Hörster Heide
Abweichungen auf dem Prüfstand

Milte -

Unmut über das Wegerecht, eine stellenweise doch sehr eigenwillige Auslegung des gültigen Bebauungsplans und jetzt auch noch schützenswerte Tierarten: Wie Doris Krause, Leiterin des Sachgebietes Bauordnung und Stadtplanung der Stadt Warendorf, am Mittwochabend im Bezirksausschuss betonte, sorgt die komplizierte Gemengelage rund um das Erholungszen­trum „Hörster Heide“ in Milte dafür, dass hier ein vereinfachtes Planänderungsverfahren nicht mehr möglich ist.

Donnerstag, 05.11.2015, 20:11 Uhr

Der Schlagbaum ist offen, doch die Schilder sprechen eine deutliche Sprache: „Zutritt und Zufahrt verboten“. Das darf so nicht sein, meint der Bezirksausschuss und beruft sich auf die Festlegungen im Bebauungsplan.
Der Schlagbaum ist offen, doch die Schilder sprechen eine deutliche Sprache: „Zutritt und Zufahrt verboten“. Das darf so nicht sein, meint der Bezirksausschuss und beruft sich auf die Festlegungen im Bebauungsplan. Foto: Hartmeyer

„Da wird jetzt ein Vollverfahren stattfinden inklusive aller nötigen Umweltprüfungen und Beteiligungsschritte“, sagte die Expertin. Eine Neuvermessung des Sees habe die Stadt bereits vornehmen lassen.

Auch bei der Zielsetzung, die die Stadt mit der Bebauungsplanänderung verbindet, nahm Krause kein Blatt vor den Mund: „Wir versuchen zu retten, was noch zu retten ist“, sagte sie in aller Deutlichkeit und gab den kritischen Stimmen im Ausschuss Recht: „Dass wir derzeit dort eine unbefriedigende Situation haben, ist vollkommen richtig.“

In der Vergangenheit hatte das Gebiet, das ursprünglich einmal unter dem Namen „Lavita“ an den Start gegangen war, schon mehrfach für Aufregung gesorgt. Vor allem die nie erfolgte Realisierung eines Rundwegs um den See, laut Krause „ganz zentrales Planungsziel“, rief scharfe Kritik hervor. „Inzwischen sind dort Tatsachen geschaffen worden, die eine Umsetzung so auch nicht mehr möglich machen“, räumte Krause ein.

Nicht nur das: Wie Hiltrud Schwegmann-Aerdker einwarf, sei es für Außenstehende generell schwierig, überhaupt in das Gebiet zu kommen. Wer sich von der Schranke und der Beschilderung nicht abschrecken lasse, müsse spätestens auf dem Gelände damit rechnen, von Bewohnern zur Rechenschaft gezogen zu werden – und das völlig unrechtmäßig. „Das ärgert mich maßlos“, unterstrich die CDU-Politikerin. „Das ist laut Bebauungsplan öffentliche Fläche, ich als Bürger habe doch ein Recht dazu, mich hier zu bewegen!“

„Unsere Aufgabe ist es, die ursprüngliche städtebauliche Zielsetzung in Einklang zu bringen mit dem, was sich dort entwickelt hat“, sicherte Krause zu, dass alle Veränderungen gegenüber dem ursprünglichen Plan jetzt noch einmal genau auf den Prüfstand kommen.

Kompliziert wird die Situation neuerdings dadurch, dass Anlieger auf dem Gelände Tierarten gesichtet haben, die auf der „Roten Liste der gefährdeten Arten“ stehen. Dabei handele es sich laut Ausschussmitglied Ga­briele Dormann (Bündnis 90 /  Die Grünen ) um die Große Teichmuschel, den Kiebitz und den Austernfischer. „Die Bestände gehen immer weiter zurück, darauf müssen wir achten“, betonte die Lokalpolitikerin, die auch im Nabu aktiv ist. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber diesen Arten.“ Auch diese Fragen sollen im Rahmen des Planänderungsverfahrens „dezidiert aufgearbeitet“ werden, versprach Krause.

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