Schreibwerkstatt
Locker ran an die Texte

Warendorf -

Es gilt das Motto: „Keine Angst vor dem ersten Satz!“ Und dass sie jemals – wie das große Vorbild Günter Grass – den Literaturnobelpreis bekommen werden, ist eher unwahrscheinlich. Doch die Teilnehmer der Schreibwerkstatt, die in den Herbstferien im Westpreußischen Landesmuseum stattfindet, haben die Chance, sich dem weltbekannten deutschen Auto auf ganz eigene Art und Weise anzunähern. Seine Person, seine Texte und seine Bilder sollen Inspiration für eigene erste Schreibversuche sein.Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Donnerstag, 06.10.2016, 18:10 Uhr

Schreibwerkstatt bei Günter Grass: Sabine Mense (l.) und Jutta Fethke bieten Jugendlichen Inspiration im Schatten des Nobelpreisträgers an.
Schreibwerkstatt bei Günter Grass: Sabine Mense (l.) und Jutta Fethke bieten Jugendlichen Inspiration im Schatten des Nobelpreisträgers an. Foto: Lowinski

Sabine Mense von der Stadtbücherei und Jutta Fethke vom Westpreußischen Landesmuseum haben sich zusammengetan, um am 12. und 13. Oktober – jeweils von 14 bis 17 Uhr – kurz entschlossene Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren mit Günter Grass und seinem Werk zusammenzubringen. Daraus können dann Texte, Geschichten oder kleine Gedichte entstehen – das alles vor dem Hintergrund der aktuellen Ausstellung im WLM: „Günter Grass – das Niegehörte sichtbar machen“, die noch bis zum 30. Oktober läuft.

„Das passt gut“, findet Jutta Fethke, „denn die bildende Kunst und das Schreiben gehörten für Grass immer zusammen.“

Sabine Mense freut sich auf die Inspiration, die die Ausstellung bietet: „Bilder, Figuren – das kann man gut in Texte umsetzen“, sagt sie.

Es muss ja nicht gleich ein Roman dabei rauskommen: In der Schreibwerkstatt kann man sich der „Schreibe“ in kleinen Schritten annähern. Auch Grass hat ja nicht nur die „Blechtrommel“ geschaffen, sondern auch kleine Kunstwerke wie diesen Vierzeiler: „Alle Bleistifte angespitzt, Worte auf Abruf. Und doch wird ein Rest ungesagt bleiben.“

Grass hat viele Tiere gezeichnet – vom Butt bis zur Unke. Die hängen auch in der WLM-Ausstellung und können als Anregung für eigene kleine Geschichten dienen. Sie können in den selbst geschriebenen Stücken eine Rolle spielen, als Fantasy-Figuren ihre eigene Sicht der Dinge beschreiben oder selbst zum Objekt der Beschreibung werden. Der Experimentierfreude sind da keine Grenzen gesetzt.

Oder man könnte seinen Text mit einem vorgegebenen Satz beginnen: „Allen Unkenrufen zum Trotz . . .“ Und dann spinnen die jungen Autoren den Faden weiter – vielleicht mit Voraussagen für Stadt, Museum oder Stadtbücherei?

Wie verschieden gemeinsame Erfahrungen sein können, wird bei einem Rundgang durch das Museum deutlich, bei dem ein Teilnehmer dem anderen, der die Augen geschlossen hat, berichtet, was er sieht. Wenn dann beide darüber einen Text schreiben, dürften interessante und wohl auch ganz unterschiedliche Dinge dabei herauskommen.

Man sieht: Das ist kein Ehrfurcht heischendes Museums-Projekt. Man muss vor dem Nobelpreisträger keine Scheu haben.

Die Schreibwerkstatt beginnt mit einer Einführung in die Ausstellung durch Jutta Fethke. Sabine Mense erklärt dann die Angebote und Abläufe. Und wenn die Jugendlichen das möchten, kann als krönender Abschluss vielleicht eine Lesung dabei herauskommen.

Wer sich im Vorfeld ein Bild machen will, dem bietet Fethke am Samstag, 8. Oktober, um 15 Uhr eine öffentlichen Führung an: „Da kann jeder, der sich für das Projekt interessiert, schon mal reinschauen.“ Und alle anderen natürlich auch.

►  Die Teilnehmerzahl für die Schreibwerkstatt ist auf 10 begrenzt. Anmeldung per Email unter:

 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4354917?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F35766%2F4852628%2F4852631%2F
Experten-Team hat Arbeit aufgenommen
Die DKV-Residenz am Tibusplatz: Dort sind in den vergangenen Tagen Probleme bekannt geworden, die jetzt Thema in einer Bewohnerversammlung waren.
Nachrichten-Ticker