Jour fixe XXL
Neu, frisch und frech – einfach stark

Warendorf -

Große Gruppen – große Stimmung: Mit einem besseren Programm hätte der Jour fixe sich kaum in die Sommerpause verabschieden können. Volles Haus im großen Saal des Theaters am Wall obwohl zeitgleich Weinfest am Emssee. Das spricht für das Programm. Und gefühlvoll geht es dann auch gleich los.

Sonntag, 12.06.2016, 15:06 Uhr

Einen Genrewechsel in die Welt des Tanzes bringt Christyna Miller. Sie hat schon mehrfach beim Jour fixe mit einer Tanzperformance begeistert. Diesmal zeigt sie eine Performance aus ihrer Show. „Das Stück „Don‘t Let Me Down“ ist nicht nur tänzerisch, sondern auch als Video umgesetzt
Einen Genrewechsel in die Welt des Tanzes bringt Christyna Miller. Sie hat schon mehrfach beim Jour fixe mit einer Tanzperformance begeistert. Diesmal zeigt sie eine Performance aus ihrer Show. „Das Stück „Don‘t Let Me Down“ ist nicht nur tänzerisch, sondern auch als Video umgesetzt Foto: Trautner

Große Gruppen – große Stimmung: Der Jour fixe XXL ist für große Gruppen gedacht, für die die Dachbühne bei den monatlichen Veranstaltungen zu klein ist. Die große Bühne im Paul-Schallück-Saal des Theaters am Wall bedeutet aber auch Platz für mehr Publikum. Erwartungsgemäß ist das Theater am Samstag wieder gut gefüllt, stehen muss diesmal aber niemand.

„So ist das mit den Terminen“, eröffnet André Auer die Veranstaltung. Denn ursprünglich hatte man das Theaterfest früher geplant. Aber man wollte nicht mit dem Weinfest kollidieren. „Dann kam das Wetter“, fügt Auer ironisch hinzu. Aufgrund drohender Unwetter , die nicht kamen, musste das Weinfest verschoben werden. Und so fanden beide Veranstaltungen am Samstag statt – und beides funktionierte.

Der Jour fixe XXL startet mit einem Debüt. Das Trio „Only In Between“ ist noch nie gemeinsam aufgetreten. Das wird sich ab jetzt sicher ändern. Denn Sandra Batkowski (Gesang), Christian Schmölzing (Gitarre) und Thomas Krass (Klavier) gaben einen gelungenen Einstieg. Die Besetzung probt erst seit dem Februar diesen Jahres. Ihre selbst komponierten Stücke beschreiben tiefe Gefühle und Zwischenmenschliche Begebenheiten. Batkowski begeistert mit einer emotionalen aber kräftigen Stimme, die zeitweise keltisch anmutet. „Sandra ist unser Sechser im Lotto“, verrät Thomas Krass dem Publikum.

Das Trio eröffnet den Jour fixe mit Musik ohne viel „Schnickschnack“, bei der die Aussage und die Emotionen eindeutig im Vordergrund stehen.

Um den Zeitplan einigermaßen einzuhalten, sind Zugaben nicht eingeplant. Und so bleibt Thomas Krass dann auch gleich sitzen und feiert mit dem Chor „Kreuz und Quer“ sein zweites Jour-fixe-Debüt.

Ein gut gelaunter André Auer überbrückt die Umbaupausen geschickt mit einer witzigen Moderation. Den Chor „Kreuz und Quer“ gibt es seit 15 Jahren. Darf sich aber, seit Heike Blienert 2014 die musikalische Leitung übernahm, über einen enormen Mitgliederzuwachs freuen. Aber es gibt noch Einstiegsmöglichkeiten. Der Chor zählt mittlerweile über 60 Mitglieder. Fünfzig davon stehen am Samstag erstmals auf der Bühne. Neu, frisch und frech arrangiert präsentieren sie bekannte Lieder aber auch Neues und eher Unbekanntes. Der Chor strahlt eine Leichtigkeit und Freude aus, die sofort auf das Publikum übergeht. Zu „The Lion Sleeps Tonight“ hat man sich „wildes Getier“ dazu geholt, das zum Glück am Bühnenrand ein Nickerchen hält. Wie üblich, gibt es beim Jour fixe für die Erstauftritte einen „Flaffel“. Diesmal gibt eine Stoff-Fledermaus für die beste „tierische“ Leistung obendrauf.

Einen Genrewechsel in die Welt des Tanzes bringt Christyna Miller. Sie hat schon mehrfach beim Jour fixe mit einer Tanzperformance begeistert. Diesmal zeigt sie eine Performance aus ihrer Show. „Das Stück „Don‘t Let Me Down“ ist nicht nur tänzerisch, sondern auch als Video umgesetzt. Eine sehenswerte Verbindung.

Der Chor „Tonart“ aus Oelde hat gängige Popsongs als Schwerpunkt. Der MGV „Liedertafel“ von 1850 Stromberg bestand bis 2011 als Männergesangverein. Das Interesse einiger sangesbegeisterter Damen ließ an eine Zusammenarbeit in einem gemischten Chor denken. Nach einer „Schnupperphase“ fiel dann im Frühjahr 2012 unter der Leitung von Hans–Jörg Wever die Entscheidung, zukünftig als gemischter Chor unter dem Namen „TonArt zu proben und aufzutreten. Den Wettstreit zwischen Mann und Frau haben sie spielerisch inszeniert und gelungen in ihr Bühnenprogramm eingebaut. Zu „Rule The World“ von Coldplay wird das Theater zur Arena – die Zuschauer singen alle mit.

Das Orchester Musica Viva aus Everswinkel sorgt sogar für Standing Ovations beim Publikum. Es beweist wieder einmal, was man mit einem Akkordeon alles machen kann. Und auf der TAW- Bühne sind gleich zwanzig dieser Instrumente. Leiter Heiko Kraft holt aus seinen Musikern alles heraus. Aber auch Kraft selbst erzählt mit ganzem Körpereinsatz das jeweilige Musikstück. John Miles Evergreen „Music“ wird unter seinem Arrangement zu einem bombastischen Erlebnis.

Die „Nova Beatz“ bringen einen kleinen Tornado ins Theater. Die mehrfach ausgezeichnete Hip Hop Gruppe aus Warendorf ist schon Stammgast beim Jour fixe. 12 Tänzerinnen und ein Tänzer zeigen eine gewagte Choreographie zu harten Beats.

Kurz vor Schluss sorgen die „Fab Four“ aus Münster für Nostalgie. Johannes Kuhn, Florian Giese, Vincent Hagen und Christian Josef lassen die „Beatles“ im Theater am Wall auferstehen. Die großen Hits der „Pilzköpfe“ haben sie im Gepäck. Nicht nur die Songs klingen authentisch. Die „Fab Four“ haben auch ihre Outfits den Beatles angeglichen. Fast könnte man meinen, Ringo, Paul, George und John stehen leibhaftig auf der Bühne.

Mit einem besseren Abschluss hätte der Jour fixe sich kaum in die Sommerpause verabschieden können. Es sei noch erwähnt: Die neue Rubrik „Netzflix“ fehlt nicht: Es gibt „Perlen aus dem Lokaljournalismus“.

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