Weltweit offen
Mehr Warendorf im Netz

Warendorf -

40 Millionen Menschen in Deutschland haben ein Smartphone. Diese Telefone haben eine Gemeinsamkeit: Sie können sich in ein WLAN einwählen. Das haben viele Menschen zu Hause, aber öffentliche, freie und kostenlose Drahtlos-Netze gibt es selten. Wer surfen will, ist auf das teure und limitierte Datenvolumen seines Handyanbieters angewiesen. Die Initiative Freifunk Warendorf möchte das ändern.

Mittwoch, 14.01.2015, 04:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2015, 20:28 Uhr

Unter dem Leitspruch „Freies WLAN für alle!“ wollen die Warendorfer Freifunker Paulo da Silva , Markus Kamp und ihre Mitstreiter bei Privatleuten, in Restaurants, Praxen, Geschäften und Kneipen WLAN-Hotspots entstehen lassen, in die sich Gäste, Kunden und Besucher einfach einwählen können. Ohne zeitliches Limit, beschränktes Volumen oder Registrierung. „Es gibt bereits mehrere Knoten, und nachdem die Software auf den Routern für ein eigenes Warendorfer Netz angepasst wurde, soll es jetzt weiter wachsen“, sagt Paulo da Silva.

Doch bezüglich offener Funknetze gibt gerade in Deutschland zahlreiche Bedenken. Stichwort: Störerhaftung. Dieses – weltweit einmalige – Rechtskonstrukt besagt, dass jeder, der einen Internetzugang anbietet, dafür haftet, wenn andere darüber Rechtsverletzungen begehen. Wenn andere also auf einer bestimmten Seite surfen oder illegale Inhalte herunterladen. Da es für Frisöre, Kneipiers oder Privatmenschen kaum leistbar ist, den Datenverkehr ständig zu überwachen, schotten die meisten ihr WLAN mit einem Code ab.

Warum die Freifunker dennoch offenes WLAN ganz ohne Passwort anbieten? „Jeder Freifunk-Router tunnelt die Daten dank der speziellen Software verschlüsselt zum eingetragenen Verein Freifunk Rheinland. Der Verein ist Mitglied in einem Verbund von Internetprovidern und genießt daher die selben Privilegien wie etwa die Telekom oder Unitymedia: Sie können für den Datenverkehr in ihren Leitungen nicht haftbar gemacht werden“, sagt da Silva.

Auch die Stadt hat bekanntlich ein WLAN und sie umgeht die Störerhaftung, indem sie den Betrieb des Netzes an einen kommerziellen Anbieter vergibt. Die Freifunker sehen das städtische Netz übrigens nicht als Konkurrenz, sie freuen sich vielmehr über jedes öffentliche WLAN. Aber natürlich, sagen sie, ist es nicht schön, dass die Stadt jetzt regelmäßig an den Anbieter zahlen muss, statt nur einmalig Geld für das Netzwerk auszugeben.

Ihrer Meinung nach ließe sich so ein Netz wie aktuell auf dem Marktplatz auch mit Freifunk-Technik realisieren. Die Hardware ist überall erhältlich und die Freifunk-Software sei ausgereift und beherrsche einige Tricks. Sie erkenne zum Beispiel, wenn andere Hotspots, Knoten genannt, in der Nähe sind und verbindet sich automatisch. Im Idealfall entsteht so ein großes, flächendeckendes Netz.

So weit sind die Warendorfer noch nicht, aber damit das Netz weiter wächst, verlosen sie zehn vorkonfigurierte Freifunk-Router. Wer ein solches Gerät bei sich aufstellen möchte, sendet bis Freitag (16. Januar) eine Email mit dem Betreff „Hotspot“ an die Adresse info@freifunk-muensterland.net (bitte die Adresse angeben, an der der Router aufgestellt werden soll). Die Gewinner werden ausgelost und benachrichtigt, die Freifunker helfen gerne bei der Installation. Die Router können über die Email-Adresse auch vorkonfiguriert und anschlussfertig zum Selbstkostenpreis bei den Freifunkern bestellt werden. Weitere Informationen unter

  | warendorf.freifunk.net

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