Potthoff: Prozessauftakt vor dem Arbeitsgericht
Das Tischtuch ist zerschnitten

Warendorf -

Wie das Verfahren schlussendlich ausgeht, ist offen. Deutlich ist eigentlich nur eins: Das Tischtuch zwischen Beate Potthoff, der langjährigen Warendorfer Tourismus-Chefin, und Bürgermeister Jochen Walter ist zerschnitten. Das zeigte sich gestern vor dem Arbeitsgericht in Münster

Samstag, 12.04.2014, 06:04 Uhr

Wie das Verfahren schlussendlich ausgeht, ist offen. Deutlich ist eigentlich nur eins: Das Tischtuch zwischen Beate Potthoff , der langjährigen Warendorfer Tourismus-Chefin, und Bürgermeister Jochen Walter ist zerschnitten. Dass es noch zu flicken wäre, erscheint unwahrscheinlich.

Walter, der in Personalunion auch Geschäftsführer der Warendorf Marketing GmbH ist, und Potthoff saßen sich gestern mitsamt ihren Anwälten Michael Amsbeck und Joseph Rohde vor dem Arbeitsgericht in Münster gegenüber. Potthoff klagt gegen ihre Kündigung, die Walter ausgesprochen hat, und auf Wiedereinstellung in die Funktion als „Ressortleiterin Tourismus“ in der Marketing GmbH.

Gut eine Stunde lang wurde verhandelt, dann zogen sich Arbeitsrichter Dr. Gerding und seine beiden Schöffen zur Beratung zurück. Ein Ergebnis gibt es noch nicht. In drei bis vier Monaten werden sich die Kontrahenten wohl zu einer weiteren Verhandlung treffen.

Worum geht es in der Auseinandersetzung? Die Pro­bleme zwischen Walter und Potthoff begannen im vergangenen Jahr und bekamen mit einer Abmahnung erstmals rechtlich relevanten Charakter. Das eskalierte: Walter stellte die Tourismus-Chefin von der Arbeit frei. Dann folgte eine fristlose, schließlich die ordentliche Kündigung.

Dagegen geht Potthoff vor. Sowohl die Abmahnung als auch die beiden Kündigungen seien ungerechtfertigt. Sie will weiter ihren Job machen und lehnte – wie schon zuvor – einen Vergleich mit der Marketing GmbH ab. „Ich habe über viele Jahre erfolgreich mit viel Engagement und Herzblut für die Stadt gearbeitet. Das will ich auch in Zukunft tun“, sagte sie in der Verhandlung.

Walter machte deutlich, dass die Marketing GmbH einen Vergleich akzeptieren würde, er aber keinesfalls gewillt sei, Potthof in gleicher Form wieder einzusetzen. Er beruft sich auf sein „Direktionsrecht“ und warf der früheren Tourismus-Chefin vor, durch ihr Verhalten die Situation zur Eskalation gebracht zu haben.

Auch wenn am Freitag nicht ausführlich über die Gründe der Kündigung gesprochen wurde, konnte man einen ersten Eindruck gewinnen: So steht der Vorwurf im Raum, Potthoff habe nicht nur private Dinge mitgenommen, als sie ihren Schreibtisch auf Anweisung Walters räumte. Es geht um Aktenordner mit Unterlagen. Die enthielten – so Potthoff – allerdings Material und Medien für Stadtführungen, die sie selbst entwickelt und dem Marketing zur Verfügung gestellt hatte, sowie einen Ordner mit Schulungsunterlagen, der ihr persönlich zugeordnet gewesen sei. Wie das zu bewerten ist, haben der Richter und die beiden Schöffen (zu denen Handwerkskammerpräsident Hans Rath gehörte) zu entscheiden.

Und eine zweite Frage wird beim Ausgang des Verfahrens eine Rolle spielen: Wie viele Mitarbeiter sind der Marketing GmbH zuzuordnen? Da entscheidet die Zahl 10 nämlich mit über die Form der Kündigung. Liegt die Mitarbeiterzahl der GmbH darüber, werden an die Begründung deutlich höhere Anforderungen gestellt, als wenn sie unter dieser Zahl liegt. Auch hier gab es noch keine abschließende Bewertung.

►  Fortsetzung folgt

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2385055?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F2592865%2F2592872%2F
Nachrichten-Ticker