Neugestaltung des Beetes in der Dorfmitte
Linden sind kaum zu retten

Milte -

„Das soll ein richtiger Eyecatcher werden“, freut sich Christa Pigulla, Mitglied der Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr des Arbeitskreises Milter Bürger, über die Ankündigung des Baubetriebshofes, das Beet in Höhe der Kreuzung Ostbeverner Straße/Dorfstraße im Herbst aufwendig neu gestalten zu wollen.

Donnerstag, 17.04.2014, 22:04 Uhr

Sturmtief Christian hatte am 28. Oktober vergangenen Jahres so etwas wie das Wahrzeichen des Dorfes zerstört, als er den drei Linden vor dem Gasthof Biedendieck, die 150 bis 200 Jahre lang das Ortsbild geprägt hatten, derart zusetzte, dass ein Baum direkt gefällt und die Kronen der übrigen Bäume gekappt werden mussten. Links und rechts vom steinernen Kreuz in der Beet-Mitte stehen nun zwei munter austreibende Linden-Torsi.

Das Holzkreuz, das bis zu jenem stürmischen Herbsttag das Ensemble komplettiert hatte, ist eingelagert, soll aber in das neue Beet wieder integriert werden. Die Denkmalschutzbindung für die Linden, die in die Liste der Naturdenkmäler eingetragen waren, ist aufgehoben worden. Mittlerweile liegen ein Gutachten zur Zustandsbeurteilung (einsehbar im Internet unter www.Arbeitskreis-milte.de) und eine Bestandsprognose vor.

Die Ergebnisse indes sind ernüchternd. Der Gutachter gelangt zu dem Schluss, dass die östliche Linde für die nächsten fünf Jahre bruch- und standsicher ist und in den nächsten Vegetationsperioden eine Sekundärkrone entwickeln kann.

Dies setze jedoch eine jährliche intensive und besonders fachgerechte Pflege voraus und führe dazu, dass alle sechs bis acht Jahre eine komplette Einkürzung vorgenommen werden muss. Danach könne sich wieder eine neue Sekundärkrone aufbauen. Eine über das Zeitfenster von fünf Jahren hinaus reichende Bestandsprognose wäre nach Ansicht des Gutachters „nicht seriös“.

Den Torso der westlichen Linde stuft der Fachmann trotz tiefer Stammfäulnis für die nächsten fünf Jahre als bruchsicher ein. Auch dieser Baum könne eine Sekundärkrone tragen. Die Bruchsicherheit gelte jedoch nicht für den Stammfuß, so dass der Baum „aufgrund der massiven, fäulnisbedingten Vorschäden an vier statisch wichtigen Hauptwurzelanläufen nicht mehr als dauerhaft standsicher eingestuft werden“ kann. Die Standsicherheit könnten allenfalls für einen begrenzten Zeitraum von wenigen Jahren Stahlseile und Bodenanker ermöglichen.

Der Gutachter empfiehlt daher aus baumfachlicher Sicht, diese Linde zu fällen, weist jedoch darauf hin, dass ein Entfernen des gesamten Stammfußes langfristig die Standsicherheit der verbleibenden Linde beeinträchtigen kann.

Vor diesem Hintergrund haben Christa Pigulla für die Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr, Heimatvereinsvorsitzender Dietmar Knorr sowie Dominik Starke als Vertreter der Baubetriebshof-Leitung jetzt über die Neugestaltung des Beetes gesprochen, die allerdings frühestens im Oktober beginnen kann.

Weil die Kosten beträchtlich sind und in den städtischen Haushalt eingestellt werden müssen, ist mit einer endgültigen Neugestaltung frühestens im nächsten Frühjahr zu rechnen.

Daher bleibt den Milter Bürgern, die in alle weiteren Überlegungen eingebunden werden sollen, genügend Zeit, eigenen Ideen und Vorschläge einzubringen und sich auch Gedanken über den „Schilderwald“ zu machen. Über diesen wird aber wohl vor allem, wie Christa Pigulla sagt, noch mit Landesstraßen NRW zu sprechen sein.

Ihre Ideen für die Gestaltung des Beetes können die Milter Bürger ab sofort im Internet unter ideen@arbeitskreis-milte.de kundtun. Oder bei den monatlichen Sitzungen der Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr, deren Termine regelmäßig in den Westfälischen Nachrichten bekannt gegeben werden.

Zu gegebener Zeit sollen die konkreten Vorschläge in einer Präsentation vorgestellt werden. Dann soll über den Favoriten abgestimmt werden. Außerdem wird es für das Beet, von der Stadt ausdrücklich begrüßt, eine feste Beetpatenschaft geben.

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