Weihnachtswäldchen mit polnischer Beteiligung
Körbe unterm Tannenbaum

Warendorf -

Nach dem zehnten Weihnachtsmarktbesuch schmecken selbst dem größten Liebhaber Bratwurst, gebratene Champignons und Co. nur noch halb so gut. Ein wenig Abwechslung dürfte da durchaus willkommen sein. Wie wäre es zum Beispiel mit Bigos, dem polnischen Nationalgericht, als Alternative? Angeregt durch die Partnerschaft mit der Stadt Olesnica, organisierte der Deutsch-Polnische Freundeskreis ein polnisches Wochenende im Weihnachtswäldchen.

Sonntag, 15.12.2013, 21:12 Uhr

In diesem Rahmen zauberte der Vorsitzende Adalbert Wojtakowski den beliebten Krauttopf, den Andre Pöppelmann an seinem Stand allen Probierfreudigen zum Verkosten anbot. Die Spezialität besteht zu gleichen Teilen aus Weißkohl und Sauerkraut. Dazu kommt eher fetthaltiges Schweinefleisch vom Nacken und Bauch. „Umso fettiger das Fleisch, desto besser schmeckt es“, weiß der Koch.

Zusammen mit Kohlwurst, Möhren, Sellerie, Zwiebeln und ordentlich gewürzt mit Salz und Pfeffer muss es dann in Ruhe lange köcheln. „Wir haben den Eintopf bei dieser großen Menge zwei Tage ziehen lassen“, erzählt Adalbert Wojtakowski. Bigos sei vor allem ein Gericht für die kalte Jahreszeit, da es schön deftig ist und die polnischen Winter doch ziemlich rau sein können. Wegen der aufwendigen Zubereitung isst man es nicht zweimal die Woche, aber so oft wie möglich. Jede Familie hat ihre eigene Tradition was das Rezept und die richtige Würzung angeht, aber die Grundzutaten sind immer die Gleichen.

Der Weihnachtsmarkt bot außerdem eine gute Gelegenheit, den Warendorfern nicht nur polnisches Essen sondern auch Kunsthandwerk näher zu bringen. Danuta Komuszyna, eine Lebkuchenverziererin, die seit 25 Jahren im Geschäft ist, präsentierte bunt verziertes, selbst gemachtes Gebäck in allen Formen und Größen. Die Dessins richten sich nach der Jahreszeit: Momentan setzt sie eher auf Weihnachtliches, aber zu Ostern gibt es auch Eier und Osterhasen. Manchmal gestaltet sie auch Musikinstrumente wie Gitarren oder Klaviere, weil diese sich so gut zum Verzieren eignen. Ihr Lieblingsdekor sind aber Blumen auf herzförmigen Keksen.

Nicht essbar aber auch sehr dekorativ sind die handgeflochtenen Weidenkörbe von Andrzej und Marek Ilscy. Sie betreiben ihren Stand haupterwerblich und verkaufen nicht nur auf Märkten in Polen , wo die Körbe gerade in den ländlichen Regionen sehr beliebt sind, sondern überall in Europa . Bei der Herstellung verwenden sie Weidenruten, die auf Plantagen in Polen angebaut wurden, und verarbeiten sie mit einer klassischen Flechttechnik. Die helle Farbe erreichen sie, indem sie die Ruten vor dem Flechten mit kochendem Wasser übergießen und die Rinde abziehen.

In den Augen der Weihnachtsmarktbesucher eignet sich wohl beides hervorragend als mehr oder weniger kleine Aufmerksamkeit unterm Christbaum. Sowohl Lebkuchen als auch Weidenkörbe fanden großen Absatz, zur Freude der polnischen Kunsthandwerker und auch Adalbert Wojtakowskis.

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