Umgehung für Freckenhorst
Weiterhin Streit über Wie und Wo

Freckenhorst -

Das Thema ist nicht neu. Die Ortsumgehung Freckenhorst bleibt aber umstritten. Am Dienstagabend luden die Interessengemeinschaft Warendorf-Süd (IWS) und die Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) zu einer Podiumsdiskussion in die Landvolkshochschule nach Freckenhorst.

Mittwoch, 05.10.2016, 17:10 Uhr

Verkehrsplanerin Anne Mechels stellte fünf Alternativen für Freckenhorst vor. Thomas Kamp-Deister moderierte den Abend und leitete die lebhafte Diskussion.
Verkehrsplanerin Anne Mechels stellte fünf Alternativen für Freckenhorst vor. Thomas Kamp-Deister moderierte den Abend und leitete die lebhafte Diskussion.

Zu Beginn stellte die Bremer Diplom-Ingenieurin Anne Mechels zum Thema „Variantenvergleich Verkehrsentlastung Freckenhorst “ die Ergebnisse einer Studie der Planersocietät Dortmund vor. Dabei ging es um die Planung einer L547n (Westumfahrung Freckenhorst). Auf fünf verschiedene Varianten ging Mechels ein. Die große Lösung sei die Verbindung der möglichen Umgehung mit der möglichen B64n mit zwei teilplanfreien Knotenpunkten und einem plangleichen Knotenpunkt an der L547 Hoetmarer Straße.

Variante zwei sei eine eigene, ortsferne Umgehung für Freckenhorst mit Kreisverkehren an der Everswinkeler Straße und der Water­stroate. Eine ortsnahe Umgehung würde fünf neue Kreisverkehre beinhalten. Die Linienführung der Straße wäre aber enger an den Ort angepasst. Bei allen drei Varianten wäre laut Planersocietät die Entlastung des Verkehrs für den Ortskern Freckenhorst gleich groß. In allen drei Fällen würden dort der Lärm und die Belastung der Straße erheblich gesenkt und gleichzeitig die Sicherheit gestärkt, meinte Mechels. Neben den drei Varianten mit der Ortsumgehung stellte die Planerin zwei weitere Möglichkeiten zur Änderung der Verkehrswege vor. Ein Halbring oder ein Viertelbogen innerhalb des Ortskerns von Freckenhorst wären kurzfristige und günstigere Varianten, um die Belastung zu senken. Allerdings sei die Entlastung (namentlich für die Brücken- und Merfeldtstraße) hier weitaus geringer als bei den ersten drei Varianten mit einer Umgehung.

Alles hat Vor- und Nachteilen, wie sich nicht nur in der Diskussion anschließend feststellen ließ. Detlef Bäumer von der Bürgerinitiative „Freckenhorster für die Umgehung“ kritisierte scharf: „An den alten Planungen wurde Jahre gearbeitet und alles wurde genau überlegt. Diese neuen Alternativen jetzt sind zwar ehrenwert, aber nicht vorstellbar.“

Martin Richter von der Ortsunion pflichtete ihm bei und ergänzte: „Es besteht die Gefahr, durch die neuen Varianten zurück zum Punkt Null zu kommen und zeitlich weiter in Verzug zu geraten.“

Das sahen die Befürworter der Alternativen und Mitglieder der IWS und BVW anders. Sie sträuben sich vehement gegen den jetzigen Planungsstand der Ortsumgehung. Viele Landwirte müssten enteignet werden und die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen beim Bau der Straße würden zu einer noch höheren Belastung führen. Argumente trafen auf Gegenargumente, eine lebhafte Diskussion wurde geführt. Nur in einem Punkt waren sich alle einig: Es muss eine Veränderung der Verkehrsführungen und eine Entlastung für Freckenhorsts Ortskern geben. Und am besten so schnell wie möglich. Nur um das Wie und das Wo wird wohl weiter gestritten.

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