Bildungs- und Erziehungsnetzwerks Milte-Einen-Müssingen
BEN steht nun auf eigenen Füßen

Einen-Müssingen/Milte -

„Wir denken jetzt gemeinsam“ – zog Andrea Schulz, Leiterin der Wilhelm-Achtermann-Grundschule gestern in einer Pressekonferenz im Rathaus eine positive Bilanz nach dreijähriger, durch das Institut für Soziale Arbeit (ISA), Münster, begleiteter Arbeit des Bildungs- und Erziehungsnetzwerks Milte-Einen-Müssingen“ (BEN). Die wissenschaftliche Begleitung wird zum 31. Dezember auslaufen, das Projekt, das dem Gedanken „Ein ganzes Dorf erzieht ein Kind“ folgt und nun auf eigenen Füßen steht, aber fortgesetzt.

Mittwoch, 01.10.2014, 10:10 Uhr

Die wissenschaftliche Begleitung des BEN-Projektes ist fast abgeschlossen. Das Erfolgsprojekt, für das sich auch das Land NRW interessiert, läuft aber weiter. Ein positives Fazit zogen Birgit Schröder, Gisela Peveling, Andrea Schulz, Sylvia Schwanitz, Laura Möllmann (vorne, v. l.), Wolfgang Rüting, Pfarrer Matthäus Niesmann, Thomas Mundmann, Maria Büscher, Udo Gohl und Klaus Brake (hinten, v. l..)
Die wissenschaftliche Begleitung des BEN-Projektes ist fast abgeschlossen. Das Erfolgsprojekt, für das sich auch das Land NRW interessiert, läuft aber weiter. Ein positives Fazit zogen Birgit Schröder, Gisela Peveling, Andrea Schulz, Sylvia Schwanitz, Laura Möllmann (vorne, v. l.), Wolfgang Rüting, Pfarrer Matthäus Niesmann, Thomas Mundmann, Maria Büscher, Udo Gohl und Klaus Brake (hinten, v. l..) Foto: Brocker

Dass sich BEN zu einem Vorzeigeprojekt mausern würde, das Familienministerin Ute Schäfer bei einem Besuch in Einen höchstpersönlich unter die Lupe nahm, hätte vor drei Jahren wohl niemand gedacht. Widerstand und Bedenken der Eltern erschwerten die Anfänge und der Wir-Gedanke zwischen den beteiligten Institutionen – das sind die Kindergärten Zwergenland Einen, St. Georg Müssingen und St. Johannes Milte und die Achtermann-Schule mit ihren Standorten in Einen und Milte – war wohl auch noch nicht besonders ausgeprägt, wie Birgit Schröder betonte.

Sie und ihre Kollegen vom Institut für Soziale Arbeit (ISA) hatten das von Stadt, Kreis und Land finanziell geförderte Projekt begleitet; und im Laufe der Zeit festgestellt, „dass sich Beziehungen verstetigten, so dass sie nun nachhaltig wirken können.“ BEN, so Schröder, sei keine „Eintagsfliege“, sondern langfristig angelegt. ISA hatte beim Aufbau von Strukturen geholfen, eine Dokumentation erstellt und wird nun einen Abschlussbericht vorlegen, auf den das Land NRW besonders neugierig ist.

Denn: BEN ist auch ein Pilotprojekt, „das in verschiedenen Formen auch auf andere Regionen übertragbar ist“, wie Birgit Schröder und Kreisjugendamtsleiter Wolfgang Rüting erläuterten. „Das Land“, so Rüting, „will wissen, wie so ein Projekt in ländlichen Regionen umgesetzt werden kann und welche Früchte es trägt. Inhaltlicher Schwerpunkt des Ben-Projektes war – neben der abgestimmten Bedarfsplanung in den Kindergärten, der Förderung der Kinder und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten innerhalb des Sozialraumes (Eltern, Vereine, Kindergärten, Schule) vor allem die Schwelle des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule.

Schulleiterin Andrea Schulz und die Kindergartenleiterinnen Sylvia Schwanitz (Zwergenland), Gisela Peveling (Kindergarten St. Georg) sowie Laura Möllmann (Kindergarten St. Johannes) berichteten ausführlich, wie sie diesen Übergang nun Hand in Hand zu Gunsten der Kinder gestalten und meistern. Sie verwiesen auf Projekte wie das „Lesepicknick“, bei dem Schulkinder Kindergartenkindern im Schulgebäude vorlesen, den Schulbulli „Paula“, der die Kleinsten aus Milte in den Kindergarten nach Müssingen fährt. „Dieses Angebot war ein Segen“, befand Pfarrer Matthäus Niesmann. Gut angenommen wird auch das Elterncafé, in dem sich die Eltern von künftigen i-Männchen mit jenen austauschen, deren Kinder bereits die erste Klasse der Grundschule besuchen. Die Pädagoginnen berichteten über Hospitanzen, bei denen die Erzieherinnen der Kitas in der Schule prüfen können, wie ihre Schützlinge dort angekommen sind. Etabliert haben sich in Milte auch das Elterncafé, das vierte auf Stadtgebiet, sowie in Milte und Einen der Offene Ganztag (OGS), für den das Kolpingbildungswerk gerade den Kooperationsvertrag unterschrieben hat, wie Schulamtsleiter Udo Gohl mitteilte. Ein großes Lob von Birgit Schröder gab es für die eher ungewöhnliche Kooperation der Einrichtungsträger, Kirche und Stadt. Maria Büscher vom Kirchenvorstand der Ende 2015 fusionierten Gemeinde sprach die Bedeutung von BEN für die Zukunft des Dorfes an: Nur wenn ich eine Wohlfühlatmosphäre schaffe, bleibe ich dort wohnen, sonst ziehe ich weg.“

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