Westpreußisches Landesmuseum
Der Neustart ist gelungen

Warendorf -

„Es war eine Herausforderung und ein wirklich spannendes Jahr.“ Das für Dr. Lothar Hyss, den Chef des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf, und seine Kollegen einen kompletten Neuanfang bedeutete. Und mit vielen offenen Fragen verbunden war: Wie wird das neue Museum angenommen? Kommt das Ausstellungskonzept an?

Mittwoch, 20.01.2016, 05:01 Uhr

Museumsleiter Dr. Lothar Hyss zieht für das Westpreußische Landesmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster Bilanz. Das erste Jahr in der neuen Heimat ist gut gelaufen: „Wir sind in Warendorf angekommen.“
Museumsleiter Dr. Lothar Hyss zieht für das Westpreußische Landesmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster Bilanz. Das erste Jahr in der neuen Heimat ist gut gelaufen: „Wir sind in Warendorf angekommen.“ Foto: Lowinski

Nach einem Jahr fällt das Fazit uneingeschränkt positiv aus: „Wir haben einen Quantensprung gemacht“, stellt Hyss befriedigt fest. Alles neu, alles anders – das Westpreußische Landesmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster ist rundum gelungen. „Am Standort in Wolbeck waren uns die Hände gebunden“, erinnert sich der Museumsleiter. „In Warendorf konnten wir unsere Ideen und Konzepte verwirklichen – die Ausstellung ist modern und zeitgemäß.“

Die Herausforderungen des Neustarts sind bewältigt. Das Westpreußen-Museum ist am neuen Standort angekommen: „Unser Haus ist in der Stadt voll akzeptiert und etabliert“, gibt Hyss seinen Eindruck wieder, der auch von den Stadtführern bestätigt wird, die den Warendorfer Pulsschlag sehr direkt mitkriegen. „Das freut mich ganz besonders“ sagt Hyss. „Unser Museum soll ja keine isolierte Insel, sondern eine offenes Haus für alle sein.“

Gut entwickelt habe sich auch der Kontakt zu den Warendorfer Schulen, berichtet der Museumsleiter. Lernprogramme, Museumspädagogik – das soll gemeinsam mit den Schulen weiterentwickelt und ausgebaut werden. Ein besonders tagesaktuelles Modul für die Arbeit mit Schülern ist gerade in Arbeit. Da geht es um das Thema Migration – gestern und heute.

Aktualität und Zeitgeschichte – das gehört beim Blick auf das Land an der unteren Weichsel aus heutiger Sicht zusammen: „Dort ist die Geschichte ja nicht stehen geblieben“, macht Hyss deutlich. Und erinnert daran, dass nicht nur die heute in Deutschland lebenden Westpreußen Vertrieben waren. Auch die Menschen, die heute im früheren Westpreußen eine neue Heimat gefunden haben, sind ja Vertriebene gewesen.

Vorurteile und Misstrauen der Zeit direkt nach 1945 sind heute einer intensiven Zusammenarbeit über die Grenze hinweg gewichen: Die deutsch-polnische Kooperation in Sachen Westpreußen soll weiter intensiviert und ausgebaut werden, wünscht sich Hyss. Da gibt es viele Ansätze und bald auch das nächste konkrete Projekt: Das Nationalmuseum Danzig wird 2017 in Warendorf zu Gast sein und hier Stücke aus seinen Beständen präsentieren. „Das wird hochinteressant“, ist Hyss überzeugt.

Die Besucherzahlen haben sich im ersten Jahr gut entwickelt und entsprechen den Erwartungen, sagt der Museumschef. Doch sie sollen steigen, ist das Ziel. „Warendorf ist jetzt erschlossen“, so Hyss. Im nächsten Schritt soll das Museum auch auf der Kreisebene bekannter werden: „Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen und wollen jetzt weiter Gas geben.“ Hyss hofft, dass sich ähnlich wie in Wolbeck ein Förderverein oder Freundeskreis des Museums bildet und hat da auch schon erste Gespräche geführt

Die positiven Kommentare der Besucher – etwa im Gästebuch – sind eine zusätzliche Motivation, die nächsten Herausforderungen anzugehen, findet Hyss: „Die Arbeit macht Riesenspaß.“

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