Versuchte Einbrüche: Polizei informiert
Ein ungutes Gefühl

Warendorf -

Eine Nacht ist vergangen, das mulmige Gefühl aber bleibt: Die Anwohner am Hagedornweg, der Brinkstraße, der Fischerstraße und am Beitelbrink hatten am Freitagmorgen Redebedarf. In der Nacht zu Donnerstag war an 15 Stellen in ihrem Viertel versucht worden einzubrechen, einmal wurde die Tat vollendet und etwas gestohlen. Die Fragen beantworten, durch Information Sicherheit vermitteln und auf die Suche nach neuen Spuren gehen, dazu waren Polizeioberkommissar Ralf Struß und seine Kollegin, Kriminalhauptkommissarin Karina Čajo, am Freitagmorgen da.

Samstag, 10.10.2015, 08:10 Uhr

Informieren und beruhigen: Das sind die Aufgaben, die Polizeioberkommissar Ralf Struß am Freitagmorgen im Gespräch mit den Anwohnern zu erfüllen hat. Nach 15 versuchten Einbrüchen und einem vollendeten geht die Spurensuche weiter.
Informieren und beruhigen: Das sind die Aufgaben, die Polizeioberkommissar Ralf Struß am Freitagmorgen im Gespräch mit den Anwohnern zu erfüllen hat. Nach 15 versuchten Einbrüchen und einem vollendeten geht die Spurensuche weiter. Foto: Vera Szybalski

Und die beiden Beamten hatten reichlich zu tun. Immer wieder kamen besorgte Anwohner vorbei, die von Struß und Čajo mit Infobroschüren und praktischen Tipps versorgt wurden. In der letzten Zeit habe sie schon das eine oder andere Mal von Bekannten gehört, dass eingebrochen wurde, aber die Nacht zu Donnerstag, „das war schon der Hammer“, bekennt eine Anwohnerin. Das ungute Gefühl wächst langsam.

Tatsächlich ist in diesem Jahr ein deutlicher Anstieg von Einbrüchen in Warendorf zu verzeichnen. Letztes Jahr waren es 43 Einbrüche, bis Anfang dieser Woche gab es eine Steigerung um rund 20 Taten, sagt Polizei-Pressesprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk. Da sind die Taten von Donnerstagnacht noch nicht mitgerechnet.

Knapp zwei Tage danach weiß Dirkorte-Kukuk zu den Tätern schon etwas mehr. Profis waren wohl keine am Werk: „Aufgrund der Spurenlage gehen wir von einem eher ungeübten Täter aus.“ Vieles wirkt dilettantisch: Nicht nur, dass der Täter versuchte, über die Vordertür einzubrechen, was eher unüblich ist. Auch die Zeit des versuchten Einbruchs ist untypisch: Statt in der Dämmerung am späten Nachmittag oder Abend, wenn es schon etwas dunkler wird, die Menschen aufgrund von Arbeit, Einkauf oder Hobbys aber noch nicht zu Hause sind, wurden die Taten mitten in der Nacht begangen. In vielen Häusern schliefen die Bewohner, einige wurden aufgeschreckt.

Dadurch erhofft sich die Polizei nun weitere Erkenntnisse. Einige Anwohner liefern am Freitag Beschreibungen von Personen, die ihnen in den Tagen und Wochen zuvor im Viertel aufgefallen waren. Das kann auch mal zu falschen Verdächtigungen führen. Eine Anwohnerin berichtet von einem fremden Auto, das sie in ihrer Straße beobachtet hatte. „Das fällt sofort auf, die Straße wird hauptsächlich von Anwohnern benutzt.“ Es stellte sich aber schnell heraus, dass es nur Bekannte von Nachbarn waren.

„Nicht jeder Fremde ist gleich ein Ganove“, weiß Karina Čajo. Der Kriminalhauptkommissarin und ihren Kollegen ist es aber viel lieber, wenn sich einmal zu viel als einmal zu wenig gemeldet wird. Das kann entscheidend bei der Aufklärung helfen. Und die erfolgt in den wenigsten Fällen. Die Aufklärungsquote in Warendorf lag im letzten Jahr bei gerade einmal 23,26 Prozent. „Viele wollen niemand zu Unrecht verdächtigen“, weiß Struß. „Aber man darf sich nicht scheuen, die 110 zu wählen.“

► Jürgen Gausebeck hält am Mittwoch (14. Oktober) in der Freckenhorster Straße 25 einen Vortrag zum Thema Einbruchschutz. Ab 18 Uhr können Interessierte kommen. Um Anmeldung unter ' 0 25 81/ 94 10 52 81 wird gebeten. Mit Gausebeck, ' 0 25 81/94 10 52 87, können auch Beratungstermine abgestimmt werden.

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