„Steter Tropfen“
Warendorf-Wasser sprudelt

Warendorf -

Seit September gibt es in fast alle Kneipen und Restaurants in Warendorf den „Steten Tropfen“. Das ist ein Mineralwasser, bei dem von jeder verkauften Flasche fünf Cent (kleine Flasche) beziehungsweise zehn Cent (große Flasche) für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden. „Wasser für Deine Stadt“ lautet der Slogan. Mit dem Geld sollen also vor allem lokale Projekte unterstützt werden. In Warendorf, wo das ganze Projekt begonnen hat, verwaltet der Verein „DuBiWa“ („Du bist Warendorfer“) die Einnahmen. Inzwischen sind über 9 000 Flaschen, große und kleine, verkauft worden, so dass die Verantwortlichen jetzt ein erstes Fazit ziehen konnten und Gelder verteilt haben.

Dienstag, 28.01.2014, 00:00 Uhr aktualisiert: 28.01.2014, 18:06 Uhr

Der reine Verkaufserlös liegt seit dem Start des Projekts bei rund 630 Euro, aber das Unternehmen „Marien Getränke“, das das Wasser abfüllt und vertreibt, hat die Summe fast verdoppelt. „Auf 1 201 Euro, nach dem Gründungsjahr der Stadt Warendorf“, sagt Vertriebsleiter Benjamin Kulemann . Die Hälfte davon geht wiederum an die Warendorfer Bürgerstiftung. Nicht einmalig, sondern dauerhaft, die Bürgerstiftung ist jetzt Kooperationspartner von DuBiWa. Denn der Verein möchte weniger eigene Projekte starten, als vielmehr Gelder generieren, um damit gemeinnützige Zwecke zu unterstützen. Bei der Bürgerstiftung ist das zum einen die „Musik in Seniorenheimen“, die in Kürze startet, und zum anderen das Neubürger-Frühstück, das im Frühjahr stattfinden wird. „Wir sind stark auf Spenden angewiesen und freuen uns sehr über das Geld“, sagt Werner Grage, Vertreter der Stiftung.

Mit der anderen Hälfte des Geldes veranstaltet DuBiWa am 6. April, einem verkaufsoffenen Sonntag, einen Kinder-Kino-Tag im Theater am Wall. Das soll der Auftakt zu vielen weiteren Aktionen werden, die DuBiWa in Zukunft unterstützen möchte. Um die alle stemmen zu können, müssen die Einnahmen allerdings weiter steigen. Initiator Christian Baggeroer ist daher nach dem ersten halben Jahr „zufrieden, aber nicht glücklich“. Er wünscht sich, dass sich das Wasser noch weiter verbreitet. „Die Gastronomen müssen mitziehen, und die Gäste müssen es bestellen“, sagt er.

Fast alle Warendorfer Kneipen und Restaurants haben das Wasser im Angebot, aber es wird sehr unterschiedlich beworben. Bei einigen Gastronomen ist es das „Hauswasser“, bei anderem wiederum bekommt man es nur auf Nachfrage. Und auch Unternehmen und Behörden haben Baggeroer und seine Vereinskameraden im Blick. „Es wäre doch schön, wenn man in Besprechungen mit dem Wasser gleich einen guten Zweck unterstützen könnte“, sagt Baggeroer. Ein anderes Beispiel ist der Neujahresempfang. Eigentlich ein schöner Anlass, das Wasser auszuschenken und bekannter zu machen.

Immerhin, es sieht so aus, als könnten die Warendorfer im nächsten Jahr in den Genuss kommen. Denn das Theater am Wall wird ab sofort nur noch das Warendorf-Wasser ausschenken. Vielleicht ist das die Initialzündung, damit andere nachziehen. Den „Steten Tropfen“ gibt es schließlich bei jedem gut sortierten Großhändler – aber weiterhin nicht im Einzelhandel.

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