Dachtheater
Jazzmusik mit hohem Suchtfaktor

Warendorf -

Bei strömendem Regen doch lieber zum Jazz – selten war das Dachtheater so voll wie am Donnerstag beim Konzert von Christian Kappe und „Cru Sauvage“.

Freitag, 16.01.2015, 15:01 Uhr

Burkhard Jasper, Christian Kappe und Kai Brückner (v. l.), die sich „Cru Sauvage“ nennen, schenkten ihrem Publikum ein rasantes Musikerlebnis.
Burkhard Jasper, Christian Kappe und Kai Brückner (v. l.), die sich „Cru Sauvage“ nennen, schenkten ihrem Publikum ein rasantes Musikerlebnis. Foto: Axel Engels

Dabei hätte vielleicht schon ein Wiedersehen mit dem bestens in Warendorf bekannten Christian Kappe für solch eine Resonanz gereicht, schließlich steht sein Name für sensibel arrangierten Jazz mit klaren und eingängigen Melodien. Wer ihn einmal mit Größen wie der Organistin Barbara Dennerlein oder dem Pianisten Jasper van‘t Hof erlebt hat, wird dies sicherlich nicht vergessen.

Mit seiner Formation „Cru sauvage“ allerdings kann er sein feines Gespür für „hörbare“ Melodien ganz besonders ausleben, schließlich hat er mit dem Pianisten Burkhard Jasper und dem Gitarristen Kai Brückner zwei sicherlich gleichwertige Partner zur Seite. Dabei ist wohl der Name „Cru Sauvage “ einfach passend gewählt, man denkt sofort an feinste Schokolade mit Suchtfaktor . Das Trio machte musikalisch diesem Namen alle Ehre, verwöhnte die Jazzliebhaber durch ein ganz facettenreiches Programm.

Alle drei Musiker zeigten sich nicht nur als kultivierte Instrumentalisten, sondern auch ihre kompositorischen Qualitäten konnten sie glanzvoll aufzeigen. Das Trio nahm das begeisterte Publikum mit auf eine Reise in die nordische Welt der Fjorde und einsamen Wälder, schuf bei „Silmät“ und „Kullan Ylistys“ klangmalerische Bilder in farbenreichem Gewand. Wenn Christian Kappe die Melodien am Flügelhorn mit weichem Timbre erklingen ließ, spürte man seine tief empfundene Liebe zum lyrisch-poetischen Spiel.

Aber auch für den intellektuellen Jazzfreund hatte das Trio die passenden Stücke mitgebracht. Johann Sebastian Bach lieferte mit seiner Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben BWV 147a) mit ihrem berühmten Choral „Jesu bleibet meine Freude“ den thematischen Grund, auf dem die drei Musiker drei überaus faszinierende Songs kreierten. Tiefes Verständnis für die Kompositionsweise von Johann Sebastian Bach zeigten diese Werke, die mit ihren Melodieverarbeitungen der klaren Architektur der Vorlage respektvoll nachkamen.

Die filigrane Spielweise des Gitarristen Kai Brückner passte perfekt zu den mehr introvertierten Werken wie „Fyn“ und „Round“ bei denen er mit kultivierter Spielweise feine Akzente setzte. Am Klavier wurde er dabei von Burkhard Jasper bestens ergänzt. Seine Pianistik fußte in einer grundsoliden und virtuosen Technik, die er allerdings nur im Dienste der Musik einsetzte. Dabei gelangen ihm einfach inspirierende Momente bei „Kullan Ylistys“ und „Human Kindness“. Wenn das Trio allerdings zum „Perpetuum Jazzable“ ansetzte, gab es für Energie und Spielfreude kein Halten mehr. Bravourös und mit ständigem Drive spornten die Musiker sich gegenseitig an, schenkten dem Publikum ein rasantes Musikerlebnis. Mit Esprit und Leidenschaft ging das Konzert mit „Hutong House“ seinem Ende zu. Erst nach drei Zugaben entließ das Publikum unter fulminantem Applaus die Musiker. Diese sympathischen Meister ihrer Instrumente haben die Reihe der Jazzkonzerte im Dachtheater um eine sehr reizvolle Facette bereichert.

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