Dezentrales Stadtmuseum zeigt Werke von Heinrich Schilking
Einem „Könner seines Fachs“ auf den Spuren

Warendorf -

Der Ausstellungsort, das historische Rathaus der Stadt Warendorf, ist gleichzeitig der Geburtsort des Künstlers. Am 25. November 1815 wird Joann Henrich Schilking in der damaligen Stadtwaage geboren. Seine Jugendzeit verlebt er in Oelde, und schon früh beginnt er mit Zeichnen und Malen. 1835 geht er an die Kunstakademie in Düsseldorf. Unter seinen Lehrern Johann Wilhelm Schirmer und Carl Friedrich Lessing erhält er eine umfassende Ausbildung.

Freitag, 06.11.2015, 18:11 Uhr

Aus Anlass des 200. Geburtstages und 120. Todestages des aus Warendorf stammenden späteren Oldenburger Hofmalers Heinrich Schilking zeigt das Dezentrale Stadtmuseum Warendorf erstmals einen Einblick in das künstlerische Schaffen dieses westfälischen Malers des 19.Jahrhunderts.

In einem Artikel von Franz Kroos „Der Maler Heinrich Schilking – Ein großer Künstler Warendorfer Herkunft“ – beleuchtet der Autor kurz den Forschungsstand im Jahre 1985 und bemerkt: „Ein Werkverzeichnis gibt es offenkundig ebenso wenig wie eine Lebensbeschreibung.“ Kroos ermittelte zu diesem Zeitpunkt neun Gemälde in den Museen in Münster, Braunschweig und Oldenburg und weist im Hinblick auf die nur in Schwarz-Weiß gedruckten Bilder des Artikels darauf hin: „Schilkings künstlerisches Können und sein Umgang mit Farbe ist nicht einmal andeutungsweise erkennbar.“ Der gebürtige Warendorfer sei ein „überragender Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts“.

1848 wird er zum Gründungsmitglied der Künstlervereinigung „Malkasten“ in Düsseldorf . Ab 1851 lebt und arbeitet Schilking in Braunschweig. 1869 siedelt er als Hofmaler nach Oldenburg um. Hier ist er für den Zeichenunterricht der Großherzogin Elisabeth von Sachsen-Altenburg zuständig. Am 2. Oktober 1895 stirbt Heinrich Schilking in Düsseldorf und wird hier auch beerdigt.

Leider ist er nach seinem Tod fast in Vergessenheit geraten. Erst in den vergangenen Jahren tauchen einzelne Werke von Heinrich Schilking in Ausstellungen in Liesborn, Münster und Bremen wieder auf.

Die Ausstellung bildet den aktuellen Forschungsstand zum Leben und Werk Schilkings ab. Dabei greift sie auf eine zehn Jahre währende Forschungsarbeit der Kuratoren Alfred G. Smieszchala und Petra Sondermann zurück. Es handelt sich hierbei um eine Pionierarbeit, in der autobiografische Lebenserinnerungen sowie ein umfangreiches Konvolut an Briefen gesammelt und transkribiert wurde; diese aufschlussreichen Text- und Bildfunde stammen aus den unterschiedlichsten westfälischen Archiven und Museen. Die beiden Forscher haben über fast zehn Jahre nicht nur Gemälde und Archivalien zusammengetragen, sondern auch ihre Urlaubsreisen an den Studienreisen Heinrich Schilkings ausgerichtet: an die Ahr, die Lahn oder auch an die Küsten der Normandie. Sie reisten dem Künstler hinterher in die Museen von Oldenburg und Münster, Bremen und Braunschweig und in die Archive des Düsseldorfer Malkastens und der Illustrierten Zeitung Leipzig.

Die umfangreiche Ausstellung, zu der im Michael Imhoff Verlag ein begleitender Katalog erschienen ist, wurde mit finanzieller Förderung der Stadt Warendorf, der Kulturstiftung der Sparkasse und der NRW-Stiftung realisiert. Die Eröffnung findet am Sonntag um 11.30 Uhr im Rathaus statt.

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