Westpreußisches Landesmuseum
„Schreckliche Parallele“

Warendorf -

„Angekommen. Die Integration der Vertriebenen in Deutschland“ – unter diesem Namen wurde am Samstagvormittag die neue Sonderausstellung im Westpreußischen Landesmuseum eröffnet. 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt sich die Wanderausstellung, die bis zum 27. September im Westpreußischen Landesmuseum beherbergt ist, mit der Flucht und Vertreibung von mehr als zwölf Millionen Deutschen.

Montag, 27.07.2015, 07:07 Uhr

Freuen sich über die neue Sonderausstellung im Westpreußischen Landesmuseum: Siegfried Sieg, Zeitzeuge und Vorsitzender des Stiftungsrats, Dr. Martin Steinkühler, stellvertretender Museumsleiter und Dr. Erik Fischer, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung Westpreußen.
Freuen sich über die neue Sonderausstellung im Westpreußischen Landesmuseum: Siegfried Sieg, Zeitzeuge und Vorsitzender des Stiftungsrats, Dr. Martin Steinkühler, stellvertretender Museumsleiter und Dr. Erik Fischer, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung Westpreußen. Foto: Wiening

Es war damals die größte Zwangsmigration in der europäischen Geschichte. „Leider ist es auch ein aktuelles Thema, weil Migration uns auch im Moment sehr beschäftigt. Es begleitet uns tagtäglich durch die Medien und zeigt die schreckliche Parallele von damals und heute“, erklärt Dr. Martin Steinkühler , stellvertretender Museumsleiter. Die umfangreiche Wanderausstellung, die jetzt in dem Museum im alten Franziskanerkloster zu sehen ist, wurde vom Zentrum gegen Vertreibung in Berlin konzipiert und tourt seit 2011 durch die Bundesrepublik.

Es wird neben der Herkunft der Vertriebenen auch auf die Verteilung auf die Besatzungszonen eingegangen. Zudem erfährt der Museumsbesucher bei seinem Rundgang durch die neue Ausstellung des Westpreußischen Landesmuseums etwas über die damaligen Unterkünfte und Lager der Flüchtlinge. Außerdem stehen deren neue Existenzgründungen und die Integration im Mittelpunkt.

Die informative Ausstellung wird zudem von einem spannenden Programm begleitet. Am Donnerstag (20. August) wird es eine experimentelle Veranstaltung geben. Dorothee Becker und Verena Meyer gehen in einer szenischen Lesung mit Gesang grundlegenden Fragen zu den Wurzeln von Vertriebenen nach. Unter dem Thema „HEIMATlos- Die Flucht in mir“ fragen sie sich zum Beispiel, was Heimatverlust überhaupt ist. Ferner wird es Vorträge zum Thema „Flüchtlinge“ geben, und auch ein Dokumentarfilm wird gezeigt.

Das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf

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  • Friedrich II., Statuette aus weißem Porzellan, um 1900.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Mädchen" in der Sonderausstellung "Das nie gehörte sichtbar machen - Die Bildwelten des Günter Grass".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Museums-Direktor Dr. Lothar Hyss im Danzig-Zimmer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell einer Danziger Kogge.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Siegerpreis des Ostmärkischen Regatta-Vereins (1912), Wanderpreis einer Fußballpokalrunde (1903) und Siegerpreis eines Hürden-Rennens (1887).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Danziger Zimmer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Mädchen mit Rättin II." in der Sonderausstellung "Das nie gehörte sichtbar machen - Die Bildwelten des Günter Grass".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell der Marienburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sonderausstellung "Das nie gehörte sichtbar machen - Die Bildwelten des Günter Grass".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Modell einer Kanone.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Kopf eines Ritters (Kopie).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "Sieben Vögel" in der Sonderausstellung "Das nie gehörte sichtbar machen - Die Bildwelten des Günter Grass".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sakralkunst.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Streulöffel von Carl Augustin Winkelmann, Zuckerschale von Carl Benjamin Schultz und Zuckerschale mit Löffeln, Zange und Streulöffel von Carl August Winkelmann im Danzig-Zimmer.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Weihrauchschiffchen aus der Region Elbing, Anfang des 20. Jahrhunderts.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Siegerpreis des Ostmärkischen Regatta-Vereins (1912), Wanderpreis einer Fußballpokalrunde (1903) und Siegerpreis eines Hürden-Rennens (1887)

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sonderausstellung "Das nie gehörte sichtbar machen - Die Bildwelten des Günter Grass".

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Weihrauchschiffchen von Jan Letynski, Thorn, um 1750.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier

„Besonders spannend wird aber auch unser Zeitzeugenbesuch sein“, empfiehlt Professor Dr. Erik Fischer, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung Westpreußen, den Besuch einer Veranstaltung am Donnerstag (10. September). Zeitzeugen werden dann zu dem Thema „Flucht, Vertreibung, Aussiedlung- und die Ankunft im Westen Deutschlands“ berichten. Darunter auch Siegfried Sieg , der aktuelle Vorsitzende des Stiftungsrates. „Ich bin mir der Wichtigkeit der Zeitzeugenschaft bewusst. Ich gehöre zu den letzten, die einen Beitrag zur Erinnerung leisten können. Ich habe die Flucht und Vertreibung hautnah miterlebt“, erklärt Sieg, der auch in die Schulen geht und von seinen Erlebnissen berichtet.

„Wenn ich heute im Fernsehen Turnhallen sehe mit vielen Flüchtlingen, wo es eng ist – das kenne ich selbst noch von früher“, beschreibt Siegfried Sieg die Aktualität des Themas.

Auch deswegen lohnt sich ein Besuch der neuen Sonderausstellung und des Begleitprogramms im Westpreußischen Landesmuseum .

Die Öffnungszeiten sind jeden Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.westpreussisches-landesmuseum.de.

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