Flüchtlinge in Milte
Wirklich hinterwäldlerisch

Die Milter wollen selbstverständlich nicht als Hinterwäldler dargestellt werden. Trotzdem: einige wenige sind im Moment ziemlich hinterwäldlerisch unterwegs. 

Donnerstag, 14.05.2015, 09:05 Uhr

Die bloße Ankündigung, dass irgendwann im Laufe des Jahres Flüchtlinge in die ehemalige Hausmeisterwohnung auf dem Schulgelände einziehen könnten, versetzt sie in helle Aufregung. Gerade so, als würde Milte von einer Horde potenziell krimineller Ausländer „überfallen“. Wer wohl das Märchen von den 15 Einzug haltenden „Kerlen“ erfunden hat, die künftig auf dem Schulhof herumlungern sollen?

Gut möglich, dass diese Story aus der gleichen braunen Ecke kommt, die vor einiger Zeit in Milte und Umgebung mit Flugblattaktionen Stimmung gegen alles Fremde zu machen versuchte. Nun wird der Verwaltung vorgeworfen, die Bürger zu spät in ihre Pläne einzuweihen, indem sie über die Nutzung der Räume, in die zwei Familien mit (schulpflichtigen) Kindern einquartiert werden könnten, ausschließlich mit der Schulleiterin gesprochen hat; die zu allem Überfluss nicht einmal aus dem Dorf stammt. Wie hinterwäldlerisch ist das denn?

Nein, die Schulleiterin stammt aus dem fernen Hoetmar , wo die Uhren offenbar vollkommen anders ticken. Dort hat man den Zuzug von Flüchtlingsfamilien als Chance und Bereicherung des dörflichen Lebens begriffen. Im Golddorf bemüht man sich, Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, um ihren Kindern ein möglichst angstfreies Leben in Frieden und Freiheit ermöglichen zu können, in die Gemeinschaft aufzunehmen. Das ist wirklich vorbildlich.

Joke Brocker

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