Zeitzeugengespräch: Holocaust-Überlebender Leslie Schwartz
„Nummer 71253“

Warendorf -

Mit 80 Jahren begann er Vorträge an Schulen zu halten, er schrieb ein Buch mit dem Titel „Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau“. Unermüdlich ist Leslie Schwartz im Einsatz, steht vor Schulklassen und Jugendlichen und kämpft gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen. Für diese wichtige Informations- und Versöhnungsarbeit erhielt der gebürtige Ungar jüdischer Herkunft im vergangenen Jahr das Bundesverdienstkreuz. Der heute 84-Jährige lebt mit seiner deutschen Frau Annette in Münster und in New York. Leslie Schwartz wird in Warendorf von seinem Kampf als Jugendlicher ums Überleben im Terrorsystem des Nationalsozialismus berichten und Passagen aus seinem Buch vorlesen.

Freitag, 29.08.2014, 12:08 Uhr

Holocaust-Überlebender Leslie Schwartz ist am 9. September zu Gast in der Volkshochschule in Warendorf.
Holocaust-Überlebender Leslie Schwartz ist am 9. September zu Gast in der Volkshochschule in Warendorf. Foto: flo

Leslie Schwartz ist 14 Jahre alt, als er im April 1944 mit seiner Familie von Ungarn nach Auschwitz deportiert wird. Dort wird er dem Arzt Dr. Mengele vorgeführt, kann sich aber einer Arbeitsgruppe von Männern anschließen, die nach Dachau bei München gebracht wird. Der 14-Jährige, der vorgibt 17 Jahre alt zu sein, entkommt so dem Todesarzt Mengele und der Gaskammer. Als „Nr. 71253“ muss der 14-Jährige in Dachau Zementsäcke für den Bau einer Rüstungsfabrik schleppen.

Heute ist Leslie Schwartz 84 Jahre alt. Er hat die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau überlebt. Der Holocaust-Zeitzeuge ist am Dienstag (9. September) zu Gast in der Volkshochschule in Warendorf und berichtet über sein Leben im Konzentrationslager. In Kooperation mit dem Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Warendorf“ und den Altstadtfreunden setzt die VHS ihre Serie der Zeitzeugengespräche fort. Beginn ist um 19 Uhr in der Aula des Alten Lehrerseminars an der Freckenhorster Straße.

Mit 80 Jahren begann er Vorträge an Schulen zu halten, er schrieb ein Buch mit dem Titel „Durch die Hölle von Auschwitz und Dachau“. Unermüdlich ist Leslie Schwartz im Einsatz, steht vor Schulklassen und Jugendlichen und kämpft gegen das Vergessen der Nazi-Verbrechen. Für diese wichtige Informations- und Versöhnungsarbeit erhielt der gebürtige Ungar jüdischer Herkunft im vergangenen Jahr das Bundesverdienstkreuz. Der 84-Jährige lebt mit seiner deutschen Frau Annette in Münster und in New York.

Leslie Schwartz wird in Warendorf von seinem Kampf als Jugendlicher ums Überleben im Terrorsystem des Nationalsozialismus berichten und Passagen aus seinem Buch vorlesen.

Lag der Fokus der bisherigen Warendorfer Zeitzeugengespräche auf dem Schicksal Warendorfer Bürger, die die Gräueltaten der Nazis überlebten, so steht mit Leslie Schwartz nun ein Shoah-Überlebender aus Ungarn im Mittelpunkt. „Damit wird die europäische Dimension des damaligen Vernichtungsgeschehens (und auch der heutigen Erinnerungskultur) hervorgehoben“, sagt Matthias M. Ester. Der Sprecher des Arbeitskreises Jüdisches Leben in Warendorf führt das Gespräch mit Leslie Schwartz und moderiert den Abend. Die Volkshochschule, so drückte es deren Leiter Rolf Zurbrüggen aus, sieht es als ihre Verpflichtung an, mit den letzten authentischen Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen und die Reihe fortzusetzen. Leslie Schwartz spricht deutsch. Sein eindringlicher Appell in seinen Gesprächen: „Diese Ereignisse dürfen nie in Vergessenheit geraten.“ Dieser Verantwortung müsse sich jeder bewusst sein.

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