Stadt soll finanzielles Risiko übernehmen
Kirche klagt: Kita-Kosten steigen

Warendorf -

Bei der Entscheidung geht es ums Geld. Die öffentliche Finanzierung der Kindertagesstätten reicht nicht aus. Die Kirche sieht das Kinderbildungsgesetz Kibitz als ursächlich für den Missstand. Wegen der chronischen Unterfinanzierung ihrer Einrichtungen schlägt jetzt auch die Pfarrgemeinde St. Laurentius als Träger von sieben Einrichtungen in Warendorf Alarm und fordert von der Stadt, sich an den Verlusten zu beteiligen.

Donnerstag, 17.11.2016, 05:11 Uhr

Die Stadt steckt erst am Anfang eine jetzt losgetretenen Diskussion um die Kindertagesstätten, deren Ergebnis sie am Ende eine Menge Geld kosten könnte.
Die Stadt steht erst am Anfang einer jetzt losgetretenen Diskussion um die Kindertagesstätten, deren Ergebnis sie am Ende eine Menge Geld kosten könnte. Foto: dpa/Uwe Zucchi

Die katholische Kirche hat Probleme mit der Kita-Finanzierung. Wegen der chronischen Unterfinanzierung ihrer Einrichtungen schlägt jetzt die Pfarrgemeinde St. Laurentius als Träger von sieben Einrichtungen in Warendorf Alarm und fordert von der Stadt, sich an den Verlusten zu beteiligen.

40 Prozent ihrer Kindergartenplätze hält die Kirche für die Kommune vor, die gesetzlich verpflichtet ist, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz zu bedienen. Dieses Angebot könnte künftig wegfallen, wenn sich die katholische Kirche nur noch auf ihre eigenen Plätze konzentriert (die Kirche finanziert einen Kindergartenplatz gerechnet auf 60 Katholiken). Von den sieben katholischen Kindergärten in der Trägerschaft der Pfarrei St. Laurentius (Elisabeth, Franziskus, Jakobus, Katharina, Laurentius, Ludgeri und Marien) stünde dann auf einen Schlag nur noch die Hälfte zur Verfügung. Ein Szenario, das andere Städte bereits kalt erwischt hat.

Bei der Entscheidung geht es ums Geld. Die öffentliche Finanzierung der Kindertagesstätten reicht nicht aus. Die Kirche sieht das Kinderbildungsgesetz Kibitz als ursächlich für den Missstand. Nach diesem Gesetz findet die Kostenerstattung über sogenannte Kindpauschalen statt. Und diese seien einfach zu niedrig, macht die Kirche auf die finanziellen Nöte der Einrichtungen aufmerksam.

Seit den 90er Jahren zahlt die Stadt Warendorf bereits den kirchlichen Anteil für sogenannte Überhanggruppen. Die Kommune übernimmt für die von der Kirche bereitgestellten Plätze aber nur den zwölfprozentigen Trägeranteil. Schon jetzt trage die Kirche aber einen höheren Anteil an den Betriebskosten als die zwölf Prozent. Die Kirchengemeinde fordert nun die Stadt auf, dass diese sich an den tatsächlichen Kosten und damit den tatsächlichen Verlusten beteiligt. In Warendorf soll die Stadt künftig für die Kirche das finanzielle Risiko tragen. Das soll in einem Vertrag festgezurrt werden. In der Sitzung des Sozialausschusses am 24. November wird diese Ankündigung für einen Paukenschlag sorgen. Ein Ausstieg des kirchlichen Trägers hätte gravierende Folgen für die Betreuung. U-3-Betreuung, Inklusion, Flüchtlingskinder – der Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten ist riesig. Auf die Stadt kämen enorme Kosten zu.

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