefährlich ist dieses Zeug?

Bei ständiger Aufnahme besteht ein erhöhtes Risiko für Leber- und Nierenschäden . Außerdem besteht der Verdacht, das die Substanz krebserregend sein kann. Während das Gesundheitsamt des Kreises vorsorglich davor warnt, das Brunnenwasser zu trinken, darin zu planschen oder damit Obst und Gemüse im Garten zu bewässern, sieht das Umweltamt des Kreises die Lage entspannter. „Der Rasen kann problemlos weiter bewässert werden“, betont Friedrich Gnerlich , Dezernent für Bauen und Umwelt des Kreises Warendorf , gegenüber unserer Zeitung. Menschen, Flora und Fauna würden nicht beeinträchtigt. Das Landschaftsschutzgebiet, an dem die Schadstoffahne vorbei in Richtung Ems wandert, sei nicht betroffen, unterstreicht Reinhard Winkelkötter vom Amt für Umweltschutz.

Die Umweltexperten des Kreises gehen davon aus, dass sich die maximale Belastung von 800 Mikrogramm pro Liter in 50 Jahren auf 20 Mikrogramm pro Liter reduziert hat. Der Grenzwert liegt laut Trinkwasserverordnung bei 10 Mikrogramm pro Liter. „Von dieser Konzentrationsmenge könnte ein Mensch 70 Jahre lang jeden Tag unbedenklich zwei Liter trinken“, macht Reinhard Winkelkötter deutlich. Und er nennt noch einen Wert, den das Umweltbundesamt außerhalb der Trinkwasserverordnung für eine befristete Überschreitung des Grenzwertes herausgegebenen hat, wenn kein Anschluss ans öffentliche Trinkwassernetz besteht: Ein Erwachsener könnte drei Jahre lang 1000 Mikrogramm dieses belasteten Wasser trinken, ohne eine Gefährdung befürchten zu müssen. Für Säuglinge und Kleinkinder liegt der Wert bei 200 Mikrogramm.

Damit das Ganze keinen falschen Zungenschlag bekommt. Die Umweltexperten wollen die Situation auf keinen Fall verharmlosen. Jedoch gegenüber anderen Schadstofffällen in NRW seien das im Warendorfer Norden minimale Belastungen. Eine Gefahr für den Menschen sieht das Umweltamt nicht. „Natürlich möchten auch wir eine Sanierung, doch ohne finanzielle Hilfestellung ist das nicht möglich“, betont Friedrich Gnerlich. Ein Anschluss ans öffentliche Wassernetz der Stadt werde für die 39 betroffenen Haushalte auf jeden Fall notwendig sein.

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