Augustin-Wibbelt-Gymnasium
AWG: CDU fühlt sich politisch hingehalten

Warendorf -

Ist der Zug für das Augustin-Wibbelt-Gymnasium wirklich abgefahren? Bleibt es wirklich dabei, dass die Schule nur noch als Oberstufen-Teilstandort eines anderen Gymnasiums eine Zukunft hat? Die CDU will sich offensichtlich nicht mit den Signalen abfinden, die aus Schulministerium und Bezirksregierung gesendet werden.

Samstag, 14.11.2015, 05:11 Uhr

Die Zukunft des AWG bleibt in der Diskussion.
Die Zukunft des AWG bleibt in der Diskussion. Foto: Edler

Im Gegenteil: „Ich bin entsetzt, welche Spielchen hier mit uns getrieben werden“, machte Andrea Blacha im Schulausschuss aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Die Politik in Warendorf werde bei der Entscheidung völlig außen vor gelassen. Für Blacha unakzeptabel: „Ich will genau wissen, wo die Zuständigkeiten liegen. Haben wir das alles nur noch zur Kenntnis zu nehmen?“

Bürgermeister Axel Linke teilt das Unverständnis: „Ich bin auch erstaunt, wie das abläuft.“ Er kenne niemanden, der solch ein Verfahren schon mal erlebt habe. Linke wie Beigeordneter Dr. Martin Thormann gaben zu, dass sie letztendlich selbst nicht genau wissen, wie das vom RP per Erlass ausgesetzte Anmeldeverfahren zur Klasse 7 am AWG formal zu bewerten sei. Blacha blieb hartnäckig: „Was passiert, wenn der Rat die Vorstellungen von Ministerium und Bezirksregierung ablehnt?“ Linke: „Das müssen wir mit der Bezirksregierung besprechen.“

Andrea Blacha war Thormann und dem früheren Bürgermeister Jochen Walter vor, bei den Gesprächen mit dem Schulministerium imn September die Aussetzung des Anmeldeverfahrens akzeptiert zu haben: „Da hat die Verwaltung nicht genug getan.“

Das wurde auch von einer Vertreterin der Eltern bestätigt: Das Ministerium habe sogar angeboten im kommenden Jahr, noch einmal ein Anmeldeverfahren durchzuführen. Das sei jedoch von Thormann und Ex-Bürgermeister Walter abgelehnt worden.

Thormann wehrte sich: Man dürfe die positiven Seiten nicht übersehen. Immerhin habe das Land einer Verschmelzungslösung der AWG-Oberstufe zugestimmt. „Der Erlass ist eine Tatsache. Wir sollten das Beste draus machen und die positiven Signale aufnehmen.“

Was Blacha schwer fällt: „Ich fühle mich politisch hingehalten.“ Das machte sie auch an früheren Aussagen fest, das AWG sei durch die Gesamtschule in Warendorf nicht gefährdet. „Die Wirklichkeit sieht anders aus.“

Die Wirklichkeit – das machte Linke dann deutlich – besteht aus der klaren Düsseldorfer Ansage, dass es kein weiteres Aufnahmeverfahren für Klasse 7 geben werde. Linke kritisiert diese Fokussierung auf die Eingangsklassen in der Sekundarstufe I: „Das Erfolgsmodell AWG wird ohne Not zerschlagen.“ Zumal im Schulausschuss deutlich wurde, dass die die angestrebte Erhaltung des pädagogischen Konzepts der AWG-Oberstufe nach der Verschmelzung mit einer anderen Schule als durchaus fraglich angesehen wird.

Eine Lösung des Streits ist zurzeit nicht sichtbar. Klar ist nur eins: Das AWG braucht schnelle und klare Entscheidungen, damit Eltern, Schüler und Lehrer die Zukunfts-Perspektiven beurteilen können.

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