Hessel wird renaturiert
Paradies für Pflanzen und Tiere

Milte -

Am Mittwoch rollten die Bagger an. Ab heute sollen sie ein ursprünglich als ökologische Ausgleichsfläche für den zweiten Bauabschnitt Königstal vorgesehenes 12 500 Quadratmeter großes Areal unterhalb des Hesselbrink in ein Paradies für Pflanzen und Tiere verwandeln.

Donnerstag, 27.02.2014, 04:02 Uhr

Nach Entfernen des Sohlabsturzes in der Hessel , Aufweitung und Strukturierung der Sohle sowie Einbringen von Totholz soll sich die Fläche am „Hesselkamp“, wo sich heute schon die Regenrückhaltemulde Königstal befindet, „zu einem naturnahen Fließgewässer mit periodisch überfluteten Auenflächen entwickeln.“ Das erläuterte Dominik Starke , Mitarbeiter des Baubetriebshofes, gestern bei einem Ortstermin.

An diesem nahmen neben Baudirektor Peter Pesch, Vertreter der Bezirksregierung, der Unteren Wasserbehörde und der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Warendorf, des Wasser- und Bodenverbandes, des Planungsbüros Schmelzer (Ibbenbüren) und der bauausführenden Firma Stückenschneider (Greven) teil, die den dreijährigen Entwurfs- und Planungsprozess begleitet hatten. Damit die Bürger die Entwicklung der Sekundäraue unterhalb des Hesselbrink mitverfolgen können, soll ein geschotterter Rundweg angelegt werden.

Neben der Herstellung eines ökologisch sehr hochwertigen Biotops gebe es weitere Synergieeffekte, wie die Herstellung der Durchgängigkeit des Gewässers und die Verbesserung der Gewässerstruktur, berichtete Starke. Gerrit Grannemann , Mitarbeiter der Bezirksregierung, verwies auf die Verbindung von Naturschutz und Wasserrahmenrichtlinie. Die Bezirksregierung fördere die Renaturierungsmaßnahme im Zuge der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Deren Ziel ist es, europaweit die Qualität der Oberflächengewässer und des Grundwassers deutlich zu verbessern.

So haben sich die Mitgliedsländer der EU verpflichtet, alle Anstrengungen zu unternehmen, bis 2015 einen „guten Zustand“ in allen oberirdischen Gewässern und im Grundwasser zu erreichen. Die 235 000 Euro teure Renaturierungsmaßnahme werde zu 80 Prozent mit Mitteln aus dem Programm „Lebendige Gewässer“ des Landes NRW gefördert, berichtete Grannemann. Die restlichen 20 Prozent sind laut Baudezernent Peter Pesch städtische Anteile aus dem Topf der Ersatzzahlungen für ökologische Ausgleichsflächen. Friedhelm Schmidt, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes, kündigte ein weiteres Renaturierungsprojekt in unmittelbarer Nachbarschaft an. Die Bundeswehr habe sich im Zuge von Baumaßnahmen an der Bundeswehrsportschule und an der Funkstation zu Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet und werde diese – nach Absprache mit dem Wasser- und Bodenverband Nord – an der Hessel, unweit der Funkstation, verwirklichen.

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