Bürgerzentrum und OEK
„Das darf nicht für die Tonne gewesen sein“

Freckenhorst -

In das Projekt „Bürgerzentrum“ hat das Freckenhorster OEK (Ortsentwicklungskonzept) nicht nur eine Menge Herzblut, sondern auch schon Unmengen von Arbeitsstunden gesteckt.

Samstag, 29.11.2014, 06:11 Uhr

Dabei geht es um einen Treffpunkt für Vereine und Organisationen, die rund um Turnhalle , Lehrschwimmbecken, Sportplatz und ein neu zu bauendes Vereinshaus einen Platz bekommen sollen, an dem sie ihre Aktivitäten bündeln können.

Um die Pläne und Ideen nun auf eine breitere Basis zu stellen, soll professionelle Unterstützung in Form einer Machbarkeitsstudie her. Der Planungsausschuss hat sich nach intensiver Beratung dafür ausgesprochen, insgesamt 35 000 Euro zur Verfügung zu stellen. Hoffnungen, dieses Geld aus Grundstücksverkäufen für das Hauptschulgelände erzielen zu können, haben sich leider als unrealistisch erwiesen (siehe auch Bericht oben auf der Seite über die Klimaschutzsiedlung).

Allerdings zeigte die Diskussion im Vorfeld, dass die Ideen des OEK nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen. So stößt der Umbau der Turnhalle zu einer Mehrzweck-Halle für unterschiedliche Veranstaltungen bei einigen CDU-Politikern auf Skepsis. Für Willi Schöning („Wir müssen realistisch bleiben.“) hat das Projekt nicht die höchste Priorität: „Das darf nicht zu einem zweiten Bürgerhof werden.“ Schöning spricht auf die Veranstaltungshalle an der B 64 an, die zum Flop und mittlerweile abgerissen wurde.

Diese Kritik wird von Andrea Blacha ( CDU ) geteilt: „So einen Fehler dürfen wir nicht zum zweiten Mal machen.“ Sie zielt vor allem auf künftige Unterhaltungskosten ab. In ihren Augen macht eine Veranstaltungshalle keinen Sinn. Es reiche aus, wenn man die vorhandene Turnhalle vernünftig saniere.

Die CDU ist in dieser Sache jedoch gespalten. Blachas Freckenhorster Parteikollege August Finkenbrink hält den Vergleich mit dem Bürgerhof für falsch. Die Situation in Freckenhorst sei grundsätzlich anders, weil hinter der Idee „ Bürgerzentrum “ ein intensives und engagiertes Vereinsleben stehe. „Wir brauchen einen Ersatz für das Pädagogische Zentrum der ehemaligen Hauptschule.“

Anita Stakenkötter (FDP) kritisiert, dass Bürgermeister Jochen Walter in dieser Angelegenheit Versprechungen gemacht und Wünsche geweckt habe – „ohne Rücksprache mit dem Rat“. Aus diesem Dilemma komme man nun nicht mehr heraus. „Die Machbarkeitsstudie ist sinnvoll, vielleicht entwickelt sich ja eine billigere Lösung.“

André Wenning (FWG) begrüßt das große Engagement des OEK („Das ist beispielhaft.“), bemängelt aber gleichzeitig die Kosten: „Das können wir uns derzeit gar nicht leisten.“ Eine Mehrzweckhalle habe für ihn nicht die höchste Priorität. Die Sanierungskosten für das Lehrschwimmbad stünden schließlich auch noch im Raum.

Horst Pawlowski, der im OEK mitarbeitet, wies die Politiker darauf hin, dass das Ortsentwicklungskonzept den Titel „OEK 30“ trage: „Wir schauen also 15 Jahre nach vorne.“ Allerdings sagte er auch deutlich, dass das OEK in dreieinhalb Jahren Arbeit viel auf die Beine gestellt habe: „Das darf doch nicht für die Tonne gewesen sein.“

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