Stolperstein-Initiative
Weitere Stolpersteine werden verlegt

Warendorf -

Wenn im Oktober erneut Stolpersteine in Warendorf verlegt werden, soll damit erstmals an die „Opfer des Nationalsozialismus aus anderen gesellschaftlichen Bereichen“ erinnert werden. Darauf hat sich die Stolperstein-Initiative bei ihrem ersten Treffen im neuen Jahr geeinigt. Dieses fand am Montag, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, im Martin-Luther-Haus statt.

Dienstag, 28.01.2014, 22:01 Uhr

Nachdem im vergangenen Jahr 20 Stolpersteine für jüdische Familien in der Stadt verlegt worden waren, soll nun an „Euthanasie“-Opfer sowie auch an politische und katholische Opfer des NS-Regimes erinnert werden. Paten, unter ihnen junge Leute, die erst kürzlich nach Warendorf gezogen sind, gebe es genügend, freut sich Matthias M. Ester über die große Resonanz der Bevölkerung.

Zum Kreis der Opfer, derer gedacht werden soll, gehört der Franziskanerpater Elpidius Markötter, der im Warendorfer Kloster lebte und 1942 in der berüchtigten Priesterbaracke des Konzentrationslagers Dachau zu Tode kam.

Einer Liste sogenannter „Euthanasie“-Opfer zufolge sind neben zehn Warendorfern ein Hoetmarer, ein Milter und ein Freckenhorster in Tötungsanstalten umgebracht worden. Das Schicksal dieser Menschen gelte es nun zu recherchieren, sagt Ester. Eine Gruppe der von-Galen-Realschule interessiere sich dabei vor allem für die Geschichte eines ermordeten Jungen aus Warendorf. Die Nachbarschaft Münstertor möchte die Patenschaft über die Stolpersteine für die Familie Spiegel aus der Feldstraße übernehmen, während sich das Mariengymnasium mit der nach Riga deportierten Ella Spiegel beschäftigt. „Riga wird diesmal ein besonderer Schwerpunkt sein“, erläutert Ester. Viele der jüdischen Opfer seien in die heute größte Stadt des Baltikums deportiert worden.

Die evangelische Kirchengemeinde wird sich mit dem Schicksal der fünfköpfigen Familie Julius Anspacher befassen. Die Anspachers lebten in der Langen Kesselstraße Nummer 21 – und damit in Sichtweite des evangelischen Kirchturms. Ein Stolperstein-Pate, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat mit den Anspacher-Söhnen die Schulbank gedrückt. Neben den Schülern des Paul-Spiegel-Berufskollegs möchte sich auch der SPD-Ortsverein an der Aktion beteiligen, indem er recherchiert, ob es in den eigenen Reihen Nachweise für Inhaftierungen von Mitgliedern – und damit politische Verfolgung – gegeben hat. Im Anschluss an die Recherchearbeit, die auch in die Gedenkblätter einfließen wird, machen sich alle Beteiligten Gedanken um die Inschriften, die Verlegung und eine zum Prozedere gehörende Gedenkstunde.

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