Nachbarschaftsstreit um Kneipenlärm
Restriktionen sind keine Lösung

Warendorf -

Die Liberalen befürchten ein Kneipensterben und halten nichts von Restriktionen: Im Nachbarschaftsstreit zwischen der Kultkneipe „Mr. Ed‘s“ und einigen Anliegern schlägt sich die FDP auf die Seite von Betreiber Ralf „Ralle“ Friedrich und macht sich Sorgen, dass Kneipenbummler sich künftig auswärts orientieren müssen: „Dann liegt Warendorfs beste Gastronomie künftig tatsächlich in Münster“, so Fraktionschefin Dr. Beate Janinhoff und ihr Stellvertreter Daniel Hernaiz-Kleine.

Dienstag, 04.10.2016, 16:10 Uhr

Kneipenbesuch: Nachdem es Klagen gegen nächtlichen Lärm rund um „Mr. Ed‘s“ gibt, haben sich FDP-Fraktionsmitglieder ein Bild vor Ort gemacht. Im Bild: (v. l.) Halil Basaran (Extrablatt), Ralle Friedrich (Ed‘s), Ronald Hüsemann, Dr. Beate Janinhoff und Daniel Hernaiz-Kleine.
Kneipenbesuch: Nachdem es Klagen gegen nächtlichen Lärm rund um „Mr. Ed‘s“ gibt, haben sich FDP-Fraktionsmitglieder ein Bild vor Ort gemacht. Im Bild: (v. l.) Halil Basaran (Extrablatt), Ralle Friedrich (Ed‘s), Ronald Hüsemann, Dr. Beate Janinhoff und Daniel Hernaiz-Kleine.

Die FDP-Ratsfraktion hat sich bei einem Besuch im „Ed‘s“ über den Sachstand der Nachbarschaftsklage gegen den Gastronomen informiert. Friedrich habe dabei deutlich gemacht, dass die Behauptung, allein seine Gäste seien für den nächtlichen Lärm verantwortlich, nicht zutreffe.

Zudem habe sich vor dem Verwaltungsgericht herausgestellt, dass sämtliche Auflagen, die das städtische Ordnungsamt Ralle Friedrich erteilt hatte, zurückgenommen werden mussten, so die Liberalen. Zuvor hatte das „Ed‘s“ eine Konzession auf Probe. IN dieser Zeit habe es nie Probleme gegeben, obwohl es an Wochenenden regelmäßig Livemusik gegeben habe, die eigentlich noch lauter gewesen sei, erklärt Friedrich.

Erst nach Erhalt der endgültigen Konzession sei es mit den Beschwerden aus der Nachbarschaft losgegangen. Obwohl er verschiedene freiwillige Maßnahmen ergriffen habe, um für Ruhe in der Emsstraße zu sorgen, so der Gastronom: „Schließlich ist der Laden hier meine Existenz“, so Friedrich.

Die FDP-Vertreter loben die freiwilligen Maßnahmen: „ Warendorfs Wirte leisten einen erheblichen Beitrag zur gewollten Belebung der Innenstadt“, so Janinhoff . Sie sieht Arbeitsplätze in Gefahr, sollte das „Ed´s“ schließen müssen. Friedrich beschäftigt zwei Festangestellte und knapp 20 Minijobber.

Auch die Gewerbesteuereinnahmen, die Warendorf durch seine Kneipen erwirtschafte, seien nicht zu unterschätzen, meint Hernaiz-Kleine. Er erwarte von der Stadtverwaltung mehr Engagement, wenn es zu Schwierigkeiten komme. „Sollte hier ein Präzedenzfall geschaffen werden, besteht die Gefahr, dass auch woanders Nachbarn gegen Wirte klagen“, befürchtet Ralle Friedrich. Die Auswirkungen für die Innenstadt bezeichnet er als fatal.

Das Verhalten der Verwaltung sieht die FDP kritisch. Mit Restriktionen werde man kaum weiterkommen. Die FDP will sich dafür stark machen, dass die Verwaltung sich konstruktiv einbringt. Dazu gehöre neben Aufklärung und Beteiligung der Anwohner auch die Zusammenarbeit mit den Wirten. „Oft ist den Anwohnern gar nicht bekannt, dass es in Warendorf weder eine Sperrstunde noch ein Verbot der Außengastronomie nach 22 Uhr gibt“, so Fraktionsmitglied Ronald Hüsemann.

Die Wirte der Emsstraße und des Marktes seien an einem guten Verhältnis zur Nachbarschaft und an einem friedlichen Nebeneinander interessiert. Angeregt wurde eine Wiederbelebung des Wirtevereins, um einerseits an einem einheitlichen Konzept zur Vermeidung unnötigen Lärms zu arbeiten und andererseits Anwohner und Gäste aufzuklären, was möglich ist und was nicht.

Aus Sicht der FDP-Fraktion ist eine Reihe von Maßnahmen die notwendig, um ein Kneipensterben in Warendorf zu verhindern und gleichzeitig den Konsens mit den Anliegern zu finden.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4350319?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F4852628%2F4852631%2F
Karnevalsumzüge am Sonntag: Was fällt aus, wer trotzt dem Wetter?
Sturmwarnung: Karnevalsumzüge am Sonntag: Was fällt aus, wer trotzt dem Wetter?
Nachrichten-Ticker