Volkstrauertag
Frieden ist nicht selbstverständlich

Warendorf -

Blasmusik schallt an diesem nebeligen Novembermorgen durch Milte. Ein Zug aus verschiedenen Vereinen – Reitverein, Kolping, Schützen und Ehrengarde, Freiwillige Feuerwehr, Fanfarenzug und Kameradschaft ehemaliger Soldaten – marschiert von der Gaststätte Biedendieck zum Ehrenmal, wo schon viele Besucher warten. Dort angekommen, legen die Abordnungen vor dem Denkmal einen Kranz nieder, stellen sich in Reih und Glied auf, während die Stadtkapelle Warendorf den ersten Choral anstimmt.

Sonntag, 17.11.2013, 16:11 Uhr

„Dies ist ein Tag des Innehaltens, an dem wir uns bewusst werden sollten, dass Frieden und Freiheit auch heute keine Selbstverständlichkeiten sind – auch, wenn es uns oft so scheinen mag“, mahnt Karl-Josef Laumann , der CDU-Fraktionsvorsitzende im nordrhein-westfälischen Landtag. Zusammen mit Astrid Birkenhahn und Markus Pletzing ist er der Einladung der Kameradschaft ehemaliger Soldaten gefolgt, beim Volkstrauertag aller weltweiten Kriegsopfer, Zivilisten wie Soldaten, mit einer Ansprache zu gedenken. Erinnert wird an das große Leid, das Kriege über die Menschen bringen – das ist der entscheidende Unterschied zu den Gedenktagen in der Weimarer Republik oder zu den „Heldentagen“ zur Zeit des Nationalsozialismus.

In Milte kamen während des ersten Weltkriegs 39 Menschen ums Leben, im zweiten Weltkrieg belief sich die Zahl der Opfer auf weit über 100. Bei der damaligen Einwohnerzahl war das jeder zehnte.

Nach dem Krieg habe man in Deutschland allerdings aus diesen Gräueln die richtigen Schlüsse gezogen: Mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Eisen wurden nicht nur erste Schritte in Richtung Europäische Union gemacht, sondern das verhinderte auch ein neuerliches Aufrüsten.

„ Wir haben Glück, jetzt zu leben. Seit beinahe 70 Jahren herrschen in Deutschland Frieden und materieller Wohlstand. Ich wünsche mir, dass unser Land weiter so gedeiht“, sagt Karl-Josef Laumann. Dafür sei es nötig, die demokratische Kultur auch in Zukunft zu pflegen, das heiße vor allem: „Wählen gehen!“

Nach einem zweiten Choral und der Kranzniederlegung endete die Gedenkveranstaltung.

Bei der Veranstaltung in Warendorf zogen die Abordnungen zur Gedächtniskapelle an der Marienkirche, wo sie einen Kranz niederlegten. Hier hielt der stellvertretende Bürgermeister Klaus Artmann die Gedenkrede.

In Freckenhorst hielt der Direktor der Landvolkshochschule, Michael Gennert, die Ansprache. Begleitet wurde die Veranstaltung vom Orchesterverein und dem Männergesangsverein Freckenhorst-Hoetmar.

In Hoetmar, wo die Kameradschaft ehemaliger Soldaten eingeladen hatte, sprach Bürgermeister Jochen Walter und gedachte der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, musikalisch umrahmt vom Orchsterverein und dem Pfarrcäcilienchor.

In Einen-Müssingen begleiteten der Spielmannszug St. Georg und der Emschor das Gedenken auf dem Friedhof.

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