Tschernobyl-Kinder verabschiedet
Ein Dankeschön für Claire Mesch

Milte -

Nach einem dreiwöchigen Erholungsaufenthalt in Milte sind 15 Kinder aus Swenks am Freitagabend offiziell verabschiedet worden. Bei ihren Gasteltern bedankten sich die Kinder mit einem kurzweiligen Unterhaltungsprogramm und kleinen Geschenken.

Montag, 01.08.2016, 06:08 Uhr

Pater Tom überreichte Claire Mesch einen Pokal, mit dem Gasteltern, Kinder und Betreuerinnen ihren langjährigen Einsatz zugunsten der Kinder von Tschernobyl würdigten. Die Kinder aus Swensk hatten für die Abschiedsfeier flotte Tänze vorbereitet (kleines Foto).
Pater Tom überreichte Claire Mesch einen Pokal, mit dem Gasteltern, Kinder und Betreuerinnen ihren langjährigen Einsatz zugunsten der Kinder von Tschernobyl würdigten. Die Kinder aus Swensk hatten für die Abschiedsfeier flotte Tänze vorbereitet (kleines Foto). Foto: Mesch (1), Brocker (3)

Während Sie gerade gemütlich am Frühstückstisch die Zeitung lesen, sitzen die 15 Kinder aus Swensk, die gestern Vormittag nach einem dreiwöchigen Erholungsaufenthalt in Milte die Heimreise nach Weißrussland angetreten haben, immer noch im Bus. Gemeinsam mit Altersgenossen, die in Albersloh und Havixbeck drei erholsame Ferienwochen verbracht haben. Voraussichtlich am Nachmittag werden die Eltern ihre Kinder wieder in die Arme schließen können.

Am Freitagabend hatten Claire Mesch , Anne Sendker und Rita Hagedorn, seit vielen Jahren so etwas wie die Motoren der Milter Tschernobylinitiative, Gastfamilien, Sponsoren und Vertreter der örtlichen Vereine auf das Sportgelände der DJK Milte zum traditionellen Dankeschönabend eingeladen. Die Gäste erwartete neben 130 Würstchen vom Grill und leckeren Salaten ein kurzweiliges Unterhaltungsprogramm , das die Kinder aus Swensk mit ihren Betreuerinnen Olga und Tatjana einstudiert hatten, um sich bei ihren Gasteltern zu bedanken.

Die 9- bis 15-Jährigen trugen Gedichte von Friedrich Schiller und Heinrich Heine vor, stellten ihre Tanzkünste und mit der Aufführung des Märchens „Schneewittchen“ ihr schauspielerisches Talent unter Beweis. Angelina sang überdies – und sehr zur Begeisterung ihrer Zuhörer – in russischer Sprache ein Lied vom Leben und der Liebe. Schließlich gab es für alle Gastgeber kleine Geschenke.

Betreuerin Tatjana erinnerte an das umfangreiche Programm, das die Milter den Kindern während der vergangenen drei Wochen geboten hatten. Da gab es Friseurtermine mit Barbara Reckermann bei „Haircules“ in Glandorf, eine Fahrt zur Freilichtbühne nach Tecklenburg, das Ponyreiten bei Pries am Beverstrang, eine Kanutour auf der Ems und Grillabende. Auf dem Dinkelhof Horstmann wurde Swingolf gespielt, Schuh-Shopping war bei Ralf Grube in Warendorf angesagt. Ganz bestimmt werden die Kinder ihren Eltern von einem Ausflug im Jagdwagen mit Jöppe Dreimann berichten. Ziel war die Pferdeklinik am Beverstrang, die normalerweise für Besucher tabu ist. Die Kinder durften hinter die OP-Kulissen schauen und erlebten, wie ein Pferd mit Hilfe eines Krans auf den OP-Tisch gehievt wurde. Bemerkenswert fand Betreuerin Tatjana auch die Begegnung mit Bürgermeister Axel Linke, der den Kindern Memory-Spiele mit Bildern von Warendorf schenkte. Betreuerin Olga dankte Claire Mesch und deren Mitstreitern im Namen der weißrussischen Eltern für die liebevolle Aufnahme der Kinder und überreichte der Initiative eine Ehrenurkunde des Direktors der Schule in Swensk. Schließlich gab es für Claire Mesch, die 1994 – damit acht Jahre nach der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl – die Initiative vor Ort gegründet hatte, für ihren nimmermüden Einsatz einen Pokal, den Gasteltern, Kinder und Betreuerinnen gestiftet und signiert hatten. Überreicht wurde diese Trophäe von Pater Tom, der, mit Blick auf die allgemeine Nachrichtenlage befand: „Die Welt ist noch schön, lebens- und liebenswert, so lange es noch Leute gibt wie Frau Mesch.“

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