Wieninger Bach
Neue Rennbahn für Quietscheenten

Hoetmar -

Noch ist er eingesperrt, in seinem gradlinigen Bett in Schach gehalten durch fast symmetrisch angeordnete Rasengittersteine. Doch wenn es nach dem Willen des „Arbeitskreises Wieninger Bach“ geht, ist das kleine Fließgewässer im Golddorf schon bald ein Natur-Idyll.

Samstag, 26.09.2015, 12:09 Uhr

Groß war das Interesse
Groß war das Interesse Foto: Engbert

Der Arbeitskreis hatte zur Vorstellung der bisherigen Planungen in die Gaststätte „Corner“ eingeladen. Marco Pfeil vom Ingenieurbüro Schmelzer und Moritz Hillebrand von der Arbeitsgemeinschaft der Wasser- und Bodenverbände im Kreis Warendorf stellten die Planungen vor, die nach einem ersten Treffen im Mai entwickelt wurden und nahmen weitere Anregungen auf, die nun eingearbeitet werden sollen.

Neben Arbeitskreismitgliedern und interessierten Bürgern nahmen Friedhelm Schmidt, Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Warendorf-Süd, der als Träger der Baumaßnahme auftritt, Heinrich Funke von der Stadt Warendorf und Heinz-Jürgen Müller als Vertreter des Kreises Warendorf an der Informationsveranstaltung teil.

Hillebrand freut sich, dass die Finanzierung durch einen Landeszuschuss in Höhe von 80 Prozent gesichert ist: „Das ist die höchstmögliche Förderquote“, betont er. In den nächsten Wochen werde das Genehmigungsverfahren in die Wege geleitet, so dass vermutlich schon Anfang 2016 mit dem Umbau der rund 120 Meter langen Strecke begonnen werden kann.

Wie das aussehen könnte, zeigte Marco Pfeil auf. Auf der Seite zum Fußweg sei aus Platzmangel – bis auf das Entfernen der Rasengittersteine – nur wenig Veränderung möglich. Auf der zur Schule gelegenen Seite bieten die Kastanien die Grenze. In den Zwischenräumen soll die Böschung erweitert werden. Totholz und Baumstubben sorgen für Strömungslenkung und bieten Wohnraum für Tiere. Im Bereich der unteren Brücke werden Schüttsteine entfernt, eine Treppe aus Sandsteinblöcken ebnet den Weg zum Bach. Dort sollen Trittsteine im Wasser Kinder zum Spielen und Erleben des Baches einladen.

So wird die geplante Maßnahme nicht nur ökologische und optische Vorteile bringen, sondern das Erleben des Baches, der nach der Renaturierung sich selbst umgestalten wird, ermöglicht.

Insgesamt, so die ersten Schätzungen, werden die Umbaumaßnahmen inklusive des Rückbaus eines weitern Betonbauwerks rund 62 000 Euro kosten.

Auch wenn sich bunte Gummi-Quietscheenten um Naturschutz sicher keine Gedanken machen, dürfte sich für sie einiges ändern. Ist das zu renaturierende Teilstück doch die Strecke, auf der zu Beginn der Nilspiele immer ein Entenrennen ausgetragen wird.

Schnell waren sich die Anwesenden einig, dass die geplante Maßnahme ein Gewinn für das gesamte Dorf sein wird. Die Aktion im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes sei vor allem für das Dorf und seine Bewohner da und diene nicht dem Erreichen der nächsten Goldmedaille: „Toll, was wir für unser Dorf und für unsere Schule entwickeln“, zeigt sich Peter Molitor, der Vorsitzende des Arbeitskreises, begeistert.

Noch in das Konzept eingebaut werden sollen die Anregungen der Versammlung, etwa eine Umlegung des Sprungfeldes und der Laufbahn. Die Details sollen in Zusammenarbeit zwischen den Planern, der Schule, der Stadt und des Wasser- und Bodenverbandes erfolgen.

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