Hundeasyl
Happy End für Milow

Freckenhorst -

Ferienzeit ist Fundhundzeit. Das bekommen auch in diesem Sommer die Mitarbeiter des Hundeasyls am Feidiek deutlich zu spüren. Zeitweise hatten sie – neben Pensionsgästen – bis zu 15 Vierbeiner zu versorgen, die abgegeben wurden, weil sie ihren Besitzern lästig waren oder sie überforderten. Für die betroffenen Tiere ist das allemal besser, als auf einem Autobahnrastplatz ausgesetzt zu werden. Ein Schicksal, das dem hübschen Terriermischling Milow gleich zu Ferienbeginn widerfahren ist.

Samstag, 08.08.2015, 05:08 Uhr

Happy End für Milow: Der Terriermischling, der zu Ferienbeginn von seinen Besitzern an der Autobahn bei Vellern ausgesetzt worden war, hat ein neues Zuhause gefunden. Christa Göstemeyer (l.) und Lana Raab brachten den hübschen Rüden am Donnerstag nach Rinkerode.
Happy End für Milow: Der Terriermischling, der zu Ferienbeginn von seinen Besitzern an der Autobahn bei Vellern ausgesetzt worden war, hat ein neues Zuhause gefunden. Christa Göstemeyer (l.) und Lana Raab brachten den hübschen Rüden am Donnerstag nach Rinkerode. Foto: Brocker

Seine Besitzer hatten den „Weihnachtshund“ mit einem Strick an einem Baum auf dem Autobahnrastplatz Vellern angebunden und dann das Weite gesucht.

Am Donnerstag fuhr Christa Göstemeyer , Schriftführerin des Vereins Hundeasyl Freckenhorst , den eineinhalb Jahre alten Hund zu seiner neuen Familie nach Rinkerode. Dort wird er zunächst drei Wochen auf Probe verbringen. Wenn Herr und Hund miteinander klar kommen – das Hundeasyl kümmert sich, auch in Kooperation mit den Tierschutzvereinen vor Ort, um entsprechende Kontrollen – darf Milow bleiben. Und das wäre dann ein echtes Happy End.

Ähnlich wie Milow seien in den vergangenen Wochen acht weitere Hunde erfolgreich vermittelt worden, freut sich Christa Göstemeyers Kollegin Kathrin Lindpere , die sich auch für Emil neue Besitzer wünscht. Als der herrenlose Spitzmischling gefunden wurde, war er restlos verfloht und hustete erbärmlich. In Quarantäne wurde die Bronchitis des etwa fünf Jahre alten Hundes erfolgreich behandelt. Sobald er gechipt und geimpft ist, soll er vermittelt werden. „Emil ist außerordentlich niedlich“, findet Christa Göstemeyer. Allerdings sollte der neue Besitzer wissen, dass der Kleine „gerne im Haus arbeitet“. Eine charmante Umschreibung der Tatsache, dass Emil gerne Dinge anknabbert und dringend erzogen werden muss.

Gleiches gilt für den temperamentvollen Chico. Der erst eineinhalb Jahre alte kastrierte Rüde, vermutlich ein Dackel-Terrier-Mix, dem seine Pfleger ein nettes Wesen attestieren, braucht eine konsequente, klare Führung.

„Eine kompetente Hundeschule wäre gut“, rät Christa Göstemeyer. Schon im Hundeasyl wird, in Zusammenarbeit mit erfahrenen Trainern, daran gearbeitet, dem agilen Chico, der jeden um den Finger wickeln kann, Benimm beizubringen. Wer sich für Chico interessiert, der übrigens ein Abgabehund ist und schon dreimal den Besitzer gewechselt hat, sollte kein Couch-Potato sein. Optimal wären sportliche Menschen mit Hundeerfahrung.

Ein ruhiges älteres Paar ohne Kinder wäre dagegen für die kleine Elly „ein Träumchen“. Die Mischlingshündin mit dem seidenweichen Fell ist sieben oder acht Jahre alt und war schwer krank, als sie ausgesetzt wurde. Der Tierarzt hat eine Gebärmutterentzündung erfolgreich behandelt. Trotzdem: ganz gesund ist Elly, um die sich die erst elfjährige Lana Raab aus Warendorf während ihrer Ferien jeden Tag liebevoll kümmert, noch nicht. Zwei Leistenbrüche müssen dringend operiert werden.

Christa Göstemeyer und weitere neun Ehrenamtliche, die sich in zwei Schichten um die Hunde kümmern, freuen sich über jede Spende, mit der die dringend notwendige Operation bezahlt werden kann.

Ins Herz geschlossen haben alle im Hundeasyl auch Sam. Der dreieinhalb Jahre alte – ausgesprochen zierliche – Labrador ist, offenbar aufgrund schlechter Erfahrungen, im Umgang mit Fremden sehr misstrauisch. Martin Leistikow, der den Rüden betreut und sehr an ihm hängt, hat ihm seit Oktober schon eine Menge beigebracht. Mit einem neuen Besitzer müsste der sehr gelehrige Sam in jedem Fall eine Unbedenklichkeitsprüfung absolvieren.

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