Neuer Bildstock in Flintrup
Denkmal schmückt Zufahrt

Freckenhorst -

Zu seinem 90. Geburtstag am 18. September hatte Alfons Mußenbrock eigentlich nur einen Wunsch, der jetzt, einige Monate vor dem Fest, bereits in Erfüllung gegangen ist: Einen neuen Bildstock für die Zufahrt zu seinem Hof in Flintrup.

Mittwoch, 03.08.2016, 16:08 Uhr

Petra, Helmut, Alfons und Anni Mußenbrock sitzen gerne auf der kleinen Bank an ihrem Bildstock in Flintrup.
Petra, Helmut, Alfons und Anni Mußenbrock sitzen gerne auf der kleinen Bank an ihrem Bildstock in Flintrup. Foto: Brocker

Nach der Aufgabe der Grabstätte seiner Eltern auf dem alten Freckenhorster Friedhof hatte sich Alfons Mußenbrock Gedanken über einen neuen Standort für das rund 50 Jahre auf dem Grab stehende Denkmal gemacht, das sein 1974 verstorbener Bruder Karl, ein Holzbildhauer, geschaffen hatte. Werke, die die Handschrift des bekannten Künstlers tragen, finden sich nicht nur an Bildstöcken in den Bauerschaften rund um Warendorf , sondern auch im Haus der Familie Mußenbrock.

An der Hofzufahrt, so die Überlegung des 89-Jährigen, käme der Bildstock zu besonderer Geltung. Dort, wo seit 100 Jahren ein alter Bildstock aus Beton stand, der trotz regelmäßiger Restaurierungen, unansehnlich und wohl auch nicht mehr zu restaurieren war. Trotzdem hatte Mußenbrock Skrupel, das alte Hofkreuz abzureißen. Immerhin habe seine Mutter, deren erster Mann – und Vater eines Sohnes – im Ersten Weltkrieg gefallen war, den Bildstock 1916 errichten lassen. Das Beton-Kreuz mit Sandstein-Korpus stand auf einem gemauerten, mit Sandsteintafeln versehenen Sockel. In dessen Mittelpunkt befand sich eine Schrifttafel aus schwarzem, poliertem Stein. Auf dieser war die Inschrift „Mag‘s stürmen nur und toben; Es hat keine Not; Zu Gott schau stets nach oben; im Leben und im Tod“ zu lesen.

Erst, nachdem Pfarrer Helmut Horstmann Alfons Mußenbrock und dessen Familie in der Überlegung bestärkt hatte, das alte Wegekreuz durch ein neues zu ersetzen, indem er ganz pragmatisch erklärt hatte, dass schließlich auch Kirchen abgerissen würden, schufen Mitarbeiter der Zimmerei Albers und Felix Klockenbusch , ein Freund der Familie, nach einem Entwurf Helmut Mußenbrocks den neuen Bildstock.

Auf einem Sockel aus Eichenholz, in den Familie Mußenbrock die Inschrift schnitzen ließ, die zuvor den schwarzen Stein geschmückt hatte, ruht das von Karl Mußenbrock geschaffene Relief, das den Gekreuzigten und die Inschrift „Herr Dein Leiden und Kreuz führe uns zum ewigen Leben“ zeigt. Eine kleine Bank, direkt vor diesem sichtbaren Zeugnis des Glaubens aufgestellt, lädt zum Innehalten ein. Nicht nur Petra Mußenbrock findet es „entspannend, dort zu sitzen und den ganzen Hof im Blick zu haben.“

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