Wieninger Bach: Erster Spatenstich
Bach wird blaues Klassenzimmer

Hoetmar -

Während einer Feierstunde am Ufer des Baches, die Gregor Peter, stellvertretender Vorsitzender des Wasserverbandes Warendorf Süd, eröffnet hatte, brachte Josef Brand die Ziele der 70 000 Euro teuren Renaturierungsmaßnahme auf einen kurzen Nenner. Einerseits gehe es darum, das Gewässer, den Forderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie gemäß, ökologisch aufzuwerten, ökologische Durchgängigkeit wie auch Gewässerstruktur für Lebewesen im Bach zu verbessern, andererseits solle aber auch die Erlebbarkeit des Baches für Kinder erhöht werden.

Donnerstag, 26.05.2016, 15:05 Uhr

Zum ersten Spatenstich hatten sich gestern Morgen neben etlichen Grundschülern Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Axel Linke, Vertreter von Bezirksregierung, Wasserverband, Schule, Kindergarten und Dorfwerkstatt, die beteiligten Planer sowie Vertreter der bauausführenden Firma Otto aus Hopsten am Ufer des Wieninger Baches versammelt.
Zum ersten Spatenstich hatten sich gestern Morgen neben etlichen Grundschülern Landrat Dr. Olaf Gericke, Bürgermeister Axel Linke, Vertreter von Bezirksregierung, Wasserverband, Schule, Kindergarten und Dorfwerkstatt, die beteiligten Planer sowie Vertreter der bauausführenden Firma Otto aus Hopsten am Ufer des Wieninger Baches versammelt. Foto: Brocker

Dass die Hoetmarer Dorfwerkstatt es nicht bei Absichtserklärungen belässt, sondern zügig an der Umsetzung ihrer Projekte arbeitet, wird sie der Bundesbewertungskommission im Wettbewerb „ Unser Dorf hat Zukunft “ in knapp drei Wochen vor allem an zwei Leuchtturmprojekten präsentieren. Das eine ist das Läutehaus, das andere die Renaturierung des Wieninger Baches zwischen den beiden Holzbrücken, die am Mittwoch mit dem symbolischen ersten Spatenstich in Angriff genommen worden ist.

„Hoetmar wird noch schöner“, befand Landrat Dr. Olaf Gericke . Er zeigte sich begeistert von der Idee, den in unmittelbarer Nachbarschaft von Kindergarten und Grundschule liegenden Bach in einen Spiel- und Lernort zu verwandeln. Der Kreis, so Gericke, habe daher gerne 20 Prozent der Kosten übernommen. Die übrigen 80 Prozent schultert das Land. „Es gibt Stadtkinder, die nicht wissen, dass Kartoffeln in der Erde wachsen“, begrüßte auch Bürgermeister Axel Linke das Projekt, für das die Stadt Warendorf die benötigten Flächen zur Verfügung stellt.

Im Zuge der Maßnahme, die auch dem Hochwasserschutz dient, werden, wie Heinz-Jürgen Müller (Amt für Planung und Naturschutz beim Kreis Warendorf) im Gespräch mit den WN erläuterte, Flachzonen mit Sand- und Matschbereichen geschaffen. Eine breite Treppe soll den Kindern den Zugang zum Wasser erleichtern. Im Bach selbst wird es große Trittsteine geben. Die Verbindung von Renaturierung, Ökologie und Pädagogik bezeichnete Müller als „einzigartig“. Neben Peter Molitor (Dorfwerkstatt) und Moritz Hillebrand (Westfälisch-lippischer Landwirtschaftsverband) sowie Vertretern des Planungsbüros Schmelzer Ingenieure haben Dorothee Nottebaum, kommissarische Leiterin der Dechant-Wessing-Schule, und Anne Peter, Leiterin des Kindergartens St. Lambertus, das Projekt von Anfang an begleitet. Beide Pädagoginnen berichteten, welch hohen Stellenwert der Bach in ihrer Arbeit hat. „Raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Bach“, heißt es für die Grundschüler nicht nur, wenn Bewertungskommissionen das Dorf besuchen. Am Mittwoch beispielsweise hatte die Schule einen Workshop beim Landesfischereiverband gebucht. Im „Blauen Klassenzimmer“ halfen zwei Experten den Kindern und ihrer Lehrerin Renate Lohmann beim Entdecken der Bachbewohner.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4032604?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F4852628%2F4852636%2F
Nachrichten-Ticker