Westpreußisches Landesmuseum
Viele neue Perspektiven

Warendorf -

Der erste Ansturm nach der Neueröffnung ist überstanden. Die Mitarbeiter des Westpreußischen Landesmuseums können durchatmen – und sich freuen: „Die Resonanz ist durchweg positiv“, sagt Dr. Martin Steinkühler, der stellvertretende Museumsdirektor. Die neu konzipierte Ausstellung in den neuen Räumen bietet eine Menge Perspektiven. „Viele Besucher nehmen sich richtig Zeit“, freut sich Prof. Dr. Erik Fischer, der Vorstandsvorsitzende der Westpreußen-Stiftung. Jetzt steht die Feinjustierung an: Da fehlt eine Beschriftung, dort muss die Beleuchtung noch mal ausgerichtet werden. „Wenn alles fertig ist, sieht man, dass die Wirklichkeit doch etwas anders ist als der Papierplan. Aber das sind Kleinigkeiten“, findet Vize-Direktorin Jutta Fethke. Der Museums-Alltag kann beginnen.

Mittwoch, 31.12.2014, 15:12 Uhr

Gehen voller Tatendrang in das neue Jahr: Prof. Dr. Erik Fischer, Dr. Martin Steinkühler und Jutta Fethke.
Gehen voller Tatendrang in das neue Jahr: Prof. Dr. Erik Fischer, Dr. Martin Steinkühler und Jutta Fethke. Foto: Lowinski

Dafür haben sich die Macher einiges vorgenommen. Mit dem Umzug des Westpreußischen Landesmuseums von Wolbeck in das ehemaligen Franziskaner-Kloster in Warendorf geht zwar kein völliger Neuanfang, aber doch eine Akzent-Verschiebung einher. „Und wir können hier viel mehr zeigen als in Wolbeck“, stellt Fethke fest. Sie findet, dass der ursprünglich rein landsmannschaftliche Bezug des Museum langsam unwichtiger wird: „Heute geht es mehr um die Historie einer deutsch-polnischen Kulturregion, die über die Zeiten hinweg durch den Austausch der verschiedenen Bevölkerungsgruppen geprägt worden ist.“ Die Gruppe der Menschen, die das Museum besuchen und noch eine direkte familiäre Bindung oder gar persönliche Erinnerungen an Westpreußen hat, werde kleiner. Allerdings gebe es immer noch eine gut informierte Enkelgeneration, die sich im Rahmen der Familienforschung für die Weichsel-Region interessiere. Außerdem kommen immer öfter Menschen ins Haus, die sich auf eine Reise ins westliche Polen vorbereiten und deshalb mit der dortigen Geschichte beschäftigen.

Solche Dinge haben sich in der neuen Konzeption des Museums niedergeschlagen: „Früher kamen Besucher mit Vorkenntnissen und einem festen Bild ihrer früheren Heimat zu uns. Heute muss man erst einmal zeigen, was Westpreußen eigentlich ist“, erklärt Fethke. „Eine neue Chance“, freut sich Fischer .

Das Hauptaugenmerk liegt heute auf der deutsch-polnischen Begegnung: Man lässt Zeitzeugen zu Wort kommen, erschließt Biografien, pflegt viele Kontakte nach Polen und zu den dortigen Museen. „Diesen Austausch in beide Richtungen wollen wir pflegen und ausbauen“, nennt Fischer ein wichtiges Arbeitsfeld.

Neue Perspektiven sehen die Museums-Macher aber auch vor Ort: „Warendorf bietet eine Menge an Kooperationsmöglichkeiten“, hat Steinkühler bereits festgestellt. Kreisgeschichtsverein, Volkshochschule, Stadtbücherei, Schulen und Stadtmarketing – da gibt es eine Menge Partner, die sich anbieten. „Wir sind hier sehr freundlich aufgenommen worden“, sagt Jutta Fethke, die früh eine enge Bindung der Warendorfer an das Kloster und die Patres registriert hat. „Man freut sich, dass das hier so erhalten bleibt.“

Die Verankerung des Museums in Warendorf beginnt: Ab Januar soll es Bannerwerbung an den Ortseingängen geben. Und man hat die Stadtführer eingeladen, um ihnen das Haus zu zeigen und dessen Einbindung in die Führungen zu erörtern. In Arbeit ist ein Hinweis-System, das auswärtige Besucher Warendorfs zielsicher zum Museum leiten soll.

Die Programm-Planung läuft: „Wir wollen jährlich drei bis vier Sonderausstellungen zeigen“, erklärt Steinkühler. Dazu soll es Vorträge und Workshops geben, auch gruppenspezifische Angebote. Damit das auch bei den Menschen ankommt, soll die Werbung intensiviert werden. Fischer: „Wir müssen stetig sagen: Hier sind wir!“

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