Erfolgreich den Schimmelpilz bekämpfen
Nichts machen – geht gar nicht

Warendorf -

Raimund Könighaus machte einen großen „Rundumschlag“ in Bezug auf das Thema „Schimmelbildung und Wärmedämmung“. Die zahlreich erschienenen Mitglieder des Vereins der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer lauschten im Rahmen der diesjährigen Herbstversammlung mit großem Interesse den Ausführungen des Sachverständigen für Schimmelpilzerkennung, -bewertung und -sanierung sowie für Baubiologie.

Donnerstag, 12.11.2015, 09:11 Uhr

Das Thema „Schimmelbildung und Wärmedämmung“  interessierte die zahlreichen Zuhörer im Rahmen der Herbstversammlung von Haus und Grund brennend.
Das Thema „Schimmelbildung und Wärmedämmung“  interessierte die zahlreichen Zuhörer im Rahmen der Herbstversammlung von Haus und Grund brennend. Foto: Vornhusen

Raimund Könighaus machte die im Rahmen der Herbstversammlung so zahlreich erschienenen Mitglieder des Warendorfer Vereins der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer kurzerhand zu „Experten“ rund um das Thema „Schimmelbildung und Wärmedämmung“. Und das schaffte der Sachverständige für Schimmelpilzerkennung-, bewertung und Sanierung sowie für Baubiologie, indem er einen Bogen schlug von der Schimmelpilzbildung bis hin zu den steuerlichen Aspekten einer Schimmelpilz-Bekämpfung. Dabei überzeugte er seine Zuhörer nicht nur durch sein strukturiert vorgetragenes Fachwissen, sondern auch durch eine ordentliche Portion Ehrlichkeit. „Schlimm ist, dass zunehmend jüngere Gebäude von dem Thema „ Schimmelpilz “ betroffen sind“, zog Könighaus Bilanz. Und das obwohl doch viel getan werde rund um die energetische Sanierung.

„Nichts machen, wenn es um Schimmel und Wärmedämmung geht, ist auf jeden Fall falsch“, fand der Sachverständige klare Worte. Und ob sich eine energetische Sanierung am Ende irgendwann tatsächlich amortisiere? „Das weiß doch keiner so genau, es gibt viel zu viele Variablen in solcher einer Berechnung, von der Entwicklung der Energiepreise bis hin zu individuellen Steuersätzen“, setzte Könighaus noch obendrauf. Gerade deshalb sei es so wichtig, zum Thema „Schimmel und Wärmedämmung“ gut informiert zu sein, um dann auch sorgfältig und sachgerecht darauf reagieren zu können.

Was jeder zunächst mal tun könne, um der Schimmelbildung in den eigenen Vier-Wänden vorzubeugen, ist laut Könighaus denkbar einfach. Drei einfache Regeln vermeiden ein feuchtes Raumklima und damit auch die Ursache der Schimmelpilzbildung. Regel Nummer eins: Ein richtiges Verhaltung beim Lüften und Heizen. Im Winter am besten drei Mal am Tag für fünf bis zehn Minuten. Nach dem Duschen und Kochen bitte sofort kurz lüften. Regel Nummer zwei: Letztlich sollte die Luftfeuchtigkeit in einem Raum 50 Prozent nicht übersteigen. Regel Nummer drei: Eine konstante Raumtemperatur zwischen 18 und 20 Grad sollte Tag und Nacht gehalten werden. „Bauen ist immer ein Kampf mit dem Wasser“, warnte Könighaus. Die Ursachen für zu viel Feuchtigkeit am Bau sind vielfältig: Mauerfeuchtigkeit, Kondensation, Rohrbrüche, Salze im Mauerwerk durch eingesichertes Grundwasser, Sickerwasser oder Bodenfeuchte. Der Sachverständige brachte die Zusammenhänge auf den Punkt: „ Wenn die relative Luftfeuchtigkeit im Haus hoch ist, dann ist auch die Schimmelgefahr da, weil der Taupunkt hoch rutscht. „Was kann ich tun?“ lautet also die Frage. Neben einer entsprechenden Sorgfalt beim Heizen und Lüften, ist die Gebäudedämmung eine Antwort auf diese Frage. Der Sachverständige präsentierte den Haus- und Grundmitgliedern mögliche Varianten der Gebäudedämmung mitsamt ihren Vor- und Nachteilen. Ein Wärmedämmverbundsystem beispielsweise ermögliche eine hohe Dämmung mit wenig Wärmebrücken inklusive einem geringen Tauwasserrisiko. Probleme könne es dabei jedoch bei denkmalgeschützten Gebäuden geben oder bei der Anpassung an Fenstersimsen, Dachüberständen oder Balkonen. Die Kerndämmung präsentierte Könighaus als weitere Dämm-Variante. Der Erhalt der Fassade sowie der inneren Raumgrößen seien hier als Vorteile zu sehen, ebenso das geringe Tauwasserrisiko. Bei der Variante Nummer drei, der Innendämmung, riet der Sachverständige unbedingt zu einer ordnungsgemäßen Ausführung. Kleine Hohlräume unter der Dämmkonstruktion könnten zum Problem werden. „Bauphysik ist brutal. Wenn da etwas falsch gemacht wird, dann rächt sich das.“ Wasser sei der größte Feind jeder Art von Wärmedämmung. „Im Extremfall muss eine Dämmung sogar komplett zurückgebaut werden.“ Vorbeugen scheint also auch im Baubereich die beste Medizin: Immer gut lüften und konstant heizen.

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