Theaterfest XXL im TaW
Traum ist jetzt 20 Jahre Realität

Warendorf -

„Wir legen jedes Mal gern noch ein Schippchen drauf“, beteuerte André Auer vom Verein „Theater am Wall“ in der Anmoderation zum Jour fixe XXL im überfüllten Paul-Schallück-Saal. Genau nach diesem Rezept schenkten er und sein Team dem Publikum zum 20. Geburtstag des TaW-Vereins ein besonders fulminantes Theaterfest.

Sonntag, 18.09.2016, 15:09 Uhr

Die Dance Company  der Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen unter Leitung von Anke Gutsche führte in einem zehnminütigen Parforceritt gekonnt durch die Jahrzehnte des Tanzes seit den 50er Jahren..
Die Dance Company  der Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen unter Leitung von Anke Gutsche führte in einem zehnminütigen Parforceritt gekonnt durch die Jahrzehnte des Tanzes seit den 50er Jahren.. Foto: Ulrike von Brevern

Unbestreitbarer Star des Abends, mit dem die neue Spielzeit eröffnet wurde, war der neue Leiter der Musikschule Beckum-Warendorf, Holger Blüder, der mit einem Soloprogramm sein Debüt in der Region gab.

Aber auch die anderen Gruppen und Solisten boten Unterhaltung auf gewohnt hohem und abwechslungsreichem Niveau. Dabei hielten sich Neuzugänge und Alte Hasen ziemlich die Waage.

Nur kurz erinnerte Auer an die Zeit vor zwanzig Jahren, als das Angebot des Theaters am Wall kein Publikum mehr fand und der TÜV das Haus dichtmachen wollte. Heute dagegen sei, sowohl was die Auslastung als auch die Ausstattung angehe, kaum ein vergleichbares Haus in der Umgebung zu finden. „Genau davon haben wir vor 20 Jahren geträumt“, zeigte er sich hoch zufrieden mit dem Erreichten.

„Der Charme dieses Hauses war immer, dass nicht alles ganz perfekt ist“, erinnerte Co-Moderatorin Birgit Lücke . Mit dem Theaterfest stellten die Organisatoren einmal mehr unter Beweis, dass sie den schmalen Grat zwischen professioneller und ambitionierter regionaler Kultur bravourös beherrschen.

Der erste Block des über vierstündigen Programms war dem Tanz gewidmet. „Wir sehen die weibliche und männliche Interpretation von Tanz“, schmunzelte Lücke nach dem akrobatischen Auftritt der dreiköpfigen (männlichen) Street Dance-Truppe rund um Waldemar Bartels von der Tanzschule Ingrid.

Die vorwiegend weibliche Interpretation boten die Kindergruppe der Ballettschule Orosz mit der verträumten Choreographie „Windrose“ sowie die Jugendgruppe mit ihrer Interpretation von „A Chorus Line“.

Die Dance Company der Fritz-Winter-Gesamtschule Ahlen unter Leitung von Anke Gutsche führte in einem zehnminütigen Parforceritt gekonnt durch die Jahrzehnte des Tanzes seit den 50er Jahren.

„Der passt zu uns!“, fasste Birgit Lücke nach dem höchst gelungenen Debüt von Holger Blüder zusammen, der sich bei seinem Programm selbst am Flügel begleitete. Der Musikschulleiter kombinierte Gedichte von Heinz Erhardt mit musikalisch-kabarettistischen Stücken von Georg Kreisler und sorgte damit für einen niveauvollen Angriff auf die Lachmuskeln. Im Mittelpunkt der ausgewählten Stücke stand – wie könnte es anders sein – das Thema Musik. Dabei erlag Blüder nicht der Versuchung, die beiden Künstler zu kopieren, sondern fand seine höchst eigene Interpretationen. Das Publikum forderte vehement Zugabe.

Damit war die Latte für die nachfolgenden Künstler hoch gehängt. Aber die Freckenhorster Showtanzgruppe „Flying Sisters“ zeigte sich mit ihrer rockigen Tanzdarbietung davon unbeeindruckt und konnte ebenfalls nicht ohne Zugabe gehen. Catharina Dahlhaus, die Popballaden unter anderem von Adele vortrug und sich ebenfalls selbst am Flügel begleitete, fiel durch eindrucksvolle Stimmkraft auf.

Nils Hälker, der an diesem Abend für das Licht zuständig war, zaubert ihr mit aufgefächertem, sich kreuzendem Scheinwerferlicht eine intime Bühnenatmosphäre. Zum ersten Mal kamen an diesem Abend die neuen Licht- und Tonmischpulte zum Einsatz, die das TaW von der Sparkasse Münsterland Ost zum Geburtstag bekommen hat.

Der Shanty-Chor „Hiev rund“ vermied gängige Klassiker und überraschte unter anderem mit einem französischen Shanty. Vier Damen aus dem Wolbecker Ballettstudio Tenbrock brachten in einer zeitgenössischen Choreographie etwas Pariser Atmosphäre auf die Bühne ehe zum Abschluss die Rockband „The Buggs“ nicht nur musikalisches Können zeigte, sondern auch die Leistungsfähigkeit der Tonanlage unter Beweis stellte.

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