Asyl
Ausreise ist amtlich

Hoetmar -

Mit einem Fest werden Nachbarn und Freunde heute die Familie Zukorlic verabschieden, deren Asylantrag abgelehnt worden ist. Die Ausländerbehörde des Kreises Warendorf teilt dazu mit, dass sie die Familie bei ihrer freiwilligen Ausreise nach Serbien und beim angestrebten Visumsverfahren zur Aufnahme einer Beschäftigung im Bundesgebiet mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen werde

Dienstag, 30.08.2016, 00:08 Uhr

Familie Zukorlic wird heute von Nachbarn und Freunden verabschiedet. Detlef Rosenbach (l.), Emil Zukorlics Arbeitgeber Gerhard (5. v. l.) und Bernd Averbeck (r.) hoffen auf eine schnelle Rückkehr der Familie nach Hoetmar.
Familie Zukorlic wird heute von Nachbarn und Freunden verabschiedet. Detlef Rosenbach (l.), Emil Zukorlics Arbeitgeber Gerhard (5. v. l.) und Bernd Averbeck (r.) hoffen auf eine schnelle Rückkehr der Familie nach Hoetmar. Foto: Brocker

Mit einem kleinen Fest werden sich Nachbarn und Freunde der Familie am Mittwoch von Emil, Sejla, Emin und Emrath Zukorlic verabschieden. Der Asylantrag der muslimischen Familie, die aus Tutin im Sandžak, einer bergigen Region im Südwesten Serbiens , stammt und sich dort von Wahhabiten, sunnitischen Extremisten, bedroht fühlt(e), wurde abgelehnt. Die WN berichteten. Am 2. September kehren die Zukorlics nun – auf unbestimmte Zeit, da Termine für das Visumsverfahren bei der Deutschen Botschaft nicht zu bekommen sind – freiwillig in ihre alte Heimat zurück. Nur mit einem Arbeitsvisum können sie in ihre neue Heimat zurückkehren.

Nach Ansicht des Anwaltes der Familie hätte der Kreis Warendorf die Möglichkeit gehabt, das Verfahren erheblich zu verkürzen, wenn er denn den Ermessensspielraum genutzt hätte, den Paragraf 5, Absatz 2 des Aufenthaltsgesetzes bietet. Das sieht der Kreis offenbar anders.

Die Ausländerbehörde des Kreises Warendorf schreibt in einer Pressemitteilung, dass sie die Familie bei ihrer freiwilligen Ausreise nach Serbien und beim angestrebten Visumsverfahren zur Aufnahme einer Beschäftigung im Bundesgebiet mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen werde. „Es ist bedauerlich, dass eine hier gut integrierte Familie ausreisen muss. Doch die Entscheidung über den Asylantrag ist ausschließlich Sache des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)“, teilt Kreisordnungsdezernentin Petra Schreier mit.

Nachdem das BAMF den Asylantrag der Familie abgelehnt habe, wolle sie die Möglichkeit einer freiwilligen Rückkehr in ihr Heimatland Serbien nutzen und könne dort ein Visum beantragen. „Wir haben uns mit dem BAMF in Verbindung gesetzt, um die zehnmonatige Wiedereinreisesperre für die Familie zu verkürzen, damit sie bei der deutschen Vertretung in ihrem Heimatland ein Visum beantragen kann und der Familienvater dann die Möglichkeit bekommt, seine Beschäftigung wieder aufzunehmen“, erklärt Petra Schreier. Der Arbeitgeber habe bereits einen entsprechenden Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt.

Zum Hintergrund erläutert der Kreis: „Am 27. Juli 2016 hat Familie Zukorlic erklärt, dass sie sich für eine freiwillige Ausreise entscheidet. Der Flug, der über die internationale Organisation für Migration (IOM) gebucht und bezahlt wurde, soll am 2. September erfolgen. Ausweichtermine für die freiwillige Rückkehr sind nicht vorgesehen. Darüber wurde die Familie am 11. August schriftlich informiert. Genügend Zeit also, um alle Vorbereitungen zu treffen. Der Rechtsbeistand und die Unterstützer der Familie sind in vielen telefonischen und persönlichen Gesprächen von der Ausländerbehörde des Kreises beraten worden.

Dabei ging es auch um den Hinweis des Anwalts der Familie, dass auf die Durchführung eines Visumsverfahrens aufgrund einer Regelung im Aufenthaltsgesetz ausnahmsweise verzichtet werden könne. Die Voraussetzungen für eine solche Ausnahme liegen bei Familie Zukorlic. jedoch nicht vor. Denn die Familie ist weder auf legalem Weg in die Bundesrepublik eingereist noch führte das Asylverfahren zu einem Bleiberecht.

Wie jede andere Familie kann auch Familie Zukorlic das erforderliche Visumsverfahren bei der deutschen Botschaft im Heimatland durchführen. Auf die Terminvergabe bei der Botschaft hat der Kreis Warendorf keinen Einfluss.“

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