Beitragserhöhungen des kfd-Diözesanverbandes
Kontraproduktive Diskussionen

Warendorf -

Schwere Geschütze hatte Bianca di Palma-Wallendorf, Vorsitzende der kfd St. Bartholomäus in Einen-Müssingen, aufgefahren, als sie vergangene Woche in der Mitgliederversammlung der kfd in Einen-Müssingen gegen die Beitragserhöhungen des kfd Diözesanverbandes wetterte, die Begründungen für die Erhöhung von 1,10 auf 5,05 Euro in Frage stellte; und schließlich den Ausstieg des Teams aus der kfd ankündigte – für den Fall, dass der Verband trotz des Protests aus Einen-Müssingen an der zu 2015 geplanten 25-prozentigen Beitragserhöhung festhalte. Eine Reaktion, die für den Diözesanverband in Münster, der sich nun um Schadensbegrenzung bemüht, nicht nachvollziehbar ist.

Mittwoch, 12.03.2014, 07:03 Uhr

Anne Halbuer, Mitglied des siebenköpfigen Diözesanverbandes und Sprecherin der Katholischen Landfrauenbewegung (KLFB) im Bistum Münster, hat bereits Kontakt zum Team in Einen-Müssingen aufgenommen und will auch ein klärendes Gespräch mit den kfd-Mitgliedern vor Ort führen.

Die notwendige – und ununausweichliche – Anpassung des Mitgliedsbeitrages, die 125 000 Frauen im Bistum betrifft, sei schon seit 2012 kommuniziert worden, unter anderem in zwei Studientagungen sowie im Februar 2013 im Diözesanausschuss, stellt Judith Everding , Vorsitzende des kfd Diözesanverbandes, klar. In diesem Ausschuss hätten sich die von der Basis gewählten Delegierten mit der Finanzsituation des Diözesanverbandes beschäftigt. Dieser sei 2007 vom Bistum outgesourct worden, erläutert Everding. Die sieben ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen seien damit Arbeitgeber geworden, ergänzt Ute Albrecht, geistliche Leiterin. Und plötzlich musste der Verband, dessen Finanzierung auf drei Säulen basiert – Bistumszuschüsse, die stetig minimiert wurden, Mitgliedsbeiträge und Produkte, die die kfd verkauft (Bildungsveranstaltungen, die über das Weiterbildungsgesetz refinanziert werden) – Kosten für Büromaterialien, Referentinnen und Sekretärinnen selbst tragen. „Bis 2012“, sagt Albrecht, „hat uns das Bistum bei den Personalkosten noch unter die Arme gegriffen.“ Mit der Beitragserhöhung reagiere der Diözesanverband nun auf die allgemeine Kostensteigerung und die demografiebedingt sinkenden Mitgliedszahlen. In Dekanats- und Kreisdekanats-Konferenzen sei die Situation genau dargelegt worden. Die Teamsprecherin aus Einen-Müssingen habe an den Dekanats-Konferenzen allerdings nicht teilgenommen und auch nach Erhalt des Informationsbriefes, in dem der Diözesanverband Unterstützung und Beratung zum Thema angeboten hatte, bedauerlicherweise keine Hilfe in Anspruch genommen. „Es gibt auch eine Informations-Holschuld“, findet Andrea Nieman, PR-Referentin des Diözesanverbandes.

Diskussionen, wie sie derzeit in Einen-Müssingen geführt würden, seien jedenfalls kontraproduktiv. Unterstützt durch einen Coach arbeitet der Verband seit mehr als drei Jahren an seiner Zukunft. „Wir wollten nicht einen sterbenden Verband zu Ende verwalten“, begründet Ute Albrecht die Einstellung der PR-Beraterin, die die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert, und die Entwicklung eines Modellprojektes, mit dem auf veränderte Strukturen in den meist ländlich geprägten Gemeinden vor Ort reagiert werden kann. Mit einer gezielten Kampagne soll zudem aktive Mitgliederwerbung betrieben werden.

Ein wesentliches Anliegen der kfd ist und bleibt die Verbesserung der Situation von Frauen in verschiedenen Lebensphasen und -lagen. Würden nur fünf oder sechs kfd-Frauengemeinschaften dem Verband den Rücken kehren, warnen Judith Everding und ihre Mitstreiterinnen, schwäche das dessen eigentlich starke Stimme.

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