Rats-Protokolle
Im Dienste der Forschung

Warendorf -

Es war eine wahre Mammutaufgabe mit viel Liebe zum Detail, der der im November 2010 verstorbene Siegfried Schmieder nachging: 1993 hatte Schmieder mit der Erstellung einer Reihe der Rats-Protokolle und Kämmereirechnungen der Stadt Warendorf begonnen. Sie setzt im Jahr 1571 ein und ermöglicht auf mehreren Tausend Seiten spannende Einblicke in die Geschichte Warendorfs.

Mittwoch, 27.04.2016, 10:04 Uhr

Präsentierten das Ergebnis einer Mammutaufgabe: Sitzend: Mechtild Wolff, Dr. Irmgard Schmieder, Annegret Schröder; stehend: Dr. Ekkehard Gühne, Wolfgang Reisner, Prof. Dr. Paul Leidinger, Dr. Thomas Brakmann, Peter Scholz, Dr. Martin Thormann.
Präsentierten das Ergebnis einer Mammutaufgabe: Sitzend: Mechtild Wolff, Dr. Irmgard Schmieder, Annegret Schröder; stehend: Dr. Ekkehard Gühne, Wolfgang Reisner, Prof. Dr. Paul Leidinger, Dr. Thomas Brakmann, Peter Scholz, Dr. Martin Thormann. Foto: Irmler

Dank der Unterstützung und Zustimmung von Schmieders Witwe Dr. Irmgard Schmieder gelang es dem Kreisgeschichtsverein Beckum-Warendorf, die Arbeiten fortzusetzen. Jetzt präsentierte er den bereits elften Band der Reihe, der die Zeit von 1766 bis 1790 beleuchtet.

„Möge dieser Band wieder Anlass für geschichtliche Forschungen geben“, lautete der Wunsch des Sparkassen-Kurators Peter Scholz. Erneut hatte das Geldinstitut bei der Realisierung des Werks geholfen. „Das ist etwas, was in Nordrhein-Westfalen und ganz Norddeutschland einmalig ist.“

„Dies ist ein herausragendes Quellenwerk“, befand auch Prof. Dr. Paul Leidinger . „Alles, was von Wichtigkeit war, ist in den Rats-Protokollen behandelt worden. Dass Siegfried Schmieder einen Blick für diese Bedeutung hatte, ist bemerkenswert.“ Schmieder habe die Rats-Protokolle und Kämmereirechnungen der Stadt nicht einfach nur „lesbar“ gemacht, sondern in einem zweiten Schritt vom Niederdeutschen in das heutige Hochdeutsch übersetzt. „Deswegen ist dieses Werk so wichtig. Wir werden selbstverständlich noch Band 12 herausbringen, um das Gesamtwerk zu vollenden“, versprach Leidinger. „Es ist ein Werk, das der Forschung dienen soll.“

Sein besonderer Dank galt Annegret Schröder, die ein rund 60-seitiges Register erstellt hat. „Es ist spannend und unglaublich vielfältig“, betonte sie im Rahmen der Vorstellung.

Für die Stadt Warendorf nahm Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann an der offiziellen Präsentation des in einer Auflage von 110 Stück erschienen Bandes teil. „Vielleicht passt es ja gar nicht so schlecht, wenn sich auch der Kämmerer damit befasst. Wir machen heute eigentlich auch nichts anders – nur heißt das bei uns Jahresabschlüsse. So gesehen produzieren wir heute im Grunde genommen riesige Mengen für zukünftige Historiker.“ Sein Dank gelte vor allen Dingen Prof. Leidinger. „Dass Sie mit 83 Jahren eine solche Arbeit leisten und Tag für Tag am Schreibtisch sitzen. Davor habe ich allergrößten Respekt.“

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