Bürgerbus Warendorf-Nord
Im Stundentakt zum Bahnhof

WArendorf -

Er schläft schlecht im Moment, der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Warendorf-Nord. „Hast du auch nichts vergessen – mit diesem Gedanken schlafe ich ein und nachts wache ich mit diesem Gedanken wieder auf“, gesteht Klaus Artmann. Es gibt einfach eine Menge zu bedenken in den Tagen vor dem offiziellen Start des Bürgerbusses. Dazu gehört neben der Organisation der öffentlichen Fahrzeugsegnung am 10. Mai auf dem Marktplatz auch die Inaugenscheinnahme jener Strecke, die ab 12. Mai wochentags in drei Schichten befahren wird. Daher hatten der „Motor“ des Bürgerbus-Projektes, und zwei Mitstreiter, der zweite Vorsitzende des Vereins, Norbert Richter, und Franz-Josef Schembecker, zuständig für die Organisation der insgesamt 35 Fahrer, Journalisten gestern zu einer knapp einstündigen „Stadtrundfahrt“ eingeladen.

Freitag, 25.04.2014, 03:04 Uhr

Allerdings mussten die „Ausflügler“ mit einem Großraumtaxi Vorlieb nehmen. Denn der rot-weiße Bürgerbus, der am 6. Mai bei der RVM in Lüdinghausen, Besitzer des Fahrzeugs, abgeholt wird, wird zurzeit noch in den Niederlanden umgerüstet.

„Auf das Schild ,Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen‘ können wir verzichten“, findet Artmann , als er in der Freiherr-von-Langen-Straße, wo der Bürgerbus in einem Gebäude der Deula einen festen Unterstand hat, in den Taxibus steigt. Schließlich sei der Austausch zwischen den ehrenamtlichen Fahrern und ihren Fahrgästen – bis zu acht plus Kinderwagen, Rollator oder Hund, finden in dem Fahrzeug Platz – doch gerade das Nette. Die Bürgerbus-Fahrer aus Hoetmar haben so viel über nette Gespräche mit Passagieren berichtet, in denen es um Ferkel, Rheuma oder das Befinden der „Omma“ geht, dass ihre Warendorfer Kollegen ungeduldig dem 12. Mai entgegenfiebern.

Zuvor werden die 35 Fahrer, die einen Gesundheitsscheck hinter sich und – nicht nur im Verkehrszentralregister in Flensburg – eine „weiße Weste“ haben, den Mercedes Sprinter einem Praxistest unterziehen und sich vor allem mit der Automatik des Fahrzeugs, Kennzeichen WAF-BB 33, vertraut machen.

Immer wenn der Bus an diesem Donnerstagmorgen eine Bürgerbus-Haltestelle – man erkennt sie an der Linien-Bezeichnung „B5“ – ansteuert, ist Artmann ganz aus dem Häuschen. Erst recht, als er in Höhe des Eichenhofes die Bauhof-Mitarbeiter Bernd Voss und Benno Hengstermann sichtet, die gerade eines der zehn zusätzlichen Haltestellen-Schilder installieren. Die Vorbereitungen könnten nicht besser laufen. Stadt, Kreis, RVM, Deula – von allen Seiten sei der Verein nach Kräften unterstützt worden, ist Artmann voll des Lobes; und stellt klar, dass der Bürgerbus „ein Bus für alle“ sein werde, der Senioren, Familien oder Schulkinder aus dem Warendorfer Norden zum Eichenhof, zum Krankenhaus, zum Friedhof, zur Gesamtschule, zum Marktplatz, zum Wilhelmsplatz oder auch zum Bahnhof fährt. Im Stundentakt. Um Reisenden mit dem Ziel Münster ein Weiterfahrt mit den Zügen der Eurobahn zu ermöglichen.

Der Blick in den Fahrplan, der an alle Haushalte verteilt worden ist, aber auch in bei Banken, Behörden und in Geschäften ausliegt, hat in einigen Fällen etwas Verwirrung gestiftet.

So fährt der Bus von der Tönneburg in Richtung Bahnhof auf dem Hinweg Schleifen über den Velsener Weg oder die Dr.-Hans-Kluck-Straße, die auf der Tour vom Bahnhof zurück in den Norden nicht angefahren werden. Wer aber genau dort aussteigen möchte, bleibt einfach ein, zwei Minütchen länger im Bus sitzen und steigt dann während der nächsten Runde in Richtung Innenstadt an der Wunsch-Haltestelle aus. Die Fahrkarte kostet für Erwachsene übrigens einen Euro, für Kinder bis einschließlich 14 Jahre 50 Cent. Schwerbehinderte mit amtlichem Ausweis werden unentgeltlich befördert.

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