Fettmarkt
Feilschen erwünscht

Warendorf -

Knapp 600 Händler und Hobbytrödler haben in diesem Jahr ihre Stände rund um die Innenstadt aufgebaut. Das sind etwa 50 weniger als noch im Vorjahr. „Die Wetterprognosen im Vorfeld waren zu schlecht für manch einen Trödler“, nennt Immanuel Droste zu Senden, der für die Organisation zuständig ist, einen Grund dafür. Es seien zumeist die Trödler, die sich vom Wetter abschrecken lassen. Händler seien in der Regel besser ausgerüstet und würden immer kommen, weiß Droste zu Senden aus Erfahrung.

Mittwoch, 21.10.2015, 15:10 Uhr

Ist das nicht das perfekte Styling  für den Karneval in Venedig?
Ein Hauch von Venedig in der Warendorfer Altstadt. Das Kostüm wechselte seinen Besitzer. Foto: Meyer

„Dieser Markt ist ein echter Geheimtipp. Hier findet jeder etwas“, sagt Thorsten Drümer und grinst. Der Osnabrücker hat am Fettmarkt-Mittwoch schon einige hundert Meter der rund drei Kilometer langen Trödelmeile hinter sich. Nun steht er am Stand von Martin Hietkamp und feilscht, was das Zeug hält. Am Ende werden beide sich jedoch nicht einig und das Playstationspiel wandert wieder zurück zu den anderen. Dann zieht er weiter, um vielleicht bei einem der anderen Händler doch noch ein Geschäft zu machen.

Knapp 600 Händler und Hobbytrödler haben in diesem Jahr ihre Stände in der Innenstadt aufgebaut. Das sind etwa 50 weniger als noch im Vorjahr. „Die Wetterprognosen im Vorfeld waren zu schlecht für manch einen Trödler“, nennt Immanuel Droste zu Senden, der für die Organisation zuständig ist, einen Grund dafür. Es seien zumeist die Trödler, die sich vom Wetter abschrecken lassen. Händler seien in der Regel besser ausgerüstet und würden immer kommen, weiß Droste zu Senden aus Erfahrung.

Vor allem an den Straßen Grüne Stiege und Bleichstraße sind viele Lücken zu entdecken. Dort hat auch Christiane Twilfer ihren Platz. Die Warendorferin steht allerdings ganz allein an der Bleichstraße. „Das ist natürlich nicht so gut. Aber was will man machen“, bemerkt sie und zuckt mit den Schultern. Doch wenn auch etwas weniger Stände an den Straßen stehen – dem Besucherandrang tut dies keinen Abbruch. Sie schieben sich durch die Menge und hier zeigt sich, dass ein Trolley offenbar eine echt gute Idee ist. Viele Besucher ziehen so ein praktisches Teil hinter sich her.

So auch Sophia Overbeck. Sie ist ein alter Hase in Sachen Schnäppchenjagd. Alljährlich nimmt die Ostbevernerin sich am Fettmarkt-Mittwoch sogar Urlaub, packt ihren großen Trolley ins Auto und macht sich auf die Suche nach interessanten Angeboten. „Ich werde immer fündig. Vor allem finde ich viele tolle Sachen für meine zehnjährigen Zwillinge“, sagt sie und dann wechselt eine gut erhaltene Mädchenjeans am Stand von Ole Kleinelanghorst und dessen Schwester Lea den Besitzer. Die Klamotte wandert direkt zu den zuvor erstandenen Reiterstiefeln.

Bei Dorthe Herrmann weihnachtet es bereits. Die Floristin verkauft adventliche Sträuße, Kränze und Figuren. Ganz so viel los ist an ihrem Stand bisher allerdings nicht. „Die echten Flohmarktfans sind an meinen Sachen nicht so interessiert. Aber später kommen sicher auch die anderen Besucher“, hofft die Ibbenbürenerin. Nadine Garnholz ist mit Freunden angereist und bereits seit seit sieben Uhr in der Frühe unterwegs, um das ein oder andere Angebot abzustauben. Ein Schnäppchen hat die Lienenerin auch schon gemacht. Die 26-jährige Hobbyreiterin hat einen Reithelm erstanden. Na, wenn man den nicht in Warendorf bekommt, wo dann?

Birgit Schulze-Grachtrup, Jessica Kern, Jessica Fast und Sophie Mersmann haben nur ein Ziel: Die Abiturientinnen haben einen Stand und möchten mit dem Erlös ihre Abikasse füllen. „Die anderen vom Jahrgang sind auch dabei. Wir wechseln uns alle drei Stunden ab“, erklären die Teenager, bevor sie sich schon den nächsten Kunden widmen. Es sieht also gut aus mit den finanziellen Mitteln zum Abschlussball.

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